Helden der Nacht

We own the night

GB, Russland, 2007

FilmDramaKrimi

Ein emotionales Krimidrama über einen Mann, der sich entschließt, seine Vergangenheit zu verbergen.

Min.113

Start02/22/2008

Es ist das Jahr 1988 und in New York eskaliert der Drogenhandel. Bobby Green (Joaquin Phoenix), Manager des El Caribe, einem legendären Nachtclub in Brooklyns Stadtteil Brighton Beach, versucht, Abstand zu dem russischen Gangster zu halten, der aus dem Club heraus seine Geschäfte abwickelt. Ausgerechnet dieser Gangster wird von Bobbys Bruder ins Visier genommen. Joseph (Mark Wahlberg) ist ein aufstrebender Polizist des New York Police Departments (NYPD). Unterstützt wird Joseph von ihrem gemeinsamen Vater Burt (Robert Duvalb| der in seinem Amt als stellvertretender Polizeichef bereits eine Legende ist...


KRITIK

Hedonismus versus Pflichterfüllung: Joaquin Phoenix und Mark Wahlberg kämpfen im New York der 80er Jahre als ungleiche Brüder um ihre Ehre und um ihr Leben.


New York 1988: Der Nachclubmanager Bobby Green (Joaquin Phoenix) lebt ein Leben auf der Überholspur. Er ist jung, erfolgreich und Dank seiner glamourösen Freundin und jeder Menge Kokain werden ihm seine Nächte zu einer einzigen endlosen Party. Eigentlich kein schlechtes Dasein, gäbe es da im Hintergrund nicht seine Familie, die für diesen zügellosen Lebensstil kaum mehr als Verachtung empfindet. Allen voran Vater Burt (Robert Duvalbpund Bruder Joseph (Mark Wahlberg), die als ehrbare Polizisten jeden Tag versuchen, sich dem immer schneller werdenden Strudel aus Gewalt und Drogenhandel entgegenzustellen. Ein schlecht bezahltes und mühsames Unterfangen, das im krassen Gegensatz zu Bobbys Glitzerwelt steht und dem dieser rein gar nichts abgewinnen kann. Erst als die beiden ungleichen Brüder im Zuge einer groß angelegten Drogenrazzia direkt aneinander geraten, müssen sie sich entscheiden, auf welcher Seite sie stehen und erkennen, dass es nicht immer so einfach ist, zu wissen, wem man sein Vertrauen schenken kann.


James Gray liefert mit "Helden der Nacht" nach "Little Odessa" und "The Yards" nun als Regisseur und Drehbuchautor einen weiteren Russenmafiakrimi mit bewährter Besetzung. Und während der Regisseur Gray seinen stilistischen Vorbildern "Goodfellas" und "The Departed" sehr nahe kommt, fällt der Drehbuchautor Gray leider weit zurück. Durch die stimmige, in düsteren Farben und Zwielicht gehaltene Kulisse eines New Yorks der 80er Jahre mäandert eine großteils vorhersehbare Handlung mit platten Dialogen und einer Extranachhilfestunde in moralischer Pflichterfüllung. Zwar nimmt sich Gray genügend Zeit um seine Charaktere und ihr Umfeld sowohl inhaltlich als auch visuell langsam zu entwickeln und es gelingt ihm auch vor allem in der ersten Hälfte des Films immer wieder Spannung aufzubauen, jedoch stolpert die Geschichte ausgerechnet in ihren wichtigsten Momenten jedes Mal über schlichtweg unglaubwürdige Situationen und nicht einmal ein schauspielerisches Kaliber wie Joaquin Phoenix kann über die großteils grottenschlechten Dialoge hinwegtrösten.


Nichtsdestotrotz ist die Besetzungsliste der große Lichtblick dieses Films: Joaquin Phoenix als Bobby Green mimt mit überzeugend grimmigem Gesichtsausdruck und Lederjacke den verlorenen Sohn auf seinem Weg vom Burschen zum Mann. Etwas farbloser spielt Mark Wahlberg mit viel Zurückhaltung den pflichtbewussten, aber zweifelnden Bruder, und Robert Duvall überzeugt mit einigen der besten Monologe des ganzen Films. Auch die schöne Eva Mendes füllt ihre knapp bemessene Rolle als optischer Aufputz mehr als zufriedenstellend aus, was sicherlich einiges an Feingefühl und schauspielerischem Geschick verlangt.


Fazit: "Helden der Nacht" liefert nichts, was nicht schon einmal da gewesen wäre, jedoch dank der ausgezeichneten schauspielerischen Leistung und einiger atmosphärisch dichter Momente, bietet er Freunden des Genres solide Unterhaltung mit dem gewissen moralischen Extra.

Carina Wilfing

IMDb: 6.8

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