In einer besseren Welt

 DK 2010

Haevnen

Drama 01.07.2011 117 min.
7.70
In einer besseren Welt

Nach ihrer Hollywood-Produktion "Things we lost in the Fire" stellt die dänische Erfolgsregisseurin Susanne Bier erneut ihr Fingerspitzengefühl unter Beweis, die unterschiedlichen Facetten im Umgang miteinander zu beleuchten.

Anton lebt den Spagat zwischen zwei Welten: Mehrere Monate im Jahr rettet er als idealistischer Arzt in einem afrikanischen Flüchtlingscamp Menschenleben. Zuhause, in der Idylle der dänischen Provinz, muss er sich als engagierter Vater und Ehemann den Herausforderungen des Familienalltags stellen. Seine Ehe mit der Ärztin Marianne steht kurz vor dem Aus, als die innige Freundschaft seines Sohns Elias zu seinem einsamen Schulkameraden Christian eine lebensgefährliche Wendung nimmt und Anton vor die Frage stellt: Wie stark sind sein Glaube an die Gerechtigkeit und der Wunsch, seine Haltung zu bewahren?

Details

Mikael Persbrandt, Ulrich Thomsen, Trine Dyrholm u.a.
Susanne Bier
Johan Söderqvist
Morten Søborg
Susanne Bier Anders Thomas Jensen
Universum

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Held oder Weichei
    Wenn jeder so wäre wie Anton (Mikael Persbrandt, der ewige Assistent von Kommissar Beck) der Arzt ‘ohne Grenzen‘ in Afrika, würden wir in einer besseren Welt – vielleicht sogar im ‘Himmel‘ (Titel!) leben. Susanne Bier erzählt eine Geschichte voller Parallelen über Gewalt. Das Potential bei den Jungs und Vätern ist das gleiche: drangsalieren und drangsaliert werden. Dabei gibt es einen Ehrenkodex: bloß nicht das Gesicht verlieren. Die Kids, Christian und Elias, sind ein Spiegelbild der Erwachsenen. Nur Anton ist für völlige Gewaltfreiheit, weil er in Afrika täglich damit konfrontiert wird. Dabei ist er weißgott kein Weichei. In Afrika stellt sich für ihn ein zusätzliches Problem: einem Warlord und Massenmörder das Leben zu retten. Heilen oder richten?! Für die Buben ist er kein Held. Die basteln aus Rache für die Demütigung Antons eine Bombe mit fatalen Folgen. Es trifft wie immer Unschuldige.
    Auch die Ausgangssituation ist gut gewählt: Christians Mutter ist tot, er gibt die Schuld seinem Vater. Die Eltern von Elias Anton und Marianne (Trine Dyrholm) leben getrennt. Wohl eher aus beruflichen Gründen. Hier greifen aus der Sicht des Umfeldes (Lehrer) die Klischees– liegen aber eigentlich voll daneben.
    Wie dies alles mit Einsichten und Erkenntnissen zu einem ‘guten‘ Ende gebracht wird, wird überzeugend dargestellt. Die kurzen Emotionsausbrüche tun der Lösung keinen Abbruch, vertiefen nur die Anschaulichkeit. Ein ergreifendes Drama mit Niveau und einem guten Ausgang.

  • Unbedingt sehenswert!
    Ich möchte diesen Film allen Kino-Freund/inn/en sehr ans Herz legen! Die Geschichte ist absolut erzählenswert - und sie wird uns in phantastischen Bildern von wirklich guten Schauspieler/inne/n erzählt. Die Regisseurin wagt sich an Themen wie Gewalt, Zorn, Mut, Toleranz, Schmerz, Rache, Vertrauen und Liebe heran - und sie tut dies in zwei Gesellschaften (jener des Sudans und der Provinz Darfour und jener in der sogenannten westlichen, zivilisierten Welt) und ohne dabei pathetisch zu werden. Der Film berührt und begeistert und unterhält und regt zum nachdenken und diskutieren an.