Iskwaterpangk (Squatterpunk)

 Philippinen 2007
Avantgarde, Dokumentation 80 min.
film.at poster

Squatterpunk zeigt das Leben von Kindern und Jugendlichen in den Slums von Manila. Gefilmt mit Digitalkamera und in Schwarzweiß, unterlegt Regisseur Khavn das «Geschehen» - die Kamera folgt ihren Protagonisten dabei, wie sie versuchen, vom am Strand gesammelten Müll zu überleben - dem Titel entsprechend mit Punkakkorden. Seit wenigen Jahren gehören die Hauptvertreter des neuen, digitalen philippinischen Kinos zu den vom Hubert-Bals-Fund des Filmfestivals Rotterdam geförderten Filmemachern - und brechen als gewaltige und radikale Welle aus dem südostasiatischen Kinoraum auf uns ein. Wie Tsunamis des Erzählkinos spülen sie alle dramaturgischen und kinematografischen Konventionen gnadenlos hinweg, in denen man es sich so schön gemütlich gemacht hatte. Da kann der Plot unzusammenhängend und hermetisch sein wie bei Raya Martin, die Länge maßlos wie bei Lav Diaz, oder die Bilder voll emotioneller Gewalt - wie Khavns schonungsloser Blick auf die sniffenden, sich selbst überlassenen, und dennoch sehr lebensfrohen Slumkinder in Squatterpunk. Achtzig Minuten lang werden in diesem radikalen Werk die Bilder von einem Punkscore begleitet, der sich wie ein «erhebender» Kommentar über die Bilder krasser Wirklichkeit legt. Die Musik setzt sich aus Stücken der hauseigenen Diaz-Khavn-Filmemacher-Band The Brockas zusammen, die sich benannt hat nach dem Altmeister Lino Brocka, der das philippinische Kino ab den 70er Jahren mit seinen allegorischen, tragischen oder episodischen Meisterwerken national und international groß gemacht hat. Eine ähnliche internationale Aufmerksamkeit kommt dem philippinischen Kino jetzt wieder zu. Kaum eine Trias ist so konstant auf den europäischen Festivals vertreten wie Martin, Diaz, Khavn, in deren Filmen es um nicht mehr und nicht weniger als die philippinische Seele und ihre Geschichte geht. (Dunja Bialas)

(Text: Viennale 2007)

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Khavn
Albert Banzon
Khavn

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