Harry Brown

 GB 2009
Drama, Krimi 102 min.
7.20
Harry Brown

Ein ehemalige Elitesoldat wird in einem Problembezirk Londons zu einem gnadenlosen Rächer.

Der frisch verwitwete Harry Brown (Caine) lebt in einem Problembezirk Londons, in dem Jugend- und Drogenkriminalität an der Tagesordnung sind. Als sein bester Freund von einer Jugendgang ermordet wird, wandelt sich der ehemalige Elitesoldat zu einem gnadenlosen Rächer. Obwohl in seiner mitleidlosen Darstellung einer unerfreulich morallosen Zone an den Klassiker GET CARTER erinnernd, maßt sich HARRY BROWN letztlich einen fragwürdigen sozialen Kommentar an - und wurde im Wahlkampf 2009/2010 von der britischen Konservativen Partei als Teil ihrer law-and-order-inspirierten «Broken Britain»-Kampagne entsprechend zitiert.

Details

Michael Caine, Emily Mortimer, Charlie Creed-Miles, David Bradley
Daniel Barber
Gillian Dodders
Martin Ruhe
Gary Young

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Harry sieht Rot
    Hinter dem unauffälligen Titel verbirgt sich einer der bittersten Krimis von der Insel mit einem großartigen Hauptdarsteller Michael Caine. Viele Filme thematisieren das Problem Selbstjustiz oder Zusammenarbeit mit der Polizei. Hier geht beides. An der Schnittstelle steht Detective Inspector Frampton (Emily Mortimer in einer selten dramatischen, fast tödlichen Rolle). Sie spürt was im Rentner Harry vor sich geht oder gegangen sein muss und bleibt am Ball bis sie in die finale Ballerei mit hineingezogen wird. Klar, dass erst einmal die Basis gelegt werden muss, bis Harry Rot sieht. Dabei besteht nie die Gefahr, dass es ihm wie Charles Bronson ergehen könnte. Aus Frust und Hilflosigkeit wird Wut und Aggression. Man versteht Harrys Zorn. Auch der verwandtschaftliche Hintergrund der mörderischen Kids wird beleuchtet. Onkel Liam Cunningham steht diesmal auf der falschen Seite und muss bezahlen. Es ist durchaus realistisch, dass der Aufmarsch der Polizei eine Massendemonstration provozieren kann und sich das Viertel in einem Kriegszustand befindet. Und dass der Vergleich mit Nordirland nicht passt besagt einiges. Eigentlich waren am Ende ja alle tot. Aber nachdem der Polizeichef sich und seine Einsatztruppe über den grünen Klee gelobt hatte, diverse Orden verliehen wurden und er den Erfolg der Aktion betonte, die eigentlich ein Schuss in den Ofen war, konnte uns Regisseur Barber nicht entlassen, ohne Michael Caine nochmals über den Ort der Handlung schreiten zu lassen, der aus dieser Gegend stammt. Diese Schlussphase war actionreich genug und äußerst spannend. Letzten Endes kennzeichnet den Film bitterer Realismus und ein hohes Maß an Authentizität. Es ist alles andere als die üblichen amerikanischen Seifencop-Opern, die unseren Markt überschwemmen und unsere Fernsehkanäle verstopfen.