Hotel Ruanda

 USA 2004
Drama, Kriegsfilm / Antikriegsfilm 08.04.2005 121 min.
8.10
film.at poster

Die wahre Geschichte eines Hotelmanagers, der während des Bürgerkriegs in Ruanda mehr als tausend Flüchtlingen das Leben rettete.

HOTEL RUANDA erzählt die ergreifende und wahre
Geschichte eines echten Helden. Sein Name: Paul
Rusesabagina. Unter Einsatz seines Lebens rettete der
Hotelmanager aus Ruanda couragiert mehr als 1200
Flüchtlinge vor dem sicheren Tod. Die Welt schaute weg,
aber Paul breitete seine Arme aus und bewies, dass auch ein
Einzelner Großes bewirken kann.

Am 7. April 1994 brach in Ruanda der Bürgerkrieg zwischen
den regierenden Hutu-Milizen und den Rebellen der
Tutsi aus. In nur 100 Tagen starben eine Millionen Tutsi
und gemäßigte Hutus durch die Hand der Milizen, während
die gesamte westliche Welt vor dem blutigsten Kapitel
der jüngeren afrikanischen Geschichte die Augen verschloss.

Paul Rusesabagina stellte sich mutig gegen die Kräfte, die
sein Land zu zerreißen drohten. Er öffnete seine Arme und
fand einen Ort, an dem die Hoffnung überlebte.

Don Cheadle (TRAFFIC, OCEAN'S TWELVE), Sophie
Okonedo (DER SCHAKAL), Joaquin Phoenix (GLADIATOR,
THE VILLAGE) und Nick Nolte (KAP DER
ANGST, HERR DER GEZEITEN) spielen die
Hauptrollen in einem Film, der die wahre Kraft eines
Einzelnen im Kampf gegen die erbarmungslose Brutalität
gezielt geschürten Hasses zeigt. HOTEL RUANDA erinnert
beschämend an das menschliche Drama hinter den
Schlagzeilen, die viele damals so geflissentlich überlesen
haben.

Details

Don Cheadle, Sophie Okonedo, Joaquin Phoenix, Nick Nolte, Paul Ruesesabagina
Terry George
Andrea Guerra
Robert Fraisse
Terry George, Keir Pearson
Tobis Filmverleih

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Ein Anfang ist gemacht
    Die Tragödie Afrika, sie spielt sich jetzt ab. Sage später einer, er habe nicht davon gewusst. Habe nie von Darfur gehört, nur so zum Beispiel. Von Mugabe, der sein Land Simbabwe herunterwirtschaftet, Farmen beschlagnahmen, an Günstlinge weitergeben und fruchtbaren Ackerboden brachliegen und verkommen lässt. Von Aids, jener Krankheit, die bei uns im Westen durch Medikamente - scheinbar! kein Grund zur Entwarnung! - zum Stillstand gekommen ist, die in Afrika wütet, ganze Familien dahinrafft, ständig neue Waisen schafft, und wo die Masse der Leichen es schwierig macht, neue Orte für Beerdigungen zu finden. Und dann noch Liberia und die Elfenbeinküste und... genug. Die Tragödie Afrika. Was hast du damals gemacht, werden vielleicht einmal unsere Kinder in zwanzig Jahren fragen? Hast du wenigstens für Karl Heinz Böhm gespendet? Was ist deine Rechtfertigung dafür, weggeschaut zu haben?
    Das heißt nicht, dass die größte Verantwortung nicht in Afrika selbst liegt. Und dass es genügt, Afrikaner als Asylanten in Europa aufzunehmen - das mildert die Zustände in Afrika kein bisschen. Sich immer nur auf die schlimmen Kolonialmächte auszureden, ist zuwenig. Das hemmt nur den Willen, wirklich Reformen anzugehen, anstatt Geld auf Schweizer Bankkonten aufzuhäufen, für den Fall eines Exils. Hubert Sauper, der den großartigen Dokumentarfilm DARWIN'S NIGHTMARE gedreht hat, betont dies mit Recht.
    Aber dennoch könnte der Westen gewisse positive Entwicklungen fördern. Wie viele Milliarden Dollar wurden und werden von Bush dafür verpulvert, im Irak eine Demokratie zu errichten? Und wieviele Milliarden hat er für Afrika über? Und wieviele die EU!
    HOTEL RWANDA könnte ein klassischer Hollywoodfilm aus den 1930/40ern sein, wie sie gegen Nazi-Deutschland gedreht wurden. Das Luxushotel als Arche Noah. Man würde sich die Verortung von Verantwortung und (Mit-)Schuld konkreter wünschen, weniger idyllisch. Aber wenn dieser Film gewisse Zustände stärker in das Bewusstsein großer Publikumsschichten rücken würde, ist schon sehr viel erreicht.
    Ein ordentlicher Film. Mit Don Cheadle, der einen Mann zeigt, der nichts als staunen kann. Staunen über die Niedertracht und Gemeinheit, zu der Menschen fähig sind.
    Das ist noch nicht die SCHINDLER'S LIST der afrikanischen Tragödie. Aber ein sehr guter und sehr wichtiger erster Anfang und Ansatz. Nicht nur gut gemeint, sondern auch gut.

