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Film-News
07/09/2019

"Joker": Regisseur Todd Phillips ignoriert die Comics völlig

Im kommenden DC-Film hat der legendäre Batman-Erzfeind eine völlig neue Geschichte, die sich nicht an die Comics hält.

von Erwin Schotzger

Der Joker ist wohl der bekannteste Comic-Schurke überhaupt. Der verrückte Killerclown ist einer der kultigsten Erzfeinde von Batman und beinahe so alt wie der Superheld selbst. Seine Ursprünge liegen im Comic bis heute im Dunkeln, was die Figur noch mysteriöser macht. In "Joker" von Regisseur Todd Phillips erhält der "Clown-Prince of Crime", wie er in den Comics oft genannt wird, eine ganz neue Ursprungsgeschichte, die nichts mit der Comic-Vorlage zu tun hat. Das polarisiert die DC-Fans: Die einen sind enttäuscht oder sogar empört, die anderen warten gespannt auf den neuen Joker, gespielt von Joaquin Phoenix.

 

Es geht nicht einmal um den Joker

In einem Interview mit dem britischen Magazin "Empire" sagte Regisseur und Co-Drehbuchautor Todd Phillips: "Wir halten uns an gar nichts in den Comics, was die Leute verärgern wird. Wir haben einfach unsere eigene Version darüber geschrieben, woher ein Typ wie der Joker kommen könnte. Das war für mich das Interessante. Es geht nicht einmal um den Joker, sondern darum wie man zum Joker wird. Es geht um diesen Mann."

Der am 11. Oktober 2019 erscheinende Film wird daher auch keine Comic-Vorlage verfilmen oder auch nur von einer Joker-Geschichte aus den Comics inspiriert sein. Es wird lediglich ein paar Ähnlichkeiten und Überschneidungen mit dem Charakter geben, den Fans aus den Comics kennen. So wird der von Joaquin Phoenix gespielte Arthur Fleck ein heruntergekommener Komödiant sein. Eine ähnliche Herkunft des Jokers wurde auch in der Comic-Story "The Killing Joke" angedeutet. Da der Film in den 80er-Jahren spielt, gibt es auch keine Verbindung zu anderen DC-Filmen oder gar zum Batman des DC Extended Universe (DCEU).

 

Irreführender Marketing-Gag oder kreative Weiterentwicklung?

Viele Fans fragen sich, warum ein Film "Joker" heißt und sich eindeutig auf die Figur aus den DC-Comics bezieht, dann aber so rein gar nichts mit der Comic-Historie dieser Figur zu tun haben will. Einige Fans sehen darin, durchaus nachvollziehbar, einen irreführenden Marketing-Trick der Filmproduzenten.

 

Auch der (indirekte) Vergleich mit Marvel kommt immer wieder. Der im Kino höchst erfolgreiche DC-Konkurrent verändert zwar Details in den Filmen, bleibe aber den Originalcharakteren aus den Comics relativ treu.

 

Andere sehen die Sache hingegen lockerer: Der Joker sei auch im Comic immer wieder neu interpretiert worden. Auch in Tim Burton's "Batman" (1989) bekam der Joker, gespielt von Jack Nicholson, eine neue Geschichte und wurde sogar zum Mörder der Eltern von Bruce Wayne. Aus dieser Perspektive ist auch der neue Film nur eine kreative Weiterentwicklung des Charakters.

 

Manche Comic-Fans sind hingegen weiterhin entspannt, denn auch in den DC-Comic gibt es alternative Realitäten, so genannte "Elseworld"-Stories:

 

Schlicht und einfach am Ergebnis orientiert ist hingegen die Reaktion jener Fans, die vor allem einen guten Film im Kino genießen wollen:

 

"Joker" startet am 11. Oktober 2019 in den heimischen Kinos.

 

Der Film erzählt, wie aus Arthur Fleck (Joaquin Phoenix) der berüchtigste Schurke des DC Universums wurde - der Joker.