In the Bedroom - Wenn eine Familie zerbricht

 USA 2001

In the Bedroom

Drama 03.05.2002 130 min.
7.50
In the Bedroom - Wenn eine Familie zerbricht

Ein College-Schüler verliebt sich in eine junge, geschiedene Mutter mit einem gewalttätigen Ex-Mann.

College-Student Frank Fowler (Nick Stahbpverbringt die Sommerferien zu Hause, einer kleinen Stadt in Neu-England. Seine Eltern (Tom Wilkinson und Sissi Spacek) sind glücklich, ihn bei sich zu haben, machen sich aber auch Sorgen: Frank hat sich in Natalie (Marisa Tomei) verliebt, eine Frau mit zwei Kindern, die eben dabei ist, sich von ihrem Ehemann Richard (William Mapother) scheiden zu lassen. Immer wieder kommt es zwischen dem Noch-Ehepaar zu unschönen Szenen, und den jungen Mann an Natalies Seite kann Richard schon gar nicht ausstehen. Bei einem überraschenden Aufeinandertreffen kommt zu einem Streit zwischen Richard und Frank. Es fällt ein Schuss und Frank bricht tödlich getroffen zusammen.

Die Tragödie bringt Franks Eltern in eine ungeahnte Krise, die bislang nie diskutierte Konflikte ans Tageslicht bringt. Sie verarbeiten ihre Trauer auf unterschiedliche Weise, ohne sich gegenseitig Unterstützung zukommen zu lassen. Und eines Tages passiert ein neues Unglück...

Details

Tom Wilkinson, Sissy Spacek, Nick Stahl, Marisa Tomei, William Mapother, William Wise, Celia Weston, Karen Allen u.a.
Todd Field
Thomas Newman
Antonio Calvache
Robert Festinger, Todd Field
UIP

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Vaters Rache
    Eine großartige Ensemble-Leistung vor einem wunderschönen Ambiente. Es beginnt mit einer Familienidylle und endet in einem Rachedrama. Anfang und Ende spielen im ‘Schlafzimmer‘. Dazwischen liegt die Ermordung des geliebten Sohnes Frank (Nick Stahl), der ein Verhältnis mit einer Mutter von zwei Kindern hat. Das wird ihm zum Verhängnis.
    Viel Wert wird hier auf die Trauerarbeit der Eltern gelegt. Vater Matt (Tom Wilkinson) macht es anders als seine Frau Ruth (Sissy Spacek). Sie macht die Freundin für den Tod verantwortlich. Vor lauter Verbitterung bleibt die Liebe zu Matt dabei auf der Strecke. Der Dialog zwischen Matt und Ruth hat psychologischen Tiefgang. Ihre Freunde sind aber eine echte Hilfe. Sie bringen Verständnis auf, bieten Ablenkung an und zeigen echte Anteilnahme. Selbst ein Gespräch mit dem Pfarrer ist nicht sinnlos.
    Gedanken kreisen ums Vergeben, vergessen können es die Eltern ohnehin nicht. Wenn dann noch die Mühlen des Gesetzes sich an die Bestimmungen halten, ergreift Vater Matt eine ‘amerikanische Initiative‘ Es wird etwas spannend, weil man nicht genau weiß, was Matt vorhat.. Das ist zwar emotional nachvollziehbar, aber keine echte Lösung.
    Das mag erschrecken und kann für Diskussionsstoff sorgen, während die Kamera über der schlafenden Stadt kreisend sich verabschiedet. Nicht schlecht.

