Letter To Jane

 F 1972
Independent, Avantgarde 52 min.
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Welches ist die Rolle des Intellektuellen in der Revolution? Der Film gruppiert historische Bilder aus der Filmgeschichte und dem Weltgeschehen einem damals berühmten Foto von Jane Fonda gegenüber, die damals nach Hanoi gereist war, um sich persönlich ein Bild von den Auswirkungen des Vietnam-Krieges zu machen. Ihre Schlussfolgerung: Die Amerikaner bombardieren die Deiche und die Bevölkerung, begehen sinnlos Verbrechen, und den Krieg haben sie ohnehin schon längst verloren. Zwei Amerikaner in Hanoi. Zwei verschiedene Ansichten. Der erste, Joseph Kraft, ist einer der bekanntesten und umsichtigsten amerikanischen Journalisten. Die andere, die Schauspielerin Jane Fonda, ist eine leidenschaftliche Kämpferin für den Frieden in Vietnam. Joseph Kraft war Anfang Juli für vierzehn Tage in Hanoi. Sein Ziel war, nach verschiedenen diplomatischen und militärischen Initiativen von Präsident Nixon, die Friedenschancen zu taxieren. Seine Schlussfolgerung: eine politische Lösung ist möglich, jedoch wenig wahrscheinlich. Auch Jane Fonda ist für vierzehn Tage in Hanoi gewesen, eingeladen vom Komitee für die Freundschaft mit dem amerikanischen Volk. Ihre Schlussfolgerung: die Amerikaner bombardieren die Deiche und die Bevölkerung. Es ist ein sinnloses Verbrechen, der Krieg ist verloren. Letter To Jane, das ist ein Bild und dazu eine Stimme, oder besser noch, eine Stimme, die ein Bild kommentiert, hinterfragt und analysiert, ein Bild von Jane Fonda in Vietnam, das zu jener Zeit in LExpress veröffentlicht wurde, und seine Legende (im doppelten Sinn des Wortes). Letter To Jane folgte unmittelbar auf Tout va bien und ist das direkte Gegenstück dazu. Godard und Gorin re-kadrieren, entnehmen Details und assoziieren sie mit der Absicht, dieses Bild des Stars, der ein Star bleibt, selbst in Vietnam, wieder hervorzuholen. Betont politisch, bleibt Letter To Jane ein schöner Film, dank seiner reflexiven Kraft und der Widerstandskraft des Bildes. (Thierry Jousse, Cahiers du cinéma, 1990)

(Text: Viennale 2004)

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Jean-Luc Godard, Jean-Pierre Gorin
Jean-Luc Godard, Jean-Pierre Gorin
Jean-Luc Godard, Jean-Pierre Gorin

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