Lord of War - Händler des Todes

 USA 2005
Drama, Thriller 17.02.2006 122 min.
7.60
Lord of War - Händler des Todes

Yuri Orlov aus dem New Yorker Stadtteil Little Odessa steigt nach dem Fall des Eisernen Vorhangs zum mächtigsten Waffenschieber der Welt auf.

Der Handel mit Waffen ist ein dreckiges aber lukratives Geschäft. Und Yuri Orlov (NICOLAS CAGE) ist darin der Beste. Nach bescheidenen Anfängen in New Yorks Stadtteil Little Odessa steigt er gemeinsam mit seinem Bruder Vitali (JARED LETO) nach dem Fall des Eisernen Vorhangs zum mächtigsten Waffenschieber der Welt auf. Unmenschliche Diktatoren und legitime Staatsoberhäupter - Yuri versorgt sie alle. Partei ergreift er nicht, so lange die Kasse stimmt. Da heftet sich auf dem Höhepunkt seiner Karriere der Interpol-Agent Jack Valentine (ETHAN HAWKE) an seine Fersen und Ehefrau Ava (BRIDGET MOYNAHAN) stellt ihn vor ein Ultimatum. Yuri will sich für die Familie entscheiden, doch seine Kunden sind ihm unangenehm treu...

Details

Nicholas Cage, Jared Leto, Ethan Hawke, Bridget Moynahan u.a.
Andrew Niccol
Antonio Pinto
Amir M. Mokri
Andrew Niccol
Centfox

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Spannend, wichtig, mutig
    Ein großartiger, stets aktueller Film über den globalen Waffenhandel. Trotz seiner fast zwei Stunden ist er nie langweilig. In überaus anschaulicher realistischer Komplexität wird hier an einem Vertreter der Branche, Yuri Orlov (Nicholas Cage) demonstriert, wie das Geschäft so läuft. Zugegeben der Kapitalismus funktioniert auf diese Weise: Schulden sind für die Geschäfte förderlich. Aber hier kommt noch hinzu, dass es sich um eine todbringende Ware handelt, die hier an skrupellose Killer, die sich Anführer nennen, verhökert wird.
    Auch die familiäre Seite von Yuri wird ausführlich dargestellt: die Eltern (russische Emigranten), sein Bruder Vitaly (Jared Leto), der drogenabhängige Loser der Familie und seine Frau Ava (Bridget Moynahan), die er durch Manipulationen heiratet, die ins Märchenhafte gehen. Und er wird auch nicht mit Brutalität gespart. Hier ist der Diktator André Baptiste (Eamonn Walker) stellvertretend zuständig für Willkür und Mord. Nach mehreren Sackgassen bieten sich immer wieder Fluchtwege an. Hier kommt Interpol mit Jack Valentine (Ethan Hawke) ins Spiel. Er hat ihn schon fast, doch Yuri entkommt eloquent und einfallsreich. Selbst als seine Frau Ava ihren Mann verrät, sein Bruder umkommt, bleibt Yuri auf freiem Fuß und ist unbeeindruckt. Frage ‘ Warum macht er das?‘ – ‘Wenn ich die Waffen nicht verkaufen würde, täten es andere.‘ Das wäre z.B. die Konkurrenz unter Simeon Weisz (Ian Holm) –‘Warum?‘- Antwort ‘Weil ich es einfach kann‘. So einfach ist das. Weisz zahlt mit seinem Leben.
    Der größte Waffenhändler sind die USA und an ihrer Spitze steht der Präsident. Spätestens seit George W. Bushs Präsidentschaft weiß man ja von den Beziehungen zum Konzern Halliburton. Hier kann man inklusive Logistik eine Armee mitsamt Equipment bestellen. Ein wichtiger und auch mutiger Film, in dem auch noch spannende Unterhaltung geboten wird.

  • Schlimm - Teil 1
    Handlung:

    YURI ORLOV (Nicolas Cage) erklärt anfangs im Film das es 550 Millionen Schusswaffen gibt, für jeden 12 Mensch eine, aber wer bewaffnet dann die anderen 11? (Die Kalaschnikows im Film waren echt, denn nachzumachen, das ist zu teuer).