  • eh ganz nett
    In the Bedroom


    Neu England, 2001, FRANK FOWLER ( Nick Stahl ) ist am College, er geht dort zur Schule, und es sind gerade Sommerferien. Da ist es ja ganz klar, das er seine Genetoerzeuger, besucht, und als Hummerfänger ein bisschen Kleinknete dazuverdienen will. Macht er auch recht gut. Das einzige was ihn stört an dem Sommer sind ein oder zwei Dinge. Seine Freundin, die er liebt, NATALIE STROUT ( Marisa Tomei ), ist noch verheiratet, und hat 2 Kinder die er zwar liebt, aber er sind nicht seine eigenen. Dann ist da noch die Mutter RUTH FOWLER ( Sissy Spacek ) die wie eine Glucke dauernd um Ihren Liebsten Schützling besorgt ist. Sie will natürlich von der Sommer Romanze nichts wissen, da sie weiß, das so eine Dreierbeziehung nicht gut gehen kann. Sicher NATALIE hat sich längst gegen Ihren streitsüchtigen, leicht verrückten, und eifersüchtigen Mann RICHARD STROUT entschieden, der mit seiner Familie ein großes Unternehmen führt, aber der will natürlich nicht so klein beigeben, und taucht einfach so unvermutet, nachdem sie mit ihm Schluß gemacht hat, einfach auf, auf ner Party, und will mit seinem Freund FRANK ein paar schöne Sekunden, aber mit NATALIE noch eine 2. Schöne Chance verbringen. Das geht nicht so leicht, ist auch nicht nur FRANK dagegen. Sein Vater MATT FOWLER ( Tom
    Wilkinson ) ist hinter seinem Sohn, und nicht nur weil er Arzt ist, sondern ein treusorgender verständnisvoller Vater, hat er das Vertrauen von FRANK längst gewonnen, während RUTH sich ärgert, das er nicht Ihren Ratschlägen folgt, und sich von seiner Mutter zurückzieht. Eines Tages kommt es zu einer schlimmen Situation. JOSH der Sohn von NAT ruft bei FRANK an, da RICHARD zu Hause ist, und herumwütet. Er hat das halbe Haus kurz und klein geschlagen, und das war sicher nicht das Erste Mal. RICHARD weiß ja wer seine Frau vögelt, und taucht kurz danach wieder auf, als FRANK da ist, und mit NAT reden will. Es kommt zu einem Showdown und FRANK landet blutüberstürzt am Boden und ist tot. NAT stürzt runter, und kann nur mehr die Polizei rufen, und den Schock überwinden. Es kommt zu einer Gerichtsverhandlung, aber die läuft irgendwie nicht so wie sie laufen soll. Die Mühlen der Gerechtigkeit mahlen nicht nur langsam, sondern auch etwas falsch geölt, und so ist RUTH und MATT, einst ein so schönes Paar, bald ein Hasserfülltes Konglomerat von Löwenzahn, dessen Liebe zueinander wie die Pollen im Wind davontreiben. Aber das war nicht alles, es kommt alles ganz anders als man glaubt und da ist es selbst nicht so wie man es sich denkt, wie es kommen könnte, da die ganze Geschichte sich so anders entwickelt, wie man nie in sie hineinschauen kann, und so nimmt was seinen Lauf, was für viele nicht so wäre, wie für andere.
    Das ganze ist ein richtiger gut gemachter Seelenstrip. Er dauert 125 Min. und meiner Meinung nach ist der Film um 20 Min. oder so zu lange. Er hat auch nicht das nötige Spannungsniveau was ein ¿ Spurlos ¿ oder ein
    ¿ Der Feind in meinem Bett ¿ damals hatte. Im Original hat der Film um 10 Min. länger gedauert, und mich würde interessieren welche Szenen da rausgeschnitten wurden. Für 5 Oscars ist er nominiert worden, und gleich eines vorweg, er hat sich die 5 Oscars natürlich nicht so sehr verdient, wie andere Filme. Er hat Ähnlichkeiten mit ¿ Das Fest ¿ und ¿ Das Zimmer meines Sohnes ¿ und ist eher wohl ein Glanzausnahmestück für richtige Cineasten, und solche die noch solche Spaßvögel werden wollen. Die Verwandlung von einer guten Mutter in eine Furie hat Sissy wirklich hervorragend gespielt, allerdings ist sie viel zu selten im Bild gewesen, und man hätte sich mehr von der treusorgenden Glucke gewünscht. Ein ehemaliges wirklich gut gehendes Familienleben wird durch einen kleinen Fehler eines Menschen zerstört, und man beginnt sich wirklich zu denken, wie arg es sein kann, wenn ein Mann eifersüchtig ist. Es passieren doch jeden Tag solche Schlimmen S

