Hirtenreise ins dritte Jahrtausend

 CH 2002
Dokumentation 14.01.2005 84 min.
film.at poster

Die Hirten im Film nehmen ein Leben mit viel Entbehrung auf sich und stellen sich einer Herausforderung, die öfters auch die Grenze ihrer Belastbarkeit erreicht.

Er ist einer der letzten, der mit seinem Schaffen immer wieder kleine Inseln, die im Verschwinden begriffen sind, einnimmt und besetzt. Er ist ein Oasenfilmer im eigentlichen Sinne: Nicht nur kommt in diesem Begriff das inzwischen exotisch andere würden sagen altmodisch zu Nennende seiner Filmsujets zum Ausdruck, sondern seine Filme selbst sind Orte der Erholung. Erich Langjahr ist ein Dinosaurier in einer beschleunigten Welt, der die Zeit aufhält und sei es für zwei Stunden mit einem Film wie Hirtenreise ins dritte Jahrtausend.

In Sennen-Ballade (1996) stand die Identität im Vordergrund, in Bauernkrieg (1998) beschäftigte sich Langjahr mit dem Überleben der Landwirtschaft. Im dritten Teil seiner «Bauerntrilogie» beleuchtet er noch einmal eine Nische der Nischen, das Hirtentum als eine der ältesten Kulturformen menschlicher Existenz. Gerade 30 bis 40 Wanderhirten gibt es noch in der Schweiz. Einer davon ist Thomas Landis, der im Winter mit einer Schafherde durchs Mittelland zieht und im Sommer mit Frau und Kindern zur Sömmerung auf eine Alp übersiedelt. Diese Familie hat Langjahr von 1994 bis 2001 begleitet, des Weiteren das Hirtenpaar Michel Cadenazzi und Bea Ammann. Entstanden ist ein schönes, aber ungeschöntes, nie heimattümlich verklärendes Dokument über das moderne Hirtenleben. Bilder von meditativ-beruhigender Wirkung schaffen gleichsam Ruhe und Raum für Fragen an die Zeit. (Birgit Schmid)

Stets geht es Langjahr darum, elementare Dimensionen freizulegen und zu zeigen, wie sehr wir gerade auch da noch von unserer Herkunft geprägt sind, wo wir uns von ihr entfernt haben. Hirtenreise ist weder ein Abgesang noch ein Loblied. Zwar ruft Langjahr auch romantische Bilder ab, zeigt die Schafherde auf dem weißen Feld, den Hirten, wie er vorangeht, die Esel und Hunde, seine treuen Helfer. Doch er zeigt auch die knochenharte Realität hinter dieser fast biblischen Bildwelt. (Thomas Allenbach)

Details

Thomas und Susanna Landis-Giacometti, den Kindern Antonia, Josa und Selina, Michel Cadenazzi und Bea Ammann
Erich Langjahr
Hans Kennel
Erich Langjahr
Erich Langjahr
Stadtkino Verleih

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