In the Shadow of the Light

 NL/USA 2007
Independent, Dokumentation 93 min.
film.at poster

«Man verwendet oft den Begriff Dokumentation, wenn jemand einen Film über ein bestimmtes Thema mit der Absicht macht, etwas zu enthüllen, alles zu erzählen, was von Bedeutung ist. Es ist eine Art von Film, die ich hasse.» Das meint der große Filmemacher Jonas Mekas irgendwann in der Mitte dieses Films, der eher als Dokument denn als Dokumentation zu beschreiben wäre. Mekas, mittlerweile 85-jähriger Leiter der Anthology Film Archives, geht durch die Gänge seines Archivs und empfängt Besucher in seinem Zimmer. Um ihn herum geht der Alltag weiter: Ein junger italienischer Student kommt, um über die Filmarbeiten von Harry Smith zu forschen. Zwei Kuratoren bereiten eine Hommage für Joseph Cornell vor. Filme werden gezeigt und gesichtet, Tage und Nächte vergehen, Besucher kommen und gehen. Alte Freunde schauen vorbei, trinken ein Glas Wein und rezitieren auch schon mal ein Gedicht. In the Shadow of the Light ist ein Film über die Liebe zum Laufbild und zu jenen kleinen, zerbrechlichen und vor allem unabhängigen Arbeiten, welche die Anthology Film Archives sammeln und bewahren. Eine Arbeit, die Jonas Mekas personifiziert. Jonas Mekas gibt in In the Shadow of the Light einige der schönsten Antworten auf die Frage, welchen Sinn Filme auch heute noch haben: «Die Menschen sind schlecht. Menschen bringen sich um. Das Kino ist gut. Es ist so ... unschuldig. Wir sind nicht dazu da, dem Menschen zu helfen. Wir sind dazu da, dem Kino zu helfen. Beim Avantgardekino geht es nicht um Opposition, zum Mainstream oder anderen Dingen. Es geht um das besessene Verfolgen von Visionen und Ideen. Um Leidenschaft und Intensität.» Oder, um es mit einem Filmtitel von Mekas selbst zu sagen: Occasional Glimpses of Beauty. (Volker Hummel)

(Text: Viennale 2007)

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Jonas Mekas
Sarah Payton / Chris Teerink
Sarah Payton, Chris Teerink

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