  • Furchtbar!!!
    Ich habe vor zwei Wochen den Film in der Sneak gesehen... und werde jetzt wieder länger nicht hingehn! Denn die mehr als zwei Stunden waren absolut lähmend und dann kommt man aus dem Saal und sieht das Plakat für In The Bedroom: Nominiert für 5(!) Oscars- ha!!! Erwähnen sollte man allerdings fairerweise daß 4 davon in Schauspielerkategorien sind (die waren wirklich gut!) der 5. fürs beste Drehbuch... lächerlich!
    Die wirklich guten schauspielerischen Leistungen konnten den Film aber auch nicht retten der nicht nur eine fade 0815-Story hat sondern teilweise sogar unfreiwillig komisch ist! Man sitzt im Kino und wartet 2 Stunden darauf daß irgendwas passiert, aber es kommt einfach nix- ausser Sissy Spacek in Großaufnahme wie sie rauchend vorm Fernseher sitzt und sich Kochsendungen anschaut und dreinschaut als ob ihre Lieblingsunterhose in der Wäsche eingegangen ist. Und das gleich mehrere paralysierende Minuten lang... nur um von der nächsten ähnlichen lähmenden Szene abgelöst zu werden! Der Film ist besser geeignet zur Heilung von Schlafstörungen aber keinen Cent an der Kinokassa wert! Am Schluß ging ein lautes Aufatmen durch den Saal und alle klatschten, nicht aber weil der Film etwa so gut wäre, sondern weil er ENDLICH!!! aus war!

  • Herrausragend!!
    Das war mal wieder ein typischer Film zum Reinkippen, oder auch nicht. Wenn ich mir die vorangehenden Kommentare so ansehe scheint das nur Wenigen gelungen zu sein. Ich für meinen Teil bin hellauf begeistert von "in the Bedroom". Selten erst habe ich eine so feinfühlige, glaubwürdige und detailverliebte Darstellung von zwischenmenschlichen Beziehungen und individuellen Leidens/Bewältigungswegen im Kino erleben dürfen. Stille und Langsamkeit ist nicht jedermanns Sache. Bei einigen Filmen wirkt sie öde und manchmal dient sie gar nur dem Selbstzweck. Bei diesem Streifen entsteht durch die leise Inszenierung eine unglaubliche (An)Spannung, die die Protagonisten selbst zu quälen scheint. Insofern fand ich die zahlreichen kurzen Zwischensequenzen ohne nennenswerte Vorkommnisse und abgeschlossen von einer einfachen Ausblendung (von Publikum im Saal stets mit gelangweilten Raunen begleitet) unglaublich stimmig und intensiv. Man konnte sich (wenn man wollte) richtiggehend in die depressive Trostloigkeit und das verzweifelte Bemühen der Fowlers hineinversetzen, das Geschehene aufzuarbeiten und wieder zum Alltag zurückzukehren. Zugegebenermaßen starker Tobak für ein Sneak. Ich verstehe, daß es so manchem unangenehm sein kann, mit einer solchen Thematik konfrontiert zu werden. Wer allerdings eine ähnliche Situation selbst erlebt bzw. miterlebt hat oder sich entsprechend hineinzuversetzen vermag, kann nicht von der Hand weisen, wie wertvoll "in the bedroom" ist.
    Einen zusätzlichen mehrwert verschafft dem Film die herrausragende schauspielerische Performance aller Beteiligen (besonders herrausragend Tom Wilkinson und Sissy Spacek). Da paßt einfach alles!
    Eigentlich eine Schande, wie stiefmütterlich der Film bei diversen Preisverleihungen behandelt wurde. Erst jetzt wird mir eigentlich bewußt, was für eine Farce die diesjährige Oscarverleihung und deren Ausgang eigentlich war, wenn ich mir die erfolgreichen Konkurrenten ansehe. Aber darüber ärgere ich mich eigentlich eh jedes Jahr! ;-)

