Les Amours d'Astrée et Céladon

 F/I/E 2007
Romanze, Literaturverfilmung, Independent 109 min.
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Eric Rohmer lässt die Sprache eines Hirten­romans aus dem 17. Jahrhundert auferstehen.

Der Schäfer Céladon liebt die Schäferin Astrée, doch diese fällt auf die Verleumdungen eines Freiers herein und trennt sich von ihrem Geliebten. Dieser stürzt sich verzweifelt in einen Fluss, wird jedoch von Nymphen gerettet. Astrée hält ihn für tot. Céladon hatte geschworen, seiner Angebeteten nicht wieder unter die Augen zu kommen - und muss nun zahlreiche Proben bestehen, um Astrée zurückzugewinnen. Wie Jacques Rivette, der sich in seinem jüngsten Film Ne touchez pas la hache getreu an den Wortlaut von Balzac-Texten hielt, lässt Eric Rohmer die Sprache eines Hirten­romans aus dem 17. Jahrhundert auferstehen, «L'Astrée» von Honoré d'Urfé. Aus der weitverzweigten Handlung der Vorlage hat er allerdings die Liebesgeschichte von Astrée und Céladon herauskristallisiert. Während Rohmer Céladons Zögern und Gewissheit gegenüber einer allmächtigen Liebe ergründet, beobachtet er auch genau das Umfeld seines Helden: die Anhänger der sexuellen Freizügigkeit wie jene, die sich ernsthafter Freundschaften rühmen. Ebenso wie die Romanvorlage, die eine Art arkadisches Freundschaftsparadies beschreibt, zeigt Rohmer die mannigfachen und verwirrenden Gefühle der Menschen: die Ausschließlichkeit der Liebe, Astrées für die ungute Art zu lieben typische Eifersucht - und die falschen Freunde, die insgeheim erotische Interessen verfolgen oder Macht über andere gewinnen wollen. Ab und zu fließt in diese Ode an das Leben eine deutliche Hommage an den Stummfilm ein, wenn etwa die über Astrées Gesicht fliehenden Wolkenschatten an Lillian Gish erinnern. Auf poetische Weise wird bei Rohmer die ursprüngliche Komplexität des Lebens und die einer universellen Heuchelei ausgesetzte Vielfalt der Gefühle versinnbildlicht. In einem großzügigen und zeitlosen Ansatz schenkt uns Rohmer ein sinnlich-leichtes Gedicht, ein Elixier der Jugend. (Olivier Bombarda)

(Text: Viennale 2008)

Details

Andy Gillet (Céladon), Stéphanie Crayencour (Astrée), Cécile Cassel, Mathilde Mosnier, Jocelyn Quivrin
Eric Rohmer
Jean-Louis Valero
Diane Baratier
Eric Rohmer nach dem Roman «L'Astrée» von Honoré d'Urfé

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