    Re:Ein Anfang ist gemacht
    Ich finde dass dieser Film sehr wohl mit Schindler's Liste vergleichbar ist, und für mich persönlich noch viel schockierender, weil ich davor nahezu nichts über die Vorkommnisse wusste. "Hotel Ruanda" ist definitiv ein "must see", aber ich empfehle, ihn anzuschauen wenn man nicht am nächsten Tag früh raus muss - ich hab die ganze Nacht kein Auge zugetan, und bin eigentlich nicht extrem empfindlich in der Hinsicht.
    Was mich besonders beeindruckte, war, dass der Film auch ohne viel Blut und Köpferollen auskommt - aber dadurch um nichts weniger schockierend wird als all die Hollywood-Kriegsfilme die man so kennt. Für mich ist dieser Film ein Meisterwerk, unbedingt ansehen!

  • nicht nur erschütternd
    ja, der film ist erschütternd - und das ist gut so. wenn man nicht zufällig (wie ich von einem befreundeten journalisten) zeitzeugen der geschehnisse in ruanda 1994 hören konnte und daher hierzulande bestenfalls nur ein paar schlagzeilen am rande las, wurde man dieses themas gar nicht gewahr. und: in genügend afrikanischen staaten gab es - auch mit duldung der industrienationen - ähnliches (etwa simbabwe). im übrigen ist das eine lebensnahe betrachtung der verhältnisse unter korrupten, einander stets ablösenden, militärregimes in der 3. welt.
    der film hat aber nicht nur eine wichtige "pädagogische" funktion - er ist einfach auch gut und man schaut nicht nur mit entsetzen auf die leinwand. alles was man vor dem kino befürchtet hat (an histor. simplizierung; an typísch-amerikanischem polit-katastrophen-helden-drehbuch,etc. trifft nicht ein). es ist keine verkappte doku - aber auch kein simplifizierender polit-spielfilm. anschauen!

  • einfach nur erschütternd
    Handlung:

    Der Film schildert die Geschichte vom Hotelmanager PAUL (Don Cheadle) der mutig gegen die Milizen antrat um 1.264 Leuten in seinem Hotel das Leben zu retten, und das obwohl er wußte, seine Familie, 2 Kinder und eine Frau und er selbst könnten sterben.

    Am 7.4.1994 fing das grausamste Kapitel der 1990 er Jahre an, ein Völkermord an knapp 1 Million Leuten, und darinnen die Geschichte von PAUL RUSESABAGINA.

    Ein Einzelner kann die Welt ein bißchen verändern.