    Re: Herrausragend!!
    du hast ja so recht. ich geh nur ins kino um dort meine reinkipp übungen zu verrichten, und wenn ich nicht reingekippt bin, dann war das allein mein fehler, denn ich war nicht in form.

  • Das nenn ich einen Film ... hingehen!
    Viel ist passiert in Todd Fields IN THE BEDROOM (nach Andre Dubus Kurzgeschichte KILLINGS). In einer Kleinstadt Maines: Die Familie Fowler ist tödlich getroffenen. Frank (der junge Sohn) liegt unter der Erde. Gekillt - in einer nervenaufreibenden Szene - vom ´Nochehemann´ seiner Geliebten. In einer Gesellschaft, die erwartet, dass alle Wunden schnell verheilen ist kein Platz für offene Tränen oder Gerechtigkeit. Der Mörder rennt weiterhin frei herum. Was folgt sind weitere Verbrechen.

    Sissy Spacek (BADLANDS - wow, CARRIE - wow, und und und) spielt die Mutter Ruth Fowler und Tom Wilkinson (PRIEST, THE FULL MONTY und und und) den Vater Dr. Matt Fowler. In einer Szene (der Ausbruch ist längst fällig) wird es in den Zimmern des ´zerschmetterten´ Heimes lauter als sonst. Matt kommt in die Küche und Ruth macht sich gerade daran das Geschirr zu waschen. (Jetzt wirds Englisch) Er: Something we can talk about; Sie: Talk ... Who? Us? What if somebody walked in ... they would think they are in the wrong house; Er: Do you wanna talk or not; Sie: Oh ... you mean about our dead son ... das sitzt, geht weiter und erschüttert! (Wie alles an diesem überraschenden Filmhighlight.) Das Haus der Fowlers ist das stille Schlachtfeld zweier sich immer fremder werdender, gebrochener Menschen geworden, ein Ort des ´Schweigens und gegenseitigen Schmerz zufügens´ ... und doch kann einer nicht ohne den anderen.

    IN THE BEDROOM markiert einen Höhepunkt für alle beteiligten Schauspieler. Keine Frage: Es sind Spacek und Wilkinson die man im Visier behält, weil ihr pures und ehrliches Spiel einen umklammert und nicht mehr loslässt. Aber man darf sich echt auch über Marisa Tomeis sensiblen und berührenden Auftritt freuen. Sie spielt die erwachsene Frau in die sich der jugendliche Sohn (Frank) von Ruth und Matt verliebt. Frank sagt es sei nur eine Sommerromanze. Ruth bleibt skeptisch (I like her, but ...). Matt freut sich für seinen Sohn und mag (!) die attraktive Freundin seines Sohnes. Alles Dinge die man sich später durch Schuldzuweisungen an den Kopf werfen wird.

