März

 A 2008
Drama 83 min.
5.70
März

Wie geht man um mit dem Tod, wenn man sein Motiv nicht kennt?

Mitten in der Nacht leihen sich Christian, Berni und Elmar ein Auto aus, um in den Wald zu fahren. Die jungen Männer rauchen eine letzte Zigarette, leiten den Auspuff ins Auto, setzen sich in den Wagen und starten den Motor. Mit einem Anflug eines Lächelns auf den Lippen atmen sie tief ein und sterben. Ein paar Monate später: Die Familien von Christian und Berni, die in einem Tiroler Dorf wohnen, versuchen wieder ein normales Leben zu führen. Doch der Schmerz ist immer da, und jeder der Hinterbliebenen versucht auf seine Art, mit dem schrecklichen Verlust klarzukommen. Wie geht man um mit dem Tod, wenn man sein Motiv nicht kennt? Händl Klaus beschäftigt sich seit nunmehr zehn Jahren mit dieser Frage. 2004 betrachtete er im gleichnamigen Kurzfilm den Fall aus der Perspektive der jungen Männer. Im Langfilm dienen Teile des Kurzfilms als Prolog, dann ändert er die Perspektive und konzentriert sich ganz auf die Überlebenden, indem er Fragmente aus deren Alltag aneinanderreiht. Da steht die Mutter etwa immer wieder vor der Tür des Zimmers ihres toten Sohnes, an der sein Name in großen Lettern geschrieben steht. Als sie ihre Geburtstagstorte anschneidet, bekommt sie einen spontanen Heulkrampf - es ist ihr erster Geburtstag ohne Berni. März lässt mehr aus als er erzählt. Der Rest ist der Fantasie und den Gedankengängen des Zuschauers überlassen. (Nana A.T. Rebhan) Die Entscheidung, die Figuren in einer radikalen Dialektversion sprechen zu lassen, war eine Rückkehr in eine Art «Ursuppe». Ich komme aus Tirol, lebe aber seit zwanzig Jahren nicht mehr dort. Wenn ich für das Theater schreibe, dann ist das eine stark stilisierte, rhythmisierte Kunstsprache. Aber hier war es ein Genuss, mit den verschütteten Ausdrücken umzugehen, mit denen ich aufgewachsen bin und für die man im Hochdeutschen längere Umschreibungen bräuchte. Der Dialekt bringt alles gleich auf den Punkt, und oft hat er eine eigentümliche Sinnlichkeit. (Klaus Händl)

(Text: Viennale 2008)

Details

Isolde Ferlesch, Florian Eisner, Julia Strauhal, Alfred Kleinheinz, Josef Kuderna, Julia Gschnitzer
Klaus Händl
Gerald Kerkletz
Klaus Händl

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