    Der Film beginnt mit einer Off Stimme in Brooklyn der 80 er Jahre des vorigen Jahrhunderts. Sein Bruder VITALI (Jared Leto) macht nach anfänglichem Zögern mit, Waffen zu verkaufen. Die Eltern des emigrierten Russen aus der Ukraine haben ein Restaurant. Als er auf seinen Reisen den Diktator André Baptiste trifft, ein wahres Schwein beginnt sein Reichtum.

    Er lernt in der Zwischenzeit AVA FONTAINE kennen, dealt mit Panama, kriegt statt Geld 6 Kg Kokain, sein Bruder wird süchtig und macht sich davon mit 150 Gramm Kokain, YURI immer reicher, und ein Polizist jagt ihn, JACK VALENTINE (Ethan Hawke).

    Er flüchtet wo er kann, und trifft den größten Waffenhändler für den nahen Osten, SIMON WEISZ (Ian Holm). Sein Onkel bei der russischen Armee hilft ihm, als die Sowjetunion zusammenbricht, und er wird reicher und reicher. Und er bleibt ein gewissenloses Arschloch.

    Infos und Meinung:

    Der Film hat ja kraftvolle und effektive Charaktere, aber das Problem bei dieser 120 Minuten Geschichte ist, das der ständig existierende Zynismus im Film ein bißchen zu makaber wirkt, und so den Popcornverseuchten Kinoabend zu einem nachdenklichen Morgenlatten Theaterbesuch macht.

    Wie immer Spielt Nicolas Cage die Rolle des aufstrebenden Gewissenslosen Waffenhändler sehr gut und echt, aber leider wartet man bei dem Film oft auf unvorhergesehene Wendungen, und bis auf 2 oder 3 ist keine einzige passiert. Das Ende überzeugt auch nicht, und ich hätte mir ehrlich gesagt mehr erwartet. Man sieht zwar vielleicht die eine oder andere grausliche Szene, die aber sehr kurz sind, und in der Intensität so ähnlich sind wie bei ¿Hotel Ruanda¿ aber leider nicht so kräftig sind wie bei ¿Black Hawk Down¿. Der Film ist ein guter Anfang die Amerikanische Regierung zu hassen, die Ihre Scheissfinger in jedem verdammten Krieg dieser Welt hat und eigene Waffenhändler schützt anstatt sie zu verwurschten.

    Wieso eigentlich ein Mensch damit anfängt mit Waffen zu handeln wird gezeigt, aber leider hat diese Gestalt kein Gewissen, und selbst in wirklich krassen Szenen wünscht man sich ein Einsehen der Hauptfigur, und da ich ständig meine Partnerin angestoßen habe, die dann fast vom Sessel gefallen ist, habe ich mir gedacht das hilft, aber Nicolas Cage ist und bleibt ein Arschloch in diesem Film.

    Wieso sein Bruder Vitali eigentlich drogensüchtig war, die Geschichte in dieser Geschichte erinnert mich and en Film ¿Blow¿ bleibt weiterhin ein Rätsel. Er hat zwar 2 x eine Entziehungskur gemacht aber leider ist er immer noch nicht geheilt. Warum er das macht und so lebte ist mir auch ein Rätsel. Oder wieso hat sein Bruder Cage ihm ein bißchen Kokain auf den Autorücksitz gegeben, damit er sich bücken muß, Wieso er es ihm nicht auf die Hand gibt ist mir auch ein Rätsel.

    Oder z.B. wieso sich die Regierung nicht mehr eingeschalten hat, nur ein Bulle, wieso nicht der CIA, wieso hat er so wenige Strafen bekommen, wieso ist er immer durchgekommen, man denkt bei dieser Story das der Waffenhandel sanktioniert ist, und da ich mit meiner Alten eine Diskussion geführt habe ob ich dafür geeignet wäre, muß ich sagen, viel zu langweilig und zu eintönig. Immer mit so Scheißsadisten zu tun haben, die man ja nicht erschießen darf, weil man ja sonst kein Geld bekommt ist eigentlich schade.

