Les Gens d'Angkor (The People of Angkor)

 F/Kambodscha 2003
Dokumentation 90 min.
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Les Gens dAngkor, Panhs neueste Arbeit, ist eine Dokumentation ohne die politische Wucht und Eindringlichkeit seiner vorigen Filme, ein leichteres Werk voller Reichtum und feiner Differenzierung. Der Film erzählt von einer Gruppe unterschiedlicher Menschen, die durch den großen Tempel von Angkor miteinander verbunden sind, in und um die Anlagen leben. Dazwischen die seltsame Invasion von Touristen aus aller Welt, die den Tempel besuchen. Wie alle Arbeiten Rithy Panhs, kreist auch dieser Film um Erinnerung, die Ungleichzeitigkeit von Altem und Neuem, den Widerspruch von individueller Biographie und politischer Geschichte, von Mythos und Historie. Wie in einem gewaltigen Puzzle ersteht bei der Restaurierung des Baphuon-Tempels in den Anlagen von Angkor die Geschichte der alten Khmer: vom Mythos der Erschaffung der Welt über beschauliche Alltagsdarstellungen und Lobpreisungen der anmutigen Apsara-Tänzerinnen bis hin zu epischen Schilderungen der großen Schlachten. Das Feingefühl der Arbeiter steht dabei in Kontrast zu den Massen der herumtrampelnden Touristen, die sich vor den Baudenkmälern fotografieren lassen und die obligate Besichtigung der größten historischen Stätte Kambodschas absolvieren. Unter den in Angkor lebenden Menschen ist auch ein junger Straßenhändler, der sich Gedanken um seine Zukunft macht, denn er hat nie eine Schule besucht und kann weder lesen noch schreiben. Einer der Arbeiter war früher Bauer, der sein Stück Land schmerzlich vermisst und sich sogar nach der Schinderei auf dem Acker zurücksehnt. Ein anderer setzt große Hoffnungen auf seinen Kampfhahn namens Zitronensuppe, den er sorgfältig hegt und pflegt. Und im fahlen Morgenlicht sieht man Mönche, die auf den Steinen des eingestürzten, doch noch immer von Göttern bewohnten Tempels meditieren und beten.

(Text: Viennale 2004)

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Rithy Panh
Marc Marder
Prum Mesar
Rithy Panh

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