Germinal

 F 1993
Drama, Literaturverfilmung 158 min.
7.10
film.at poster

Gérard Depardieu in der Verfilmung von Emile Zolas 1885 erschienenen gleichnamigen Roman

Der arbeitslose Mechaniker Lantier nimmt in einem nordfranzösischen Kohlerevier eine Stelle an. Durch die Freundschaft mit dem Grubenarbeiter Maheu erlebt er den Hunger und das soziale Elend der Bergleute und ihrer Familien hautnah. Nach einer verdeckten Lohnsenkung organisieren Lantier und Maheu einen Arbeiteraufstand. Doch der wird blutig niedergeschlagen.

Details

Miou-Miou, Renaud, Jean Carmet, Judith Henry, Jean-Roger Milo, u.a.
Claude Berri

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Sozialistischer Traum platzt
    In expressiven Bildern, die in ihrem hell-dunkel Kontrast an die Industriegemälde von Menzel erinnern, schildert Regisseur Claude Berri die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Kumpel vor einhundert Jahren. Heute erscheint es fast unvorstellbar, wie Männer, Frauen und Kinder damals in den Gruben malocht haben und ums nackte Überleben kämpfen mussten.
    Der Film zeigt eine sehr komplexe Situation, viele Facetten des Alltags, dessen heimisches Zentrum die Küche war, in der die ganze Familie u.a. auch badete, und alle wussten, was es bedeutete, wenn Vater und Mutter angeblich in der Wanne waren. Viel Raum nimmt auch das Freizeitverhalten ein mit Tanz und Liebe. Durch die eindrucksvolle Darstellung von Einzelschicksalen steigt der begründete Unmut in der Arbeiterschaft ebenso wie im Zuschauer. Und so läuft alles auf eine blutige Auseinandersetzung hinaus, in deren Verlauf der Held überraschend sein Leben verliert.
    Bei den reichen Grubenbesitzern, die Flusskrebse und Fasan verspeisen, versteckt sich das fehlende Verständnis für die Arbeiter hinter festgefahrenen Vorurteilen. Hier entsteht ein fast humorvoller Gegensatz zwischen den Dialogen und den Bildern.
    Einziger Kritikpunkt sind die zahlreichen, langen, theoretischen Diskussionen über verschiedene Revolutionsansätze. Die ziehen sich hin und nehmen die Spannung etwas.