Leaves Of Grass

 USA 2009
Drama, Komödie, Krimi 100 min.
6.50
Leaves Of Grass

Leaves Of Grass erzählt von zwei ungleichen Brüdern, von Bill, dem aufstrebenden, properen Universitätsprofessor und Brady, dem absteigenden, verkommenen Drogendealer. Wie es der Teufel will, finden sich die beiden in unfreiwilliger Gemeinsamkeit in ihrer ländlichen Heimatstadt in Oklahoma wieder. Ab dann regiert Chaos und Zerstörung von der nachhaltigsten Art. «Leaves Of Grass», schreibt der amerikanische Kritiker Roger Ebert, «ist ein raffiniertes, exzentrisches Meisterstück». Aber der Höhepunkt des Ganzen ist ein grandioser Edward Norton in der unglaublichen Doppelrolle der Zwillingsbrüder Bill und Brady. Einer der lustigsten und verrücktesten Filme im Programm der Viennale.

(Text: Viennale 2010)

Details

Edward Norton, Lucy DeVito, Kent Jude Bernard, Amelia Campbell, Tim Blake Nelson
Tim Blake Nelson
Jeff Danna
Roberto Schaefer
Tim Blake Nelson

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Grashalme
    In den USA kennt jedes Kind die Gedichtsammlung von Walt Whitman ‘Leaves of Grass‘ und die meisten können die eine oder andere Zeile sogar auswendig.
    Hier oszilliert die Handlung 1. zwischen einem Familiendrama mit Love Story, 2. einer Verwechslungskomödie und 3. einem Drogenkrimi. Das ist so clever gemacht, dass bei dieser seltsamen Mischung ein äußerst unterhaltsamer Film rausgekommen ist.
    Ad eins: zwei eineiige Zwillinge von Mutter Kincaid (Susan Sarandon) unterscheiden sich beruflich: Billy ist Professor für Altphilologie und Brady ist Drogenanbauer. Zweimal Edward Norton exzellent! Ihr Verhältnis zu der früher kiffenden Mutter ist problematisch und bietet eine echte Auseinandersetzung. Billy findet Anerkennung bei Janet (Kerry Russell), der Englischlehrerin des Ortes.
    Ad zwei: wie sich die beiden Zwillinge aus der Patsche helfen, ist so pfiffig gemacht, dass selbst der Zuschauer sich manchmal fragt ‘Wer ist jetzt wer?‘ Billy oder Brady?
    Ad drei: urplötzlich wird es amerikanisch blutig. Es gibt Tote. Schulden beim Gangsterboss Rothbaum, der Jude (Richard Dreyfuss).
    Die Dialoge laufen dank der Situation auf witzigem, manchmal sogar anspruchsvollem Niveau: es geht um Heidegger und Plato, und es fallen Begriffe wie ‘Epistemologie‘. Diese gelungene Mischung aus verschiedenen Genres ist sehr unterhaltsam, enthält ernsthafte, aber auch lustige Facetten und findet eine Lösung, die über der engen Kleinkrämerei von Realismus steht. Selten gut.