    Ich meine: IN THE BEDROOM darf und soll man nicht versäumen! 10/10

    Re: Das nenn ich einen Film ... hingehen!
    also wenn Alex und ich mal einen Film gleichzeitig gut finden :-), dann muss er doch allerhand richtig gemacht haben. die von dir beschriebene Szene war einer der Highlights des Films, stimmt, aber noch besser hat mir jene Szene gefallen als der Vater in das verlassene Zimmer des Sohnes geht und dort in Tränen ausbricht. Das hatte schon irgend etwas von "Das Zimmer meines Sohnes".
    Die erste halbe Stunde bin ich ehrlicherweise beinahe eingeschlafen, aber nach dem Mord entwickelte sich das ganze zu einem aufwühlendem Drama das mir zwar sehr gut gefallen hat, ich aber verstehen kann, wenn jemand damit nichts anzufangen weiß (erwarte mir das selbe Verständnis wie immer auch für mich, wenn ich einen "hochgepriesenen Film" nicht mag). Faszinierend, dass der Film bis auf drei Szenen komplett auf Filmmusik verzichtet hat und mit Diaolgen und Blicken zu punkten weiß. Sissy Spacek fand ich in der Darstellerriege noch am schwächsten, viel besser waren da schon Tom Wilkinson und Marisa Tomei, deren Rolle leider viel zu schnell in der Versenkung verschwindet.
    Das Ende gibt sehr viel Raum für die eigene Interpretation. Sind die beiden jetzt glücklich? Können sie das Schicksal gemeinsam überwinden?
    Das einzige was man dieser Sneak vorwerfen kann ist, dass dieser Film in einer Sneak definitiv nichts zu suchen hat. Wer sich solche Filmperlen ansehen will, der macht das sowieso regulär, aber zumindest das Apollo-Publikum ist für so einen Film nicht geschaffen. Nicht etwa das all jene die den Film fad finden einfach aufstehen und gehen - nein, man macht sich eine Hetz daraus all jenen, die den Film packend finden mit intelligenten Kommentaren den Filmspaß zu vermiesen........8/10....Schladi

    Re: Re: Das nenn ich einen Film ... hingehen!
    Also bitte... die Apollo-Sneaker wurden in diesem Jahr schon mit genügend Dramen und "leisen Filmen" konfrontiert. Hat irgendwer gelacht bei "A beautiful mind", bei "The shipping news" oder bei "Iris"? Nein, weil diese Filme nicht lächerlich waren. Hat sich irgendwer während dieser Filme übers Wetter unterhalten? Nein, weil die Stories interessant waren. "In the bedroom" hätte nicht mal mehr eine Alien-Invasion oder ein Atomkrieg gerettet, obwohl das Publikum 100 Minuten lang für irgendetwas Unvorhersehbares gebetet hat.

    @Alex: Kritiken solltest Du das nächste Mal mit einer Spoiler-Warnung versehen, bevor Du die 3 wichtigsten Szenen eines Films vorwegnimmst.

    Re: Das nenn ich einen Film ... hingehen!
    Nichts liegt mir ferner, als die seriöse Meinung zu einem Film anzuzweifeln - aber irgendwie gewinn ich bei Deiner überschwenglichen und enthusiastischen Kritik (das ist jetzt NICHT ironisch gemeint!)beinahe den Eindruck, wir haben zwei komplett unterschiedliche Filme gesehen. Aber - wie ich schon mal an anderer Stelle anmerkte - es bleibt jedem einzelnen überlassen, wieviel er für sich persönlich aus einem Film rausholt und bin beinahe neidisch, denn für mich war der gestrige Abend einzig und allein verlorene Zeit.

    Re: Das nenn ich einen Film ... hingehen!
    Nur bloß nicht hingehen, wenn man in irgendeiner Form unterhalten oder inspiriert werden will. Dass "langsame Filme" auch absolut fesselnd sein können, zeigten zB. die Coen-Brüder mit "The man who wasn't there" oder Jim Jarmusch in ca. jedem seiner Filme. Mit guter Kamera, genialer Beleuchtung, interessanten Charakteren, origineller Regie und intelligentem Drehbuch bekommt man das auch hin. "In the bedroom" glänzt jedoch ausschließlich durch Abwesenheit aller dieser Anforderungen.

