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© Constantin

Filmkritik
09/25/2019

"Shaun das Schaf: UFO-Alarm": Ein Alien-Kind unter Farmtieren

Auf der kleinen britischen Farm kommt außerirdischer Besuch vorbei und freundet sich mit den Tieren an.

von Franco Schedl

Wer hätte gedacht, dass sich für Shaun das Schaf auch einmal Ufologen interessieren würden? Im neuen Film ist es so weit, da ein Alien ausgerechnet einen Wald hinter Shauns Farm als Notlandeplatz für seine Fliegende Untertasse gewählt hat. Der Fremde erinnert an eine Mischung aus blauem Hund und Hase und schließt sofort Freundschaft mit den tierischen Landbewohnern. Sie sind von dessen ganz besonderen Kräften begeistert, weil man damit herrliche Streiche ausführen kann – und bald schweben nicht nur viele Gegenstände, sondern sogar Schweine durch die Luft (Pink Floyd lässt grüßen).

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Rückkehr zu den Alien-Eltern

Doch abgesehen von Jux und Tollerei ist auch eine Rettungsaktion an der Tagesordnung. Der kleine Gast entpuppt sich nämlich als Alien-Kind, das eines nachts das Fluggerät seiner Eltern irrtümlich in Betrieb genommen hat und nun verzweifelt zu Mama und Papa zurückkehren möchte.  Außerdem taucht eine richtige Woman in Black auf, die keinen Spaß versteht und ihr ganzes Leben dem Aufspüren von Außerirdischen gewidmet hat. Nun rückt sie mit einem Haufen tollpatschiger Helfer in Schutzanzügen dem harmlosen Weltraumwesen bedrohlich näher; zunächst verwechselt sie aber den geplagten Farmhund Blitzer mit einem Alien.

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Farmageddon

Im Original heißt das Werk übrigens „Farmageddon“, was sicher Erklärungsbedarf hervorruft. Da die UFO-Hysterie medial immer stärker geschürt wird, plant der Farmer unter diesem Titel einen Erlebnispark auf seinem Grundstück zu errichten, weil er mit dem Erlös eine neue landwirtschaftliche Maschine anschaffen möchte (die alte haben Shaun und das Alien-Kind bei einer Probefahrt ruiniert).

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Gags und Filmzitate

Das jüngste „Shaun“-Abenteuer ist einfach ein Hochgenuss von der ersten bis zu letzten Sekunde; hier jagt ein geglückter Gag den nächsten. Kinder und Eltern werden gleichermaßen auf ihre Kosten kommen, denn die Drehbuchautoren haben erneut jede Menge Filmanspielungen eingebaut: der geheimnisvolle schwarze Monolith aus „2001“ wird durch eine Scheibe Toastbrot ersetzt, „E.T.“s nächtlicher Fahrradflug am Vollmond vorüber findet hier unter Tags mit einer Mülltonne statt, und einmal darf ein Schaf sogar Chaplins berühmten Zahnrad-Slalom aus „Modern Times“ nachahmen. Außerdem werden wir visuell mehrfach in die Irre geführt: zunächst halten wir eine Straßenlaterne für ein UFO, später tragen eine Frisbee-Scheibe oder eine fliegende Pizza zur optischen Täuschung bei.

Das hier angewendete Animationsverfahren mag sich zwar ‚Stop Motion‘ nennen, aber man möchte ganz bestimmt nicht, dass diese Filmbilder ihre Bewegung zu schnell wieder einstellen (leider tun sie es nach 86 Minuten dann doch).

4 von 5 extraterrestrischen Tierlauten