Land Of Plenty

 USA/Deutschland 2004

Land of Plenty

Drama 18.02.2005 123 min.
film.at poster

Wim Wenders neue Filmarbeit: Lana, eine junge Idealistin, und ein traumatisierter Vietnam-Veteran treffen im Schmelztiegel Los Angeles aufeinander.

Nichts scheint Lana, die junge Idealistin, und Paul, den traumatisierten Vietnam-Veteranen, zu verbinden - außer der Tatsache, dass sie zufällig verwandt sind. Als sie im Schmelztiegel
Los Angeles aufeinander treffen und aus ganz unterschiedlichen Beweggründen die Aufklärung eines Verbrechens und Antworten auf brennende Fragen suchen, prallen ihre gegensätzlichen Weltanschauungen aufeinander.

Wim Wenders hat einen Film über Amerika gedreht, das Land, das ihn seit vielen Jahren beschäftigt und das er liebt. Eine aktuelle Geschichte um den scharfen Gegensatz zwischen Arm und Reich, die Angst und Paranoia vieler Bürger, den fehlgeleiteten Patriotismus.

Details

Michelle Williams, John Diehl, Shaun Toub, u.a.
Wim Wenders
Franz Lustig
Wim Wenders, Michael Meredith
Tobis Film

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Land im Überfluss
    Wieder ein Geniestreich von Wim Wenders, der hier äußerst subtil eine gedankliche Aussage präzisiert, wie man sie sonst in Zusammenhang mit Nine-Eleven noch nicht formuliert hat. Zwei Lebenslinien treffen sich: der vom Vietnamkrieg traumatisierte Onkel Paul (John Diehl) und die religiös fundamentalistische Nichte Lana (ebenso passend dazu Michelle Williams). Die Ermordung eines Pakistanis in der Schlange vor der Essensausgabe ‘Brot des Lebens‘ nimmt Onkel Paul zum Anlass seine geheimdienstlichen Aktivitäten aufzunehmen. Lana hilft ihm dabei. Im weiteren Verlauf wundert man sich über Onkel Paul, der zunehmend abstrusere Spekulationen anstellt. Er vermutet überall ‘Schläfer‘ und behauptet Amerika und er habe den Vietnamkrieg gewonnen. Er bewegt sich dabei auf einem ebenso schmalen Grat zwischen absurden Mutmaßungen und pseudo-realistischen Fakten wie Nichte Lana, die einerseits sagt ihr Onkel Paul sei nicht ganz dicht, ihn andererseits aber als einzig übrig gebliebenes Familienmitglied mit Respekt behandelt. John Diehl gelingt es, Onkel Paul nicht zum Affen werden zu lassen, sondern zum tragisch traumatisierten Vietnamveteran. Lana findet durch die Briefe ihrer verstorbenen Mutter ein verständnisvolles Verhältnis zu ihr, an dem sie nur wachsen kann.
    Am Ende stehen beide am Ground Zero. Onkel Pauls Albtraum des Krieges ist durch Nine-Eleven wieder aktiviert worden. Lana erzählt ihm zu unserer aller Verwunderung, dass eine allgemeine große Freude geherrscht habe, als die Twin Towers eingestürzt seien. Das waren alle diese Leute, die Amerika so sehr hassen.
    Für den Mord an der Essensausgabe (ironischer Bezug zum Titel!) gibt es natürlich eine einleuchtende Aufklärung. Wenders deutet hier an, welche verhängnisvollen Folgen eine Bluttat haben kann. Es war kein ‘Schläfer‘, der hier aktiv geworden war, sondern übermütige, vollgedröhnte Kids. Da würde auch bei uns der Ruf nach der Todesstrafe wieder laut werden. So gesehen ist der Film auch eine Warnung. Genial.