    Re: Re: Das nenn ich einen Film ... hingehen!
    Geh komm ... (IN THE BEDROOM hat kein intelligentes Drehbuch - hast Du das nur so geschrieben, oder ernst gemeint?) .... Ich liebe die Coens und Jim Jarmusch ... aber die stehen ja für ein total anderes Kino. Komisch verfremdete Orte und Geschichten, stoisch überzeichnete Charaktere: Hat alles überhaupt nichts mit dem sensationellen Drama IN THE BEDROOM zu tun! Sehr unpassender Vergleich, finde ich. Freilich, da hast Du schon recht, wenn sich jemand bei IN THE BEDROOM einen Jim Jarmusch Film erwartet (Wie auch immer man auf diese Idee kommen mag!?), der ist hier natürlich völlig falsch und wird so ziemlich alles übersehen, was IN THE BEDROOM so wertvoll macht!

  • offene Fragen
    der hat echt 135 Minuten gedauert? kam mir wie eine halbe Stunde vor, das Nickerchen. Leider störten manchmal doch unerwartet plötzliche Geräusche meine sanfte Ruhe. Wie wird man da je in den Tiefschlaf kommen?

  • Ich esse meine Suppe nicht
    1998 trafen sich ein Regisseur und ein Drehbuchautor in einem Pub in Arizona und ersannen einen gemeinsamen, großen Traum, eine gewaltige Vision: Wir wollen Millionen Menschen da draußen 135 Minuten zu Tode langweilen. Also suchten, fanden und erfanden sie die langweiligste Geschichte der Erde (der Plot ist nicht zufällig nur einen Satz lang), dazu den abartig langweiligsten Schnitt (Blende nach Schwarz, 10 Sekunden Pause, Blende auf), die langweiligsten Schauspieler der Erde, die die langweiligsten Dialoge sprechen("Hallo.", "Hallo.", "Was isst Du denn?", "Ich esse Suppe.", "Aha, schönen Tag noch.", "Schönen Tag noch."), die langweiligste Kamera (mit einer einzigen alternativen, besonders langweiligen, und dadurch unfreiwillig komischen Nahaufnahme-Einstellung), steckten das ganze in die langweiligste Umgebung der Erde... und die Vision der ultimativen Belanglosigkeit wurde endlich Wirklichkeit und ist ihnen in jeder Beziehung gelungen.

    Re: Ich esse meine Suppe nicht
    Hmmm.... Wie ich deinen Beispieldialog aus dem Film gelesen habe ist mir sofort ein Name eingefallen: Don de Lillo, ein amerikanischer Autor mit einer wachsenden Fangemeinde und der Liebling der Kritiker in aller Welt. Als ich endlich mal ein Buch von ihm zu fassen bekam ("Körperzeit") war ich zutiefst enttäuscht. Die Sprache war (für mich) so unglaublich banal und gähnend langweilig, daß diese ca. 150 Seiten zur Qual wurden.
    Genau dieses Buch borgte ich danach einem Freund und bei diesem war es genau umgekehrt: er liebte den Sprachstil und sprach von Unverfälschtheit, Unmittelbarkeit, Authentizität uä!

    Ich glaube ernsthaft, daß sich de Lillos Bücher und In the Bedroom diesbezüglich gut vergleichen lassen....

  • Eine Handvoll guter Schauspieler machen noch lang keinen guten Film aus...
    Zunächst Riesenfreude, als ich in den ersten Einstellungen Marisa Tomei erkannte und wußte, es kann sich nur um "In the Bedroom" handeln - einen Film, den ich nicht in der Sneak erwartet hatte. Die erste halbe Stunde verspricht einiges (gut gezeichnete Charaktere, subtile Komik) - aber sobald Natalie und Frank von der Bildfläche verschwunden sind, verheddert sich die Möchte-Gern-Charakterstudie in ein blasses, langatmiges "Ich spiele Gott-Drama". Ausufernde Symbolik wechselt mit seltsam anmutenden Bildschnitten (wo kurz die Hoffnung aufkommt, daß es vielleicht schon aus ist und man daheim weiterschlafen kann....)Alles in allem eine ziemliche Enttäuschung und selbst eine großartige Sissy Spacek vermag diese zahlreichen Schwachstellen nicht zu kompensieren.