Lost in Translation

 USA 2003
Romanze, Independent, Tragikomödie 105 min.
7.80
Lost in Translation

Ein alternder Schauspieler und eine junge Ehefrau treffen einander in einer Hotelbar in Tokyo.

Lost in Translation spielt in Tokyo, wo ein alternder Schauspieler, Bob Harris, Werbeaufnahmen für eine Whiskysorte macht. Im Hotel begegnet er Charlotte: Sie hat eben ihr Philosophiestudium abgeschlossen und begleitet ihren Ehemann, einen Fotografen, der für Charlotte weder Augen noch Zeit hat. So entsteht ein Freiraum, in dem sich Bob und Charlotte allmählich näher kommen. Ihre wachsende Vertrautheit kontrastiert mit den vielfältigen Formen der Entfremdung: Tokyo erscheint wie eine Zauberwelt, hypermedialisiert, voller Spiegelungen, Displays, Leuchtreklamen und Virtual-Reality-Salons, in denen an Spielkonsolen angeschlossene Kids wilde Bewegungen aufführen. Die Figuren können nicht anders als mit Staunen darauf reagieren. Auch wenn sie sich oft in ihre Hotelzimmer zurückziehen und die Stadt aus der sicheren Distanz des 15. Stockwerks betrachten, bleibt Coppolas Blick auf die japanische Fremde doch immer voller Zärtlichkeit: Weder ist er überheblich, noch gibt er die japanischen Alltagsriten und Gepflogenheiten der Lächerlichkeit preis. Und das Wunderland Tokyo ist nur die eine Seite der Entfremdung. Die andere ist, dass Lost in Translation auch das Vertraute unheimlich macht. Charlotte erkennt ihren Ehemann nicht wieder, und wenn Bob mit seiner Frau telefoniert, ist sie eine Fremde. Die Dinge spielen ihnen ohnehin unentwegt Streiche: eine Duscharmatur zum Beispiel oder ein Laufband im hoteleigenen Fitnessraum, mit dem Bill Murray einen tollen Tanz vollführt. Das Schönste an Lost in Translation ist, dass Coppola die Begegnung von Bob und Charlotte nicht in die Enge der Bettlaken drängt. Der Film entwirft stattdessen eine vielgestaltige Landschaft der Gefühle, in der Freundschaft, Zärtlichkeit und Begehren gleichermaßen vorkommen. (Cristina Nord)

Details

Bill Murray, Scarlett Johansson, Akiko Takeshita, Giovanni Ribisi
Sofia Coppola
Brian Reitzell, Kevin Shields
Lance Acord
Sofia Coppola
Constantin

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

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User Kritiken

  • Lost Anyway
    Der Inhalt ist weitgehend bekannt – viel passiert ohnehin nicht. Alle warten und hoffen darauf, dass es zwischen Scarlett Johansson und Bill Murray endlich klappt. Er mit der üblichen traurigen Minimalmimik, sie mit den auffallend gefärbten Haaren gelangweilt aber anschmiegsam. Und immer wieder ist es fast soweit. Als sich dann beide am Ende auf der Strasse umarmen, ahnt man, dass es vielleicht in Zukunft noch was werden könnte mit den beiden. Seufz!

  • laufband
    zum film.at artikel:
    das war kein laufband sondern ein stepper, er ist rückwärts gesteppt.
    film ok, gerne wieder :-)

  • Starker Film!!!
    Tokio steht meiner Meinung nach für unsere verrückt gewordene gegenwärtige Welt, d.h. die etwas übertriebene Darstellung Japans dient diesem Zweck symbolisch. Und in dieser verrückt gewordenen Welt kann sich ein normaler Mensch nur noch fremd fühlen. Die beiden Hauptfiguren, deren Beziehung neben Tokio im Mittelpunkt des Films steht, teilen ihre Fremdheit und innere Verzweiflung miteinander und kommen sich immer näher.
    Das Gefühl der Fremdheit in einer pervertierten Welt und die Hoffnung und den Trost, den man erfährt, wenn man plötzlich einen Gleichgesinnten trifft, vermittelt der Film in hervorragender Weise. Das Ende fand ich extrem gut, weil es den genau richtigen Punkt zwischen "Little Happy End" und schmerzhafter Realität findet.
    Ein starker Film mit viel Atmosphäre.

    Re:Starker Film!!!
    was ist normal? für die japaner ist ein japaner normal und wir komisch. fremd sind wir natürlich in der kultur dort. ich würds dort nicht aushalten, wien ist schon angenehmer.

  • Der Film spaltet
    Der Film spaltet nicht nur die User-Community, sondern auch mich. Die erste halbe Stunde dachte ich mir: Was für ein langweiliger Mist. Das Kino verließ ich voll aufgesogen im Film. Mir hat's gefallen.

    Bill ist wie immer genial. Scarlett ist keine Schönheit im klassischen Sinn, aber eine tolle Besetzung.

    Der Sinn der "harten Nacht" mit der Sängerin ist mir nicht ganz klar. Der Rest des Films ist schlüssig, auch wenn das Karaoke bis zum Erbrechen ausgereizt wird. Vielleicht muss das auch so sein, um die elende Einsamkeit im Hotel im fremden, fremden Land nachzuvollziehen.

    Essenz: Findet selbst heraus, ob der Film Euch gefällt. Anschauen und aufsaugen lassen!

  • hmmmmm....
    Meiner Meinung nach zeigt der Film eine untypische Seite der amerikanischen Filme. Es ist keine "gewöhnliche" Romanze, die man öfter im Fernsehen sieht.
    Leider kein Happy End, das ich mir sooo erhofft habe.


  • wie ich lese habt ihr euch alle sehr lieb und seid sehr einsam, schau ihn dir selber an...aber
    irgendwie hab ich jetzt keine lust mehr

  • schön gelungen
    Sofia Coppola bringt mit "Lost in Translation" gekonnt Abwechslung in den Multimillionendollar US Kinoalltag. Sehr gute Besetzung, gute Regie und ein gutes Drehbuch führen in dieser Fusion zu einem schönen Filmerlebnis und erinnern stark an ein gelungenes, sehr dichtes europäisches Kino. Empfehlenswert !

  • Genialer Film
    super gute und witzige Komödie.
    Einmal anderer (anspruchsvollerer?!) Humor!
    Unbeding anschauen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

  • enttäuschte
    sehr traurig, dass dieser film so wenig zu bieten hatte. ich konnte den kinostart des neuen coppola-streifens kaum erwarten, wurde aber sehr enttäuscht. meiner meinung nach muss man in bill murray sehr vernarrt sein, um diesen film nicht langweilig zu finden. daweil fand ich die darsteller gar nicht schlecht in ihren rollen, sondern viele szenen einfach zu lähmend. die dialoge sind oft furchtbar uninteressant. traurig für mich!

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