Intimidades de Shakespeare y Víctor Hugo (Shakespeare and Victor Hugo's Intimacies)

 Mexiko 2008
Independent, Dokumentation 83 min.
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Es könnte eine Geschichte von Gabriel García Márquez sein, der sich, seinen eigenen Aussagen zufolge, auch immer nur von der ihn umgebenden Welt inspirieren hat lassen: In ihrem ersten langen, vielfach prämierten Film erzählt Yulene Olaizola von der außergewöhnlichen Freundschaft zwischen ihrer Großmutter, Rosa Elena Carbajal, und Jorge Riosse, einem jungen talentierten Mann, der sich in ihrem Gästehaus an der Ecke zwischen «Shakespeare»- und «Victor Hugo»-Straße in Mexico City einmietete. Jorge erwies sich bald als Mann voller Fähigkeiten: Er malte, komponierte und sang, sprühte vor Kreativität, wurde bald zum nahen Vertrauten von Rosa, die ihrerseits als Nebendarstellerin in mexikanischen Filmen große Affinität zur Kunst hatte. Jorge starb einen frühen Tod, als in seinem Zimmer Feuer ausbrach. In seiner Hinterlassenschaft findet Rosa bald Spuren und Hinweise auf einen furchtbaren Verdacht ... Es könnte vor allem deshalb eine Geschichte von García Márquez sein, weil Yulene Olaizola zu einer dramaturgischen Erzählkunst findet, die völlig vergessen macht, dass Intimidades de Shakespeare y Víctor Hugo ein Dokumentarfilm ist. Ohne eine einzige inszenierte Szene entwickelt sich der Film zu einem Kriminalstück, in dem die schrittweisen Enthüllungen ebenso fesseln wie das tabubelastete, zerstörerische Drama um einen Menschen, dessen Geschichte bruchstückhaft in den Erinnerungen Dritter entsteht. Das Rätsel um den Abwesenden trägt den Film, nicht minder aber die sich erinnernden Protagonisten in ihrer Aufrichtigkeit und Verweigerung, ihrem Stolz und ihren Geheimnissen. (Verena Teissl)

(Text: Viennale 2009)

Details

Yulene Olaizola
Emiliano Motta, Emiliano Gonzalez de León
Yulene Olaizola, Rubén Imaz
Yulene Olaizola

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