    Gut war an dem Film meiner Meinung nach, das man ein klein wenig sieht wie es in Bürgerkriegsländern von Liberia, Elfenbeinküste oder Sierra Leone zugeht, da aber das ganze noch viel schlimmer ist, und viel ärger ist, werfe ich dem Film mal vor das er eigentlich ein bißchen dem Selbstzweck gedient hat, denn meiner Meinung nach hätte man die ganzen Massakerszenen, es waren fast keine da, ruhig darstellen solle

    Grauslich - Teil 2
    ruhig darstellen sollen wie bei ¿Tränen der Sonne¿ um auch das blöde Volk aufzurütteln. Hier kaufen sich die Leute ein Auto um viel Geld, dort haben die nicht mal was zu essen, und Hyänen jagen durch die Stadt.

    Ethan Hawke als Valentine ist natürlich super, er ist ein guter Schauspieler, und er hat sofort zugesagt, als er das schockierende Drehbuch gelesen hat. In dieser teilweise gut gespielten Charakterstudie, Vitali war da meiner Meinung nach die wichtigste Gestalt, hat einiges gefehlt. Der Film hat zu wenig wirklich krasse wichtige Szenen gehabt, einen Mann mit miesen Charakter, fragwürdigen Handlungsweisen, und viel zu viel Dinge die nicht passieren können. Alleine schon das er seine Traumfrau trifft, die nichts weiß, intelligent ist, er kann 20 Jahre von Ihr fernhalten das er Waffenhändler ist, sie interessiert sich nicht für ihn, er hat viel Geld, kommt überall lebend raus, das ist es was mich stört, wenn man darüber nachdenkt, und auch der Zynismus.

    Obwohl Andrew Niccol sich für den Film gut ins Zeug gelegt hat, und sogar Ethan Hawke gewann, der seit dem Film ¿Gattaca¿ ein Fan von diesem Regisseur ist. Bridget Moynahan als Frau von Cage ist mir in diesem Film viel zu sehr, ich weiß nicht was mein Mann macht und mich interessiert es nicht, denn ich bin erwachsen.

    So gesehen nicht gut oder? Oder doch? Ja sicher, denn der Film soll unterhalten, auch wenn er nachdenklich stimmt und traurig und gerade diesen Spagat schafft er nicht ganz. Entweder ist der Film lustig, zynisch, spannend, Komödie, Krieg oder was weiß ich, aber ein Potpourri aus allem ist nicht gut.

    New York, Südafrika und die Tschechische Republik waren Drehorte für diese 42 Millionen US $ Produktion die gerade mal 24 Millionen in den USA eingespielt hat. Die Panzer in dem Film stammen von einem echten tschechischen Waffendealer und sind echt, Yuri Orlov ist übrigens ein zusammengesetzter Name aus 5 wahren Waffendealern, die Nato mußte informiert werden, das hier echte Panzer für einen Film verwendet wurden, die unter Satellitenbeobachtung standen, der im Film auftauchende Andre Baptiste ist nachempfunden dem echten Diktator Charles Taylor, und Yuri ist die Geschichte von Victor Bout und Karlheinz Schreiber, die haben so eine ähnliche Story.

    Der Film ist nett, er ist einfach, er hat einiges in mir aufgerüttelt, Amerika ist wirklich eine Nation von Scheiß Politikern, und ich finde den Film sollte trotzdem jeder sehen.

    75 von 100

  • SCHRECKLICH - REALISTISCH
    ich habe den film vergangenen samstag gesehen und konnte die nacht darauf nicht schlafen. neben den grausigen massakerszenen in sierra leone, die wirklich unter die haut gehen, entsetzt den zuschauer auch die grausige ahnung, dass der mensch wirklich nichts anderes als eine blutrünstige bestie ist, es in seiner natur liegt zu töten und zu metzeln. der schlüsselsatz des filmes ist wohl: "das böse passiert, wenn die guten dazu schweigen. richtig ist aber viel mehr. das böse passiert sowieso." menschen, die ohnehin schon mit der grausamkeit der welt hadern, sollten sich diesen film wahrscheinlich lieber ersparen. aber - ein unglaublich gut gemachter film.

  • auf den Punkt Gebracht...
    ...wem Clooneys "Good Night And Good Luck" ästhetisch zu altbacken wirkt, der bekommts hier in Videoclip Manier, obschon sich Thema unterscheiden, sind die Macher und Produzenten (Cage himself) im selben Lager zu orten.
    Toller Film!

