Schicksal - Kader

 Türkei/Griechenland 2006

Kader

Drama 103 min.
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Zeki Demirkubuz schickt zwei Protagonisten aus seinem zweiten Spielfilm "Innocence" dorthin zurück, wo alles begann: Bekir verliebt sich in Ugur, die aber den kriminellen Zagor liebt, mit dem sie nach einem seiner Gefängnisaufenthalte verschwindet. Bekir fügt sich daraufhin in die Verheiratung mit einer Frau, die seine Familie für ihn ausgesucht hat. Er scheint seine unbändige Liebe zu Ugur im traditionellen Familiengefüge zu begraben.

Als ihn aber die Nachricht erreicht, Ugur sei wieder in der Nachbarschaft, beginnt er erneut mit der Jagd nach "diesem verführerischen Paar Augen". Er streunt durch Nachtclubs, drittklassige Hotels und Opiumhöhlen; er fährt quer durch die Türkei - aber die Geografie spielt keine Rolle, denn seine Obsession ist überall gleich stark auf die eine Frau ausgerichtet.

Details

Vildan Atasever, Ufuk Bayraktar, Müge Ulusoy, Engin Akyürek, Settar Tanrýögen, Ozan Bilen, u.a.
Zeki Demirkubuz
Zeki Demirkubuz

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Die böse Macht
    Bekir jagt sein halbes Leben seiner großen Liebe, Ugur, nach, die sie nicht erwidert. Dazwischen kommt es immer wieder zu machohaften Hahnenkämpfen, um die Frage zu klären: wer ist hier der größte Held oder wer kann wem Schutz gewähren?
    Diese emotionale Welt der Werte, wo Stolz, Loyalität, Unterwerfung und Hingabe äußerst wichtig sind, ist uns Westeuropäern doch recht fremd. Hier werden Meinungsverschiedenheiten mit dem Messer ausgetragen und Unbequeme per Auftragsmord aus dem Weg geräumt.
    Wenn der Titel “Schicksal“ die zentrale Message ist, verheißt dies den davon Betroffenen nichts Gutes. Ein pessimistisches Weltbild tut sich auf.
    Wir sehen Vildan Atasever in einer Doppelrolle: einmal als die wilde Ugur, und dann aber auch als Bekirs ungeliebte Ehefrau. Da drängt sich die Frage im übertragenen Sinne auf: jagt Bekir einem Phantom nach, das er längst zu Hause besitzt?
    Macht uns das Schicksal blind? Werden wir durch seine Macht zu tumben Toren? Hilflos gebeutelt, zu einem freudlosen Dasein verdammt? Ist es uns also vorherbestimmt, ein Leben in trostloser Verzweiflung zu führen? Das würde aber einem der Grundgedanken der amerikanischen Bill of Rights widersprechen: Jeder Mensch hat ein Recht auf Glück.