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02/17/2022

"Inventing Anna": Das sagt die echte Rachel über Anna Delvey

Rachel war eine der besten FreundInnen von Anna Delvey – und ihr Opfer. Sie wirft der Netflix-Serie vor, Betrug zu verherrlichen.

von Manuel Simbürger

Die aktuelle Netflix-Serie "Inventing Anna" polarisiert: Allen voran wird ihr vorgeworfen, Hochstaplerei und Betrügerei zu romantisieren, zu verherrlichen und somit die Message zu verbreiten, dass sich Verbrechen letztendlich doch auszahlt.

Obendrein würde die Serie Opfer-Shaming betreiben: Die MitgliederInnen der New Yorker High Society hätten es aufgrund ihrer Oberflächlichkeit, Naivität und ihrem weltfremden Bezug zu Geld und der Realität im Allgemeinen ohnehin nicht besser verdient, als von Anna Sorokin/Delvey ausgenommen und übers Ohr gehauen zu werden. 

Nun meldete sich eines dieser Opfer tatsächlich zu Wort – und stimmt in die öffentliche Kritik mit ein. 

Rachel über Anna: "Zutiefst erschüttert"

Rachel DeLoache Williams ist ehemalige Fotoredakteurin der Branchenbibel "Vanity Fair" – und ließ in einem aktuellen Kommentar im renommierten US-Magazin "Time" kein gutes Haar an der Netflix-Serie. Das zeigt auch schon die Headline: "Anna 'Delvey' Sorokin ruinierte beinahe mein Leben. Nun wird sie für ihre Verbrechen belohnt."

Rachel war eine von Annas engsten FreundInnen, wie auch andere half sie Anna aus, als angeblich deren Kreditkarte während eines Urlaubs in Marokko nicht funktionierte. 62.000 US-Dollar hat Anna ihr gestohlen. Schlussendlich war Rachel eine der Schlüsselfiguren bei Annas Verhaftung. In "Inventing Anna" wird sie von Katie Lowes dargestellt. 

"Es hat mich zutiefst erschüttert, in Bezug auf jemanden, dem ich vertraute, so falsch gelegen zu haben", schreibt die echte Rachel.

Gefahr von "Inventing Anna" sei groß

Dass Anna durch die Serie eine große Bühne und weltweite Aufmerksamkeit, ja gar einen Promi-Status verliehen bekommt, findet Rachel mehr als bedenklich.

Die Gefahr, dass Annas Verbrechen als "willkommener Akt gegen kapitalistische Strukturen heroisiert werden, während die Opfer in der öffentlichen Wahrnehmung viel zu kurz kommen", sei groß, betont sie. Immerhin "[wird die Serie] von mehr Menschen gesehen werden als jemals Anna begegnen oder sich die Mühe machen werden, ihre wahre Natur zu verstehen oder was wirklich passiert ist. Und das ist eine gefährliche Realität."

Anna sei eigentlich eine Verbrecherin, aber dank Shonda Rhimes und Netflix wird sie nun "als komplexe Anti-Heldin dargestellt, die gegen ihre persönlichen Dämonen und eine Welt kämpft, die junge Frauen ständig unterschätzt."

Schon 2019 hatte Rachel sich entschlossen, das Erlebte aus ihrer Sicht zu erzählen: Sie veröffentlichte ein Buch mit dem Titel "My Friend Anna. The True Story of a Fake Heiress", in dem es um die Ereignisse rund um Anna Sorokin/Delvey geht. Die Rechte am Buch hat sie HBO verkauft – und nicht Netflix ...

"Inventing Anna" ist aktuell auf Netflix zu sehen. Hier geht's direkt zur Serie!

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