  • Schrecklich gut
    Wer - in einer auf schreckliche Weise unterhaltenden Art - Einsicht in den illegalen internationalen Waffenhandel und seine Konsequenzen gewinnen will, wird hier "bestens" bedient.
    Achtung, nichts für zarte Gmüter: weniger wegen gezeigter Grausamkeiten, als wegen der Gefühle der Hilfs- und Hoffnungslosigkeit, in denen der Film den Zuseher zurücklässt.
    Der beste Film, den ich seit langem gesehen habe.

  • Toller Film!
    Gleich am Anfang (der Weg einer Patrone) wird klar: dieser Film ist mehr als nur Mainstream-Standardkost. Für mich persönlich der beste Kinofilm des bisherigen heurigen Jahres.

    Schonungslos wird gezeigt, wie ein Mann von seinen eigenen Interessen überrollt wird und in einen Teufelskreis gerät, der ihn letztendlich alles kostet was er liebt - bis auf den (verhassten) Job. Ausdrucksstark, mit einigen "witzigen" Szenen bei denen einem das Lachen im Halse stecken bleibt wenn man mal 1 Sekunde genauer darüber (die Hintergründe) nachdenkt. Alle sind Verlierer: die einen verlieren ihr Leben, die anderen (die Liebe ihrer) Verwandten.

    Der Film ist toll inszeniert. Durchwegs interessant oder spannend, ein wenig mit dem belehrenden Zeigefinger unterwegs - aber im Grunde stimmen die Fakten und die moralischen Bedenken die im Film geäußert bzw. durch den Film aufgeworfen werden sind durchwegs verständlich, nachvollziehbar und realitätsnah.

    Auch handwerklich hat der Film alles, was es für einen guten Film braucht. Altbekannte Songs, eine super Kamera, einwandfreie Schauspieler und eine Regie, die (bei mir) mit originellen Szenen punkten kann (z.B. die Flugzeug-Zerlegung).
    Nun zu den Schwachpunkten: ein wenig derb ist er schon. Manche Szenen sind doch recht brutal aber im wesentlichen ist's in der Wirklichkeit wohl nicht viel anders. Ebenfalls ein wenig gestört hat mich das eigentlich sehr negative Bild, das da von Afrika vermittelt wird...

    Fazit: bitte mehr Filme wie diesen! Trotz kleinster Schwächen wird hier ein Film geboten, der einerseits gut gemacht ist, andererseits auf zynische Weise die Welt des Waffenhandels (mit all den Grausamkeiten) widerspiegelt. Meine absolute Ansehempfehlung!

    (Meine Wertung: 9 von 10 Punkte)

    Re:Toller Film! ///// ahh ja
    stiiiiiiiiiiimmmmt! liebe definitiv alle CAGE-Filme!!!!!

    ich sage nur ...."buy 6 you'll get one for free....!"

    Re:Toller Film!
    Miriam, ich weiß zwar nicht ob du Lukas oder mich gemeint hast, aber z.B. die (Zeitraffer-)Szene mit der Zerlegung des Flugzeugs fand ich witzig. Sah wie ein Verwesungsprozess in einem Naturfilm aus...

    Re:Toller Film!
    entschuldige bitte. aber wo kann man da bitte lachen. es war doch keine einzige komische szene im film.

    lg

    Re:Toller Film!
    Bin ganz deiner Meinung! Der Film ist echt der Beste den ich seit langem gesehen habe!
    Allerdings hatte ich nichtmal so das Gefühl, dass sein job ihm wirklich verhasst ist und das war genau das was mich so wütend gemacht hat! Und dann eben diese Hilflosigkeit und das Wissen nichts daran ändern zu können!

    Allerdings scheinen viele Leute mit dem Sarkasmus nicht ganz klarzukommen. Mir ist jedenfalls das Lachen spätestens ab Mitte des Films vergangen und ich fand es schon sehr erschreckend, dass mindestens die Hälfte des Kinos noch lachen kann wenn gerade ein ganzes Afrikanisches Dorf vernichtet wurde. Und jeder der sich ein bisschen für die momentanen Ereignisse in der Welt interessiert sollte auch vor dem Hinweis am Ende des Films auf die wahre Geschichte bemerken, dass das alles durchaus nicht aus der Luft gegriffen ist!