Mephisto

 H/A/BRD 1981
Drama, Biografie 154 min.
7.90
Mephisto

Klaus Maria Brandauer als erfolgreicher Theatermann im Dritten Reich - Gustav Gründgens hat für die Figur Pate gestanden.

Der ehrgeizige und talentierte Theaterschauspieler Hendrik Höfgen (Klaus Maria Brandauer) ordnet seiner Karriere alles unter - seine politische Gesinnung, seine menschlichen Beziehungen und seine Kunst. Im Berlin der Goldenen Zwanziger eilt er von Erfolg zu Erfolg. Zu seinem größten Triumph wird seine Mephisto-Darstellung in Goethes "Faust".

Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten emigriert seine Frau nach Paris, Höfgen kehrt nach Berlin zurück. Die mittelmäßige Schauspielerin Lotte Lindenthal (Christine Harbort), Frau des mächtigen Luftwaffengenerals und preußischen Ministerpräsidenten, verwirklicht ihre eigenen künstlerischen Pläne als Partnerin von Höfgen. Als Gegenleistung sorgt sie dafür, dass er seinen Mephisto wieder spielen darf - wenn auch nicht mehr in der modernen, sondern in einer deutsch-romantischen Konzeption.

Einer beispiellosen Karriere im Dritten Reich steht jetzt nichts mehr im Wege. Vom General zum Intendanten des Staatstheaters ernannt, macht er dieses zu einem Asyl für politisch und rassisch verfolgte Schauspieler. Doch irgendwann lässt der General auch einen Höfgen spüren, wer die Macht im Staate hat.

Details

Klaus Maria Brandauer, Ildikó Bánsági, Krystyna Janda, Rolf Hoppe, György Cserhalmi, u.a.
István Szabó
Péter Dobai und István Szabó, nach Klaus Mann

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Der angepasste Revolutionär
    Das ist Szabos bester Film mit einem unglaublich präsenten Klaus Maria Brandauer in der Titelrolle. Es gelingt sowohl dessen zwiespältigen Charakter zu zeigen als auch den politischen Umschwung von 1933 anzudeuten. Hendrik Höfgen half Juden und paktierte doch zeitweise mit den Nazis. Szabo schildert Zeit und Person ohne Partei zu ergreifen Diese Annäherung an den Titan des deutschen Theaters jener Zeit (Gustaf Gründgens) ist durchaus gelungen, der in Mephisto die Rolle seines Lebens fand und Hamlet nordisch-germanisch interpretierte.
    Das Geschehen wird in einen Rahmen gefasst: am Anfang steht eine symbolische Tanzeinlage von Höfgen mit seiner farbigen Geliebten Juliette (Karin Boyd): es ist wie eine rassische Parabel auf den Künstler im Nationalsozialismus, eine Mischung aus Gewalt, Kunst und Sex, eine Show mit echten Emotionen, voll animalischer Gier. Am Ende stellt ihn der braune Ministerpräsident (Hans Hoppe) mitten ins nächtliche Olympiastadion von Scheinwerfern verfolgt. Er ruft ‘Was wollt ihr von mir? Ich bin doch nur ein Schauspieler.‘
    Höfgen war unpolitisch und nur mit dem Theater verheiratet. Er machte Karriere aufgrund seines Talents und weil er sich vor den braunen Karren spannen ließ. Wie im Roman von Klaus Mann steht die Frage im Raum: Prostituiert sich der Künstler für den Unrechtsstaat und wird so korrupt oder opfert er sich für die Kunst? Als Höfgen die grausame Realität der Nazis erkennt, ist es zu spät. Großartiges Kino!