Herzensbrecher

 Kanada 2010

Les amours imaginaires

Drama, Romanze 09.09.2011 95 min.
7.20
Herzensbrecher

Ein Film von betörender Eleganz des Regie-Wunderkinds Xavier Dolan über sehnsüchtige Begierde, stechende Eifersucht, zarte Hoffnung.

Xavier Dolan, bekannt geworden mit I KILLED MY MOTHER (2009), gelingt es auf berückende Weise, amouröse Gefühle in Szene zu setzen. Er macht Anleihen bei Wong Kar-Wai, Pedro Almódovar, François Ozon und hat dabei doch einen ganz eigenen Stil.

"Der Film ist eine Mischung aus Berlin Calling, Theorema und Les Chansons d'amour. Wie bei François Ozon gibt es auch in Dolans Universum keine Beziehungen, die entsexualisiert sind. Immer schwingt ein Hauch ungelenkter Lust mit, ungelenkt in Person und Geschlecht. Dolan hat es geschafft, die Welt seiner Figuren mit all ihren Widersprüchen und Ungereimtheiten darzustellen, ohne sie - und das ist selten für jene, die diese Welt kennen - mit Ernst zu glorifizieren." (identities 2011)

Details

Xavier Dolan, Niels Schneider, Monia Chokri, Anne Dorval u.a.
Xavier Dolan
Sylvain Brassard
Stéphanie Anne Weber Biron
Xavier Dolan
Waystone Film

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Imaginäre Liebe
    Der Originaltitel spricht von ‘der imaginären Liebe‘. Und so formuliert es auch einer der drei Figuren ‘Man liebt die Vorstellung und nicht den Anderen‘. Nicholas (Nils Schneider), Marie (Monia Chokri) und Francis (Regisseur Dolan) versichern sich ständig, dass sie sich lieben. Sie reden aber nur darüber, streicheln sich und prügeln sich auch, aber sie tun es nicht miteinander, nur mit anderen: homo und hetero.
    Immer wenn zwei aus dem Trio versuchen sich näher zu kommen, bleibt der Dritte außen vor. Ewig lange Monologe ermüden auf die Dauer. Einzig die Machart weckt Interesse. Es ist typisch für Regisseur Dolan: viel Slomo, eine zuckende Kamera und eigenartige Zwischenschnitte (z.B. Zeichnungen). Und immer wieder der Song ‘Bang-Bang‘ als Symbolträger. Er präsentiert ein revolutionäres Ambiente, seltsam unpassende Dialoge danach (‘Der Smoke, der Scheiße verbergen kann.‘) und dabei eine permanente Bespiegelung der selbstverliebten Egozentrikern, die ständig über Beziehungen reden und unter dem Fehlen einer solchen leiden, aber es nie zu einer echten kommen lassen. Stattdessen schwärmen sie lieber vom ‘Löffelchen-machen‘. Ihre träumerischen Gedanken sind die Realität, in der sie leben. Ein anstrengendes Konstrukt, an dem der Regisseur nicht nur die Hauptrolle spielt, sondern auch ein vitales eigenes Interesse hat an diesem Spezial-Dreier. Ob das dem Zuschauer auch so geht, bleibt die Frage.