Little Big Man

 USA 1970
Tragikomödie, Western 147 min.
7.70
Little Big Man

Erinnerungen eines weit über hundert Jahre alten Veteranen der Frontier-Kriege.

Western sind, je auf ihre Art, Spielarten der Geschichtsschreibung: erlogene, heroisierende, umgemünzte, bloßlegende und, allen zuvor, zum Mythos erhöhende Historie. "Little Big Man" verfährt genau umgekehrt: als Mottengift gegen das Keimen von Legenden. Filmwerdende Erinnerung eines weit über hundert Jahre alten Veteranen der Frontier-Kriege, weiß, doch aufgewachsen unter Cheyennes, also indianisch denkend mit Resten anglosächsischen Sentiments. Tor und Antiheld, heimatlos, zer- und aufgerieben zwischen Grenzen und Lebensstilen. Penn filtert daraus den Blick des Chronisten. Er lässt die Summe der Mythen (von Wild Bill Hickcock bis Custers Last Stand) in ungetrübt naiver Wie-es-wirklich-war-Manier vorüberziehen und entwirft ein gigantisch lächerliches Tableau amerikanischer Macht-Tollwut, Ignoranz und Zerstörungssucht. (Harry Tomicek)

Details

Dustin Hoffman, Faye Dunaway, Martin Balsam, William Hickey, M. Emmet Walsh u.a.
Arthur Penn
John Hammond
Harry Stradling, Jr
Calder Willingham

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Klassisches Western Epos
    Arthur Penn hat einen grandiosen Western-Klassiker geschaffen und das ist aus mehreren Gründen so. Zum einen spielt er mit den gängigen Klischees des Genres, inklusive den brutalen Grausamkeiten wie wir sie aus vielen Filmen kennen. Dann übertreibt er ein wenig, wodurch der Kern der Dinge freigesetzt und eine einseitige Sichtweise verhindert wird. Das wird unterstützt, indem noch etwas Komik mit beigemischt wird. (-‘Ich habe 3 Ponys und eine Frau.‘ – ‘Ich habe drei Frauen und ein Pony.‘) Und all das zusammen wird durch die außerordentliche schauspielerische Leistung von Dustin Hoffman ins rechte Licht gerückt. Ja, der ‘Kleine Mann‘ ist schon ganz groß! Und als 120 Jähriger einmalig und unvergesslich. Auch die leichten Anlehnungen an historisch Verbürgtes stören nicht, liefern aber Orientierungshilfen. Ob es zutrifft, dass General Custer (Richard Mulligan) ein bornierter, eitler Fatzke war, ist sekundär, erhöht aber den Unterhaltungswert ungemein. Und eine Botschaft gibt es obendrein auch noch: das sind die seherischen Ausführungen von Little Big Mans ‘Großvater‘ (Chief Dan George). Er interpretiert die Lebensgeschichte von LBM als Hin und Her zwischen den beiden Kulturen, betont die gegenseitige Abhängigkeit und erinnert daran, dass die US Regierung den ‘Menschenwesen‘ Land zugeteilt hat, das ihnen gehören soll ‘solange das Gras wächst, der Wind weht und der Himmel blau ist.‘