L' Avocat de la terreur (Terror's Advocate)

 F 2007
Independent, Dokumentation 135 min.
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Jacques Vergès, geboren 1925 in Thailand als Sohn eines Kolonialbeamten und einer Vietnamesin, stieg im Alter von 30 Jahren durch seine Verteidigung der algerischen Bombenattentäterin Djamila Bouhired über Nacht zu einem der meistgehassten Anwälte Frankreichs auf. Seine Karriere ist eine der schillerndsten und widersprüchlichsten im Frankreich der Nachkriegszeit: Aus dem leidenschaftlichen Sympathisanten der nordafrikanischen Unabhängigkeitsbewegung wird ein weltweit gefragter Experte für die gerichtliche Verteidigung von Terroristen und Diktatoren. Kein Anwalt hat in Frankreich mehr Anfeindungen und Fassungslosigkeit erzeugt als Jacques Vergès, der am Ende seiner Karriere sogar die Verteidigung Slobodan Milo?evic s oder zuvor die des «Schlächters von Lyon», Klaus Barbie, übernommen hatte. Der Provokateur aus Leidenschaft entwickelte früh seine eigene kompromisslose Verteidigungsstrategie - die des vollständigen Negierens der Argumentation der Anklageseite, die so genannte «rupture strategy». Kein Betteln um Gnade, keine Haftverkürzungen strebte Vergès an, sondern die totale Konfrontation mit dem Ankläger. Das erklärte Ziel: so viel internationale Aufmerksamkeit auf seinen Fall zu lenken als möglich. Schon einmal, in seinem Porträt über Idi Amin aus dem Jahr 1974, hat sich der Regie-Kosmopolit Schroeder, der Hollywood-Thriller ebenso inszeniert wie französische Autorenfilme, einer zwielichtigen, mit Terror und Leid assoziierten Persönlichkeit der Zeitgeschichte angenähert. Auch diesmal arbeitet er mit den Mitteln der Fiktion - nicht das journalistische Kreuzverhör zum Beweis einer Theorie interessiert ihn, sondern die dramatische Gegenüberstellung des scheinbar Unvereinbaren: die von Liebe und Terrorismus, von unschuldiger Anteilnahme und perversem Kalkül. (Martin Rosefeldt)

(Text: Viennale 2007)

Details

Jacques Vergès
Barbet Schroeder
Jorge Arriagada
Caroline Champetier, Jean-Luc Perréard
Barbet Schroeder

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