    Einführung:

    Leider kann ich nicht sagen das dieser 120 Min. lange Film für jeden geeignet ist, aber ich finde es sollte sich den Film jeder ansehen. Leute mit schwachen Nerven, die Filme wie ¿Tränen der Sonne¿ oder ¿Rules ¿ Sekunden der Entscheidung¿ oder auch ¿Weiße Zeit der Dürre¿ bzw. auch ¿Savior¿ sich nicht ansahen, aufgrund der schwachen Nerven sollten auch diesen Film vielleicht meiden, obwohl ich der Meinung wie gesagt bin, das sich jeder den Film ansehen sollte. Nicht weil man sich vielleicht Schockbilder antun möchte, sondern weil dieser Film meiner Meinung nach eine kleine Bildungslücke füllt, zu den Ereignissen die damals 1994 in Ruanda an der Tagesordnung waren. Und bevor ich mit der Geschichte weitermache, und weitererzähle muß ich noch sagen das ich und meine Freundin die Hälfte des Filmes verheult haben, und das der Film ungefähr so hochkarätig ist wie ¿City of God¿ und meiner Meinung nach hätte der Film einen Ehrenoscar bekommen sollen.

    Geschichte über Ruanda:

    Vorerst möchte ich mal die Geschichte von Ruanda hier ablichten.

    Wenn man denkt das erst 1884 westliche Siedler nach Ruanda kamen und 1899 ist es schon von Deutschland besetzt gewesen, die damals Deutsch Ostafrika geführt haben. Und seitdem gab es kaum Frieden. Belgien übernahm dann nach dem 1. Weltkrieg die Kontrolle über Ruanda vom heutigen Zaire aus, das damals noch Republik Kongo hieß.

    Wieso hat der damalige Völkerbund einen Zusammenschluss von Burundi und Ruanda genehmigt, zu einem Staat? Das weiß ich leider auch nicht. Die Tutsis waren ja damals Monarchen und mehr als die Hutus und die Belgier haben natürlich das sich zum Vorteil gemacht.

    ¿ 1918: Ruanda-Burundi wird Völkerbundsprotektorat, die Regierung stellt Belgien. Die
    Minderheit des Tutsi-Volks wird der Mehrheit der Hutu vorgezogen und genießt
    Privilegien wie z. B. eine westliche Schulbildung.
    ¿ 1926: Die Belgier führen ethnische Kennkarten ein, um die Hutu von den Tutsi zu trennen.
    ¿ 1961 - 1962: Die Belgier ziehen sich zurück, Ruanda und Burundi werden getrennt und unabhängig.
    Während einer Hutu-Revolution in Ruanda fliehen Tausende von Tutsi.
    ¿ 1963: Ein Massaker an ruandischen Tutsi ist die Antwort auf Angriffe von Tutsi-Exilanten in
    Burundi. Die Flüchtlingszahl steigt, man nimmt an, dass jetzt die Hälfte der Tutsi-Bevölkerung außerhalb Ruandas lebt.
    ¿ 1973: Die Tutsi müssen die Universitäten verlassen, wieder kommt es zu blutigen
    Auseinandersetzungen. Der Stabschef der Armee übernimmt die Macht, und den Tutsi
    stehen nur noch neun Prozent der Arbeitsplätze zur Verfügung.
    ¿ Oktober 1990: Guerillas der Ruandan Patriotic Front (RPF) fallen von Uganda aus in Ruanda ein; die RPF
    besteht vorwiegend aus Tutsi. Ein Waffenstillstand wird am 29. März 1991 unterzeichnet.
    ¿ 1990 - 1991: Tausende von Tutsi sterben bei verschiedenen Massakern überall im Land. Die ruandische
    Armee bildet die von den Hutu geführten Interahamwe-Milizen ("Die Zusammenhalten")
    aus.
    ¿ November 1992: Dr. Leon Mugusera, ein Hutu-Extremist, fordert die Hutu auf, die Tutsi "zurück nach
    Äthiopien" zu schicken.
    ¿ August 1993: Der ruandische Präsident Habyarimana (ein Hutu) und die RPF unterschreiben ein
    Friedensabkommen, und 2.500 UN-Soldaten werden eingeflogen, um es durchzusetzen.
    Einen Monat später hat der Präsident die Bestimmungen des Abkommens immer noch
    nicht umgesetzt.
    ¿ 6. April 1994: Präsident Habyarimana und der Präsident von Burundi sterben bei einem F

    Zum Weinen - Teil 3
    das da bald ein Völkermord passiert und westliche Medien vor allem, nur von Stammesauseinandersetzungen berichteten, was meiner Meinung nach einer der größten und unverzeihlichsten Gemeinheiten der Medien waren, die in den letzten Jahren passiert sind.

