Married Life

 USA/CAN 2007
Drama, Romanze, Krimi 12.09.2008 90 min.
6.30
Married Life

Halb Thriller von Hitchcock, halb Melodram von Sirk und doch ganz und gar ein Film von Ira Sachs über jene dünne, rissige Schicht, die wir gesellschaftliche Konvention nennen.

In das Jahr 1949, die Blütezeit des Film Noir, entführt uns der sorgfältige Film-Auteur Ira Sachs ("Forty Shades of Blue") mit seiner Ehestory, halb Comedy of Manners, halb Psychothriller.

Harry (Chris Cooper) hat ein Problem: Er liebt seine Frau Pat (Patricia Clarkson) nicht mehr und hat eine Affäre mit der jüngeren, attraktiven Kay (Rachel McAdams). Da er diese aber nicht als seine Geliebte halten und gleichzeitig seiner Frau den Trennungsschmerz ersparen möchte, kommt er auf die groteske Schnapsidee, Pat umzubringen. Allerdings stellt er sich dabei nicht nur recht dilettantisch an, er vertraut sich zudem seinem besten Freund Richard (Pierce Brosnan) an, der es wiederum auf Kay abgesehen hat.

Details

Chris Cooper, Pierce Brosnan, Patricia Clarkson, Rachel McAdams, David Wenham, Annabel Kershaw, u.a.
Ira Sachs
Dickon Hinchliffe
Peter Deming
Ira Sachs, Oren Moverman
Senator Film

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Eheleben F.F.E.
    Die Frage stellt sich, ob man 2007 noch Melodramen wie in den 50er Jahren drehen sollte oder ob man es überhaupt noch kann?
    Ira Sachs hat es versucht. Mit einer Mischung aus leiser Ironie, die bisweilen eine schwarze Komödie durchschimmern lässt und etwas Pathos entsteht tatsächlich eine melodramatische Situation ähnlich der in den alten Filmen mit aller gebührenden förmlichen Spießigkeit. Die gut gecasteten vier Hauptdarsteller allen voran der alte Schwerenöter Pierce Brosnan, sowie das blonde Luder Rachel McAdams und die stets unterkühlte Pat Clarkson passen mit Frisuren und Kleidung gut ins Ambiente. Am überzeugendsten ist aber Chris Cooper mit seinem süßsauren Blick. Er leidet so wunderbar verklemmt schön mit einer Mine, wie wenn man in ein Brötchen beißt, dass zuvor in den Sand gefallen war. Es gibt sogar zwei kleinere Überraschungen. Das Meiste ist allerdings vorhersehbar. Wenn da im entscheidenden Moment die Kamera langsam auf die Treppe schwenkt, weiß man, dass Pierce herunterkommen wird. Auch die eheerhaltende Botschaft wird mehrmals wiederholt ‘Man kann sein Glück nicht auf dem Unglück eines Anderen aufbauen‘.
    Die langen Dialoge über Ehe und Treue, über Einsamkeit und Neuanfang ermüden allerdings, Langeweile macht sich breit. Die alten Originale waren besser weil stringenter und konsequenter. Das ist hier letztlich doch nur aufgewärmter Harmonie-Kaffee. Zwar warm, aber abgestanden.

  • Überraschend fad
    Der Chris Cooper ist normal ein Garant für interessante Filme. Darum bin ich auch reingegangen. Und die Johansson ist auch nicht von Pappe. Aber leider. Die erste Enttäuschung eines Films mit Chris Cooper.

    So bräunlich und vergilbt wie das Foto von Cooper/Johannson im Fauteuil aussieht, so fade ist auch der Film geraten. Wenn ein Blatt vergilbt, dann kann das auch interessant gezeigt werden, indem man das im Zeitraffer zeigt. Hier wird theatermäßig Film gemacht und da konnte bisher nur der Lars von Trier mit Dogville überraschen.

    Re:Überraschend fad
    also mir ist es auch so gegangen. war schon auf den neuen film mit chris cooper gespannt bzw habe mich gefreut, bin auch ein fan von rachel mcadams und fand den film ausgesprochen fad. die story ist ja recht originell, doch (zu) brav gespielt und (viel zu) brav inszeniert - und letztlich zum einschlafen.