Hana-bi - Feuerblume

 J 1997

Hana-bi

Thriller, Krimi 103 min.
7.90
Hana-bi - Feuerblume

Der Polizist Nishi muss mitansehen, wi um ihn herum das große Sterben ausbricht.

Der Bindestrich ist entscheidend in Hana-bi: Er verwandelt das japanische Wort für Feuerwerk in einen Doppelbegriff, der Blumen und Pistolenfeuer, Leben und Tod zusammendenkt. Die unnachahmlich souveräne Art, mit der Takeshi Kitano diese Prinzipien in seinen Gangster-Thrillern konkretisiert, erreicht in Hana-bi einen vorläufigen Höhepunkt. Wie immer ist der japanische Medienstar selbst die zentrale Präsenz: Mit hängenden Schultern, fast den ganzen Film wortlos, spielt er den Polizisten Nishi, der mitansehen muß, wie um ihn herum das große Sterben ausbricht. Ein Kollege überlebt, aber er bleibt gelähmt. Nishis Frau leidet an Leukämie im Endstadium. Yakuza-Gangster fordern geliehenes Geld zurück. Die einzige Regung an Nishi ist ein unwillkürliches Zucken der rechten Gesichtshälfte - es blieb Takeshi Kitano von einem schweren Motorradunfall, den er vor drei Jahren nur knapp überlebt hat.

Details

Takeshi Kitano, Kayoko Kishimoto, Ren Osugi, Susumu Terajima, Tetsu Watanabe, Hakuryu
Takeshi Kitano
Joe Hisaishi
Hideo Yamamoto
Takeshi Kitano

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken


  • Der gut gemachte und intelligente Polizei-Krimi lebt von der Magie der Gegensätze. Es gibt sehr lyrische Passagen mit wunderschön gemalten Bildern und langen Einstellungen, aber auch bluttriefende Brutalo-Szenen, die wie ein Schock über den Zuschauer herfallen. Daneben gibt es Lustiges zu sehen, das fast bis an die Grenze zum Slapstick geht und auch Ernstes, das durchaus anrührt. Auch die Symbolik kommt nicht zu kurz. Dieser Kommissar redet nicht viel, schlägt aber blitzschnell mit der Faust oder dem Revolver zu. Auch in seiner Persönlichkeit sehen wir Kontraste: der liebevolle Umgang mit seiner Frau und die Härte im Beruf. Und dann kommt das völlig Unerwartete: er macht das, was man von einem in seinem Beruf nie und nimmer erwarten würde. Das geht so flott und still und leise über die Bühne, dass man das Verbrechen fast akzeptieren könnte. Fehlt nur noch der Wahnsinnsschluss. Hier bleibt Regisseur Takeshi Kitano in seiner grausamen Radikalität konsequent. Das Tolle dabei ist, dass man dies am Ende nicht sieht, sondern nur hört.

  • Der schweigsame Kommissar
    Der gut gemachte und intelligente Polizei-Krimi lebt von der Magie der Gegensätze. Es gibt sehr lyrische Passagen mit wunderschön gemalten Bildern und langen Einstellungen, aber auch bluttriefende Brutalo-Szenen, die wie ein Schock über den Zuschauer herfallen. Daneben gibt es Lustiges zu sehen, das fast bis an die Grenze zum Slapstick geht und auch Ernstes, das durchaus anrührt. Auch die Symbolik kommt nicht zu kurz. Dieser Kommissar redet nicht viel, schlägt aber blitzschnell mit der Faust oder dem Revolver zu. Auch in seiner Persönlichkeit sehen wir Kontraste: der liebevolle Umgang mit seiner Frau und die Härte im Beruf. Und dann kommt das völlig Unerwartete: er macht das, was man von einem in seinem Beruf nie und nimmer erwarten würde. Das geht so flott und still und leise über die Bühne, dass man das Verbrechen fast akzeptieren könnte. Fehlt nur noch der Wahnsinnsschluss. Hier bleibt Regisseur Takeshi Kitano in seiner grausamen Radikalität konsequent. Das Tolle dabei ist, dass man dies am Ende nicht sieht, sondern nur hört.

  • Hana Bi (Die Feuerblume)
    Nach seinem fast tödlichen Motorrad-Unfall drehte Takeshi Kitano einen Film, der sich wohl wie kein anderer mit der Schönheit des Lebens und dem Tod auseinandersetzt. Die Geschichte selbst ist schnell erzählt: Polizist Nishi erfährt, dass seine Frau Miyuki (perfekt besetzt mit der stillen Kayoko Kishimoto) tödlichen Krebs und nicht mehr lange Zeit zu leben hat. Ihr größter Wunsch: Japan zu bereisen. Nishi überfällt kurz entschlossen eine Bank, und begibt sich, verfolgt von Polizei und Yakuza, auf die letzten Flitterwochen.

    Wenn ein Zelluloid zeigen kann, dass manches Schweigen mehr als tausende Worte sagt, so ist es dieses. Nishi und Miyuki sprechen nicht, aber ihre Handlungen, Gesten und Mienen drücken soviel Liebe aus, dass den/die ZuschauerIn oft ein warmer Schauer überkommt. Im perfekten Kontrast dazu gibt es die Takeshi- typischen kurzen Szenen extremer Gewalt, die aber gleichzeitig so ästhetisch sind, dass man sich fragt, ob es jemals wieder schöner fließendes Blut in einem Film geben kann. Und natürlich fehlen auch nicht die Sequenzen mit dem kindlichen Humor, bei denen man sich des Schmunzelns nicht erwehren kann.

    Der Film gewann international Unmengen von KritikerInnenlob und Auszeichnungen (Blue Ribbon Award, CFCA Award, Screen International Award, und den Golden Löwen von Venedig, um nur einige wenige zu nennen) und machte Takeshi Kitano nun auch in Europa über Nacht berühmt. Der Soundtrack von Jôe Hisaishi (Sonatine, Chihiros Reise, Prinzessin Mononoke,¿), musikalischer Langzeit- Begleiter Takeshis, untermalt wundersam die Reise der beiden Liebenden.

    Bemerkenswert ist auch das Universalgenie des Takeshi Kitano, der in diesem Film für den Hauptdarsteller, Regisseur, Drehbuch und Schnitt, sowie aber auch die wunderbar gemalten Bilder, die im Film als Abschnittsindikator auftauchen, verantwortlich ist.

    9 von 10 nicht ausgesprochenen Worten