    Nicht zu sprechen von dem nicht eingreifen der Westlichen Mächte, die genügend Waffenpotential hätten um so eine blutigen Holocaustgeschichte zu verhindern. Was ja der Krieg im Irak beweist. Wieso nur durften in Kigali in 100 Tagen Hutu Truppen fast alle Tutis abschlachten, mit Macheten, die sind billiger als Kugeln. Da fällt mir wieder das Robbenschlachten ein, die Kugeln sind eben zu teuer bei so einer großen Masse.

    Niemand griff ein, man ließ sie einfach gewähren. Wie viele mächtige Menschen sind nach Ruanda gefahren und haben den Leuten versprochen, wohl gemerkt nach dem Krieg, das dieser Krieg bald aufhören wird, doch wir haben noch immer im Sudan oder im Kongo so viel Bürgerkriege.

    Terry hörte sich in Belgien von Paul an wie er in der Hierarchie der Sabena Hotels aufstieg und Hotelmanager vom Mille Collines wurde. 2003 war das Jahr wo Paul Rusesabagina das 1. X seit 9 Jahren zurück in die Heimat fuhr und im an Ort und Stelle zeigte wo sich alles abgespielt hatte, und Terry mußte oft seine Tränen gewaltsam zurückhalten.

    Die im Film mitspielende Hotelangehörige Odette Nyrimilimo lebt immer noch wie Ihr Ehemann Jean Baptiste Gacacere, den Terry und Paul besuchten, samt einigen noch lebenden Verwandten und Freunden von Paul.

    Marambi z.B liegt im Süden von Ruanda, eine ehemalige Berufschule, dort liegen die über 40.000 Leichen die in 4 Tagen abgeschlachtet wurden, und die mumifiziert Jahre lange gegen den Himmel stinken und die keiner weggeräumt hat bis jetzt. Nur ein einziger Mann hat das Massaker damals überlebt.

    Das was der Nationale Ruanda Sender RTML über die Tutsis und Hutusverrätern gesagt hat, stimmt leider wirklich, propagandistisch wie in der Nazizeit. Einfach widerlich.

    Es ist sehr schwer meiner Meinung nach gewesen einen Film wie diesen hier zu drehen und ihn nicht wie eine Universum Sendung wirken zu lassen, keinen semi oder Ganz Dokumentarischen Teil rüberzubringen, sondern aus der Sicht der Beteiligten Ihre Beweggründe, Ihr Leiden dem Zuseher rüberzubringen.

    Crew:

    Die vielen Filme die sich Terry ansah ließen den Schluss zu das eben nur, und das war eine gute Wahl, Don Cheadle die Hauptrolle spielen durfte, und das war nicht gerade einfach, doch er hat diese Aufgabe gut gemeistert, und auch alle anderen Beteiligten haben mit vollem Elan und sehr detailgetreu, und vor allem lebensecht gespielt.

    Terry ist ungefähr wie der Regisseur Ron Howard der auch ein sehr genauer kleinlicher Regisseur ist was Filme wie ¿Backdraft¿ und ¿Apollo 13¿ beweisen, und auch so Terry, genaue Recherchen für einen Film sind viel besser als das ganze CGI Zeugs das unsere Netzhäute überschwemmt.

    Sehr gut habe ich Joaquim Phönix empfunden der einen Kameramann spielt, der in die Rolle sehr gut gepasst hat, und wo man einfach merkt, wie GOTT jeden Menschen für eine wichtige Aufgabe benutzt wenn er sich benutzen läßt, denn seine Aufgabe war es z.B zu filmen, das was bisher kein anderer gemacht hat.

    Nick Nolte wiederum hat in der Universität der Stadt Princeton einige Videos aufgestellt die von BBC und CBC, dem kanadischen Pendant zum englischen Sender gedreht wurden, und die vom Völkermord handelten, und da er sich immer schon gut in seine Rollen rein versetzen konnte, wurde auch diese Rolle eine sehr gefühlsbetonte genaue Darstellung des UN Generals.

    Somit hat jeder sein bestes gegeben und ich kann jedem nur das beste ausstellen.

