Let me Die a Woman

 USA 1979
Independent, Dokumentation 72 min.
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Let Me Die a Woman ist sicherlich der beste Sex-Change-Film. Der Sleaze-Gehalt sprengt alles da Gewesene, der Arzt, der uns in die Geheimnisse der Transsexualität einführt, sieht bestenfalls aus wie der abgewrackte Säufer von nebenan. Er präsentiert mit Zeigestock die primären und sekundären Geschlechtsteile seiner Patienten und lässt sie obskure dildoähnliche Gegenstände einführen, die die Tiefe und Flexibilität des neuen Organs demonstrieren sollen. You got the idea. Der Film ist durchweg dokumentarisch mit einigen eingestreuten, relativ belanglosen Spielszenen, die zur Illustration des Off-Kommentars dienen sollen. Eine Transsexuelle, die sich mit Prostitution das Geld für die Operation verdient; ein Mann, der sein überflüssiges Glied mit Hammer und Meißel (!) entfernt; die Folge von verfrühtem Geschlechtsverkehr nach der Operation. Der eigentliche Höhepunkt des Films, die Operation an sich, ist spekulativ und ziemlich eklig, wenngleich kurz. So ist es kaum verwunderlich, dass Doris Wishman es dann doch vorzog, ihren Namen aus der Credit-Liste streichen zu lassen, um dem Ganzen durch das Pseudonym Hygiene Films einen seriöseren Anstrich zu verleihen. Doch den Kenner kann sie nicht täuschen. Ein Glanzlicht am Trash-Himmel. Unbedingt anschauen, wenn sich die Gelegenheit bietet. («Splatting Image») Ob Doris Wishmans Filme bemerkenswert waren, sei dahingestellt. Die Frau selber war es ganz bestimmt. In einer Industrie, die weitgehend von Männern beherrscht wurde, bezog sie hartnäckig Stellung. Auch war ihr Beharren auf dem Sieg des Autodidaktischen ein fester Knuff in die Seite des Establishments. Sie bastelte ihre privaten kleinen Abenteuer bis zum sprichwörtlichen Exitus, und obwohl ihre Filme viele nackte Menschen aufboten, wehrte sie sich immer dagegen, als Sexploitation-Regisseurin benamst zu werden, galten ihre Aufmerksamkeit und ihre Liebe doch immer dem, was unter der nackten Haut zu finden war. (Christian Keßler)

Details

Dr. Leo Wollman, Leslie, Deborah Harten, Lisa Carmelle, Frank Pizzo, Harry Reems
Doris Wishman
Thomas Valentino
Juan Fernandez
Doris Wishman

Kritiken

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