Jakarta Disorder

 A 2012
Dokumentation 09.05.2014 88 min.
7.20
Jakarta Disorder

Zwei couragierte Frauen kämpfen für eine echte Teilhabe der verarmten Massen an der neugewonnenen Freiheit Indonesiens.

Im Herzen der Megacity Jakarta sollen über Jahrzehnte gewachsene Slumsiedlungen einem gigantischen Wohnbauprojekt weichen. Für deren Bewohner/innen wird die städtebauliche Entwicklung zur Existenzfrage. Zwei Frauen proben den Widerstand gegen die lokale Gesetzeswillkür. Sie postulieren die Teilhabe an jener Freiheit, die Indonesiens noch junge Demokratie verheißt, der armen Bevölkerungsmehrheit aber bis dato verwehrt worden ist.

Details

Ascan Breuer
Roumen Dimitrov
Victor Jaschke
Ascan Breuer
Stadtkino

Kritiken

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User Kritiken

  • Jakarta Disorder
    Breuer arbeitet seit acht Jahren an diesem Projekt und hat rund 100 Stunden Material aufgenommen, man spürt in der Vielschichtigkeit des Dokumentarfilms die tiefgreifenden Recherchen. Wir sehen eingangs ein großes Modell einer modernen Großstadt, im Herzen der 25-Millionen Metropole Jakarta soll dort, wo jetzt viele Slums stehen eine schönere und saubere Stadt für die Reichen und die Mittelschicht entstehen. Millionen Arme müssten weichen.

    Dagegen wehrt sich die Organiation UPC (Urban Poor Consortiums), an der Spitze hochaktive Aktivistinnen. Wardah Hafidz ist deren Chefkoordinatorin und Oma Dela eine weitere Aktivistin. Sie machen in den Slums mobil gegen brutale Zwangsräumungen, versuchen Politiker vor den Wahlen ihre Forderungen zu unterbreiten und eine schriftliche Unterstützung zu erlangen, vergebens. Erst als aus ihren Reihen ein Bürgermeisterkandidat kommt und auch die Wahlen gewinnt, ändert sich etwas.

    Der Film zeigt die Sinnhaftigkeit politischer Organisation auch für die Ärmsten der Armen, die sich bereits mit dem Leben in den Slums arrangiert haben und keineswegs woanders leben wollen; klar, sauberes Wasser und Strom hätten sie schon gerne; aber die sich gegenseitig helfende Community und das gesellige Leben haben auch Vorteile. Man darf die Armut nicht nur materiell sehen; vielleicht ist ein reicher Alter, der einsam in seinem goldenen Haus dahinvegetiert so betrachtet noch ärmer dran?

    * Präziser Dokumentarfilm über politische Organisation in den Slums von Djakarta und der Kampf gegen die Baulöwen, auch handwerklich überzeugend.

    Stark
    Der Film ist so stark wie seine Portagonistinnen, die sich nicht unterkriegen lassen.

    Radiobeitrag hören:
    https://soundcloud.com/jakarta-disorder/review

    Direct Cinema
    Dieses Mittendrin statt Nur-dabei, also das, was man auch „Direct Cinema“ nennt, ist die große Stärke des packenden Films, in dem nicht Experten, sondern tatsächlich Betroffene reden.

    Weiterlesen:
    http://www.ray-magazin.at/magazin/2014/05/jakarta-disorder

    Wie man Hochhäuser bezwingt
    Der Film verfolgt lieber konkret die Mühsal der Selbstorganisation, als Phrasen über globale Gefälle zu schwingen.

    Weiterlesen:
    http://derstandard.at/1399506955604/Wie-man-Hochhaeuser-bezwingt

    Höchst sehenswert
    Einblicke in eine fremde Welt: Vom Kampf einer Aktivistengruppe gegen die von Immobilienhaien verhängte Schleifung ganzer Slum-Siedlungen in der indonesischen Metropole berichtet dieser höchst sehenswerte Film.

    Widerstand von unten
    Statt einer Elendsästhetisierung in den indonesischen Slums zeigt der Film die langsamen Prozesse der aufkeimenden Zivilgesellschaft in der Megacity mit faszinierenden Protagonistinnen im Zentrum. Wie sich die beiden Frauen tagein tagaus für die Rechte der Außenseiter einsetzen, mit welcher Motivation und Ideen sie vorgehen, fasziniert nachhaltig.

    Weiterlesen:
    http://www.kleinezeitung.at/freizeit/kino/3622348/jakarta-disorder-doku-portraetiert-den-widerstand-unten.story

    Re:Jakarta Disorder
    Weit mehr als eine traurige Elendsstudie: eine Doku, die nicht nur informiert, sondern – und das ist das wirklich Schöne – auch Mut macht, sich eine Stimme zu verschaffen und zu kämpfen. Ein Kampf, den zu sehen es auch in der oftmals demokratiemüden westlichen Welt lohnt. Wie beflügelt die Protagonisten an die Sache herangehen, ist schlichtweg beeindruckend.

    Weiterlesen:
    http://www.wieninternational.at/de/aktuell/kampf-gegen-die-armut-de

    Widerstand ist machbar
    Widerstand ist machbar, Herr Nachbar!

    In seinem einfühlsamen Dokumentarfilm „Jakarta Disorder“ beschreibt Ascan Breuer zivilgesellschaftlichen Widerstand am Beispiel von Slum-Bewohnern am Rande der indonesischen Metropole. Menschen, die sich zäh und gewaltlos dagegen wehren, dass ihre Behausungen teuren Hochhausblöcken weichen sollen...

    mehr: http://orf.at/diagonale/stories/2575513