    Fazit:

    Ich habe während des Filmes weder geatmet, gegessen, gepinkelt, getrunken, sondern einfach nur die Bilder gesehen und mit meiner Freundin um die Wette geweint, und ich kann nur ein Urteil geben

    95 von 100

    stark bewegend - Teil 2
    sterben bei einem Flugzeugabsturz,
    den Hutu-Extremisten verantworten, weil sie die Umsetzung des Friedensabkommens verhindern wollen. In derselben Nacht beginnt die generalstabsmäßig geplante Ermordung aller Tutsi-Beamten und gemäßigten Hutu.
    ¿ 7. April 1994: Tausende von Tutsi sind bereits tot, aber die Friedenstruppe der UN (UNAMIR) "steht auf
    Abruf bereit", um ihr "Beobachtungsmandat" nicht zu verletzen.
    ¿ 9. April 1994: Die Regierungen anderer Länder schicken Truppen, um ihre Bürger aus Ruanda zu
    evakuieren. Ruandische Bürger werden nicht gerettet.
    ¿ 11. April 1994: Das Rote Kreuz nimmt an, dass in den ersten Tagen des Konflikts bereits Zehntausende
    Ruander ermordet wurden.
    ¿ 21. April 1994: Der UN-Sicherheitsrat beschließt einstimmig, die meisten UNAMIR-Truppen abzuziehen.
    ¿ 28. April 1994: Christin Shelley, Sprecherin des US-Außenministeriums, weist anlässlich der Fragen zu
    den Angriffen den Begriff "Genozid" zurück.
    ¿ 30. April 1994: Zehntausende fliehen aus Ruanda nach Tansania, Burundi und Zaire.
    ¿ 3. Mai 1994: Präsident Bill Clinton unterschreibt eine Direktive, die die Beteiligung us-amerikanischer
    Truppen bei internationalen Friedensmissionen beschränkt.
    ¿ 11. Mai 1994: Mike McCurry sagt, dass das Außenministerium juristisch noch nicht festgelegt hat, ob die
    Ereignisse in Ruanda als Genozid bezeichnet werden können.
    ¿ 13. Mai 1994: Der UN-Sicherheitsrat bereitet eine Abstimmung über die Wiedereinsetzung der
    UNAMIR-Kräfte in Ruanda vor; Madeleine Albright verhindert die Abstimmung vier Tage
    lang.
    ¿ 17. Mai 1994: Die Resolution des UN-Sicherheitsrats bestimmt, dass 5.500 Soldaten eingesetzt werden,
    und gibt zu, dass "Genozid-Handlungen begangen wurden."
    ¿ Mitte Mai 1994: Das Internationale Rote Kreuz nimmt an, dass 500.000 Ruander getötet worden sind.
    ¿ 22. Juni 1994: Noch immer sind keine UN-Truppen nach Ruanda entsandt worden. Deswegen verfügt der
    Sicherheitsrat, dass französische Truppen eingesetzt werden, um eine "Sicherheitszone" zu schaffen. Dennoch gehen die Massaker an den Tutsi weiter.
    ¿ Mitte Juli 1994: Die Truppen der Tutsi-RPF nehmen Kigali ein und beenden den Völkermord. Innerhalb
    von 100 Tagen wurden fast eine Million Ruander ermordet.

    Als dann der Völkermord zu Ende war wurde Paul Kagame zum Übergangspräsidenten eingesetzt, er war damals der Führer der RPF. Und 2003 wurde er bei der Ersten Wahl die ehrlich zuging zum Präsidenten gewählt. Die UNO hat dann in Ruanda das Kriegsverbrechertribunal abgehalten wo sich viele verantworten mussten. 80.000 am Genozid beteiligte Menschen wurden ausfindig gemacht und zur Verantwortung gestellt. Doch leider ist heute noch immer Ruanda nicht im Frieden sondern im Krieg, gegen den Kongo, innerhalb der Grenzen gegen Korruption. Und es gibt hier weniger Einwohner als vor 1994 und mehr arme Leute als sonst wo in Mittel und Südafrika.

    Noch immer sind die Hälfte der Ruanda Einwohner Aidskrank, Katholiken und mehr als 70 % sind Analphabeten. Die meisten Arbeiter arbeiten in der Landwirtschaft, mehr als zwei Drittel leben an der Armutsgrenze und 30 % sind arbeitslos.

