Los herederos (The Inheritors)

 Mexiko 2008
Independent, Dokumentation 90 min.
film.at poster

Ein Film über Kinder, aber nicht über Kindheit. Polgovsky zeigt, wie sich das Erbe der Armut auf zahllose Buben und Mädchen in Mexiko auswirkt. Sie können nicht zur Schule gehen, weil sie arbeiten müssen. Weil ihre Familien auf die Unterstützung jeder auch noch so kleinen Hand angewiesen sind. Generationen folgen einander, doch die Arbeitsmethoden ändern sich nicht. Arme und Beine tragen Narben der gleichen Verletzungen. In der vergeblichen Hoffnung auf ein Lächeln blickt die Kamera in die schmutzigen Gesichter der Kinder. Nur am Abend, nach der Arbeit, bleibt ihnen manchmal ein wenig Zeit für ein kurzes Spiel im Schein des Feuers. Los herederos ist nicht nur ein Film über das Schicksal einzelner Kinder, sondern über die Welt der Kindheit an sich. Bereits zu Beginn des Films bekommt man erste Eindrücke, was Kindsein unter bestimmten Bedingungen auch bedeuten kann: Armut, Ausgesetztsein, Krankheit. Und das sind auch jene Faktoren, die das tägliche Leben vieler Kinder nicht nur in Mexiko bestimmen. Die Arbeit auf den Plantagen ist notwendig, um die Familien ernähren zu können, für eine Schulbildung besteht weder Grund noch Notwendigkeit. Polgovsky, der sich bereits in Trópico de cáncer mit dem Alltagsleben mexikanischer Familien beschäftigt hat, nähert sich seinen kleinen Protagonisten auf eindringliche, aber sensible Weise: die Hände bei der Arbeit, die Gesichter meist verschmutzt und dennoch mitunter mit einem Lächeln. Mit seinem Zugang, aber auch seiner Ästhetik erinnert Polgovsky an sozialkritische Filmessays von Fernando Birri oder von Santiago Álvarez und Julio García Espinosa, aber auch an die frühen, radikalen Werke von Jean Rouch. Der Abstand und Nähe der Kamera zu den Menschen und ihren alltäglichen, routinierten Handlungen liefern die emotionalen Zusammenhänge.

(Text: Viennale 2008)

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Eugenio Polgovsky
Banda Mixe de Oaxaca
Eugenio Polgovsky
Eugenio Polgovsky

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