Lone Star

 USA 1996
Drama, Krimi 135 min.
7.60
Lone Star

Zwei Offiziere suchen in der amerikanischen
Wüste nach Patronenhülsen und finden etwas
anderes: Einen Ring, einen Sheriffstern, einen Totenschädel. Der Sheriff von
Fronteras, Texas, der den Fund betrachtet, macht nicht nur aus
berufsbedingter Routine ein bedenkliches Gesicht. Er ahnt, daß dieser Fall
alte Wunden aufreißen wird. Tiefe Verletzungen, die nur schlecht verheilt
sind. Sheriff Sam Deeds hat recht. Der Tote war einer seiner Vorgänger, ein
Sadist und Korruptionist, der einst spurlos verschwand - angeblich, weil er
aus der Stadt gejagt wurde. Doch jetzt ist klar: Er wurde erschossen.

Der Polizist begibt sich auf Spurensuche in die Vergangenheit. Nur
widerwillig geben die Zeitzeugen Auskunft. Teils, weil sie selbst in den Fall
verstrickt sind, teils, weil sie die dunkle Vergangenheit längst schöngemalt
haben. Rasch läßt der Film den Thriller hinter sich. Ein schillerndes
Beziehungsgeflecht kommt ans Licht. Alle Beteiligten der Geschichte haben
die unliebsamen Kapitel ihrer Biographie dicht verhüllt. Jetzt ist die Zeit der
Offenbarung gekommen. Lone Star ist in jeder Hinsicht ein
außergewöhnlicher Film. Ein Krimi und zugleich ein Psychodrama, das
optisch im Stil eines modernen Western gehalten ist.

Details

Chris Cooper, Elizabeth Peña, Joe Morton, Matthew McConaughey, Kris Kristofferson
John Sayles
Mason Daring
Stuart Dryburgh
John Sayles

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Die Bar zum 'Einsamen Stern'
    Ein Krimi mit rassistischem Hintergrund, eine lebenslange Liebe und die Entzauberung eines allseits beliebten Helden der Stadt. Dieses Handlungsdreieck liegt an der mexikanischen Grenze, wo ein buntes Völkergemisch lebt. Regisseur John Sayles nimmt als Dreh- und Angelpunkt eine Bar gleichen Namens. Hier gehen nur Farbige hin. Und so kommt es, dass auch die Army hier eine Rolle spielt. In geschickten Rückblenden, in denen die Kamera am gleichen Ort einen Schwenk macht, wird in zwei Ebenen erzählt. Dabei gibt es einen steten Wechsel zwischen längeren Dialogen und Szenen in denen es vor Spannung nur so knistert. Die kurzen Auftritte von Kris Kristofferson als korrupter, mordender Cop sind beeindruckend. Daneben agiert Sheriff Deeds (Chris Cooper) als Ordnungshüter, der ohne Ansehen der Person ermittelt, auch in der eigenen Familie. Er gerät in ein komplexes Geflecht sozialer Beziehungen, die aber nicht dramatisiert werden. Selbst als sich herausstellt, dass Sheriff Deeds Jugendliebe Pilar (Elizabeth Pena) seine Halbschwester ist, wagen die beiden händchenhaltend einen Neuanfang, denn der Sheriff ist ohnehin der Meinung, dass die Wahrheit niemandem gefallen würde, und man schlafende Hunde nicht wecken sollte. Darüber kann man anschließend noch trefflich diskutieren. Insgesamt aber bietet der Film anspruchsvolle, spannende Unterhaltung.