    Hintergründe zum Dreh:

    Regisseur Terry George erzählt das Drehbuchautor Keir Pearson und der Hauptdarsteller der echten Geschichte Paul Rusesabagina, der bald den Spitznamen Schindler Afrikas bekam, zusammen saßen. Es hat viele Gefühlsausbrüche gegeben als Paul die wahre Geschichte erzählte wie er sie erlebte, er lebt heute übrigens in Belgien. Und bis sie anfingen zu drehen, in Johannisburg, da verging noch viel Zeit.

    Als Location wurden Townships bei Johannisburg gewählt, Alexandra und Tembisi. Und ich finde das diese Drehorte sehr gut gepasst haben, auch wenn sie nicht in Ruanda selbst waren, das ja heute noch immer einigermaßen gefährlich ist. Ein so wunderschönes Land und so viel Krieg, man kann sich das als Außenstehender nicht vorstellen, noch weniger als damals bekannt wurde, das da bald ein Völkermord passiert und

  • Erschütternd
    Ein wahrhaft erschütternder Film!!! Aber der Kameramann hat recht. Wir sagen: "Oh Gott, wie schrecklich!", gefolgt von: "Könntest du mir bitte die Butter reichen?". Und dann gehen wir hin und wählen Leute an die Spitze unserer reichen Staaten, die sich um alles kümmern, nur nicht um das, was wirklich wesentlich ist im Leben. Aber wir wollen es so, weil wir selber alle innerlich schon so gut wie tot sind. In der U-Bahn sitzen mindestens 50% menschliche Roboter, in der einen Hand das Handy, in der anderen eine Zigarette. Aber daß diese Tatsache etwas mit diesem Film bzw. den darin beschriebenen Ereignissen zu tun hat, kapieren die wenigsten. Zum Heulen!!!

  • Das wahre Leben...
    Nationalismus, Patriotismus und Xenophobie sind die Geisseln des 20. und 21. Jahrhunderts - das ist eine der Lehren, die aus diesem Film gezogen werden können. Teil der falschen Volksgruppe zu sein, kostete das Leben - das grausam mit der Machete genommen wurde. Der Film gewährt Einblicke in die Ereignisse rund um den Bürgerkrieg in Ruanda - die Bilder sind erschreckend und das ist gut so, weil sich die Informationen über diesen Genozid Anfang der 90er Jahre in der lapidaren Meldung "Unruhen in Ruanda" erschöpft haben und durch diesen Film das wahre Ausmaß dieser Verbrechen auch hier deutlich wird. Und obwohl Organisationen wie die UN oder die EU oder die großen Supermächte sicher wußten, was für ein Wahnsinn sich in diesem Land abspielt wurden die Menschen dort ihrem Schicksal überlassen, nachdem alle Nicht-Afrikaner aus dem Land geholt wurden.

    Umsomehr steigt die Bewunderung für Paul Rusesabagina, dessen Wunsch und Wille seine Familie, seine Nachbarn und viele weitere Flüchtlinge vor den Horden der Hutus zu retten - und das, obwohl auch er ein Hutu, keine Angst vor den marodierenden Massen zu haben hätte brauchen. Mit großem Einsatz und ohne an sich selbst zu denken hat er alle Hebel in Bewegung gesetzt, die ihm Anvertrauten zu schützen, zu ernähren und schließlich außer Landes zu bringen. In einem Massaker an 1 Mio. Menschen konnte er damit 1300 Seelen retten. Das Kino verläßt man mit der unausgesprochenen Frage ... hätte ich das auch gekonnt?

    Die Geschichte ist eindrucksvoll und berührend erzählt, man fühlt sich an den Schauplatz versetzt und riecht die Angst, die dort geherrscht haben muss; die Besetzung des Filmes ist erstklassig, Don Cheadle als Paul Rusesabagina sicher ideal und Sophie Okonedo als seine Frau Tatiana sehr glaubwürdig, in Nebenrollen Größen wie Joaquin Phoenex, Nick Nolte und Jean Reno. Unbedingt ansehen!