Nirgendwo in Afrika

 D 2002
Drama, Literaturverfilmung, Biografie 19.04.2002 ab 10 141 min.
7.70
film.at poster

Eine jüdische Familie emigriert 1938 nach Kenia. Eltern und Tochter reagiernen unterschiedlich auf den Verlust der Heimat

Die jüdische Familie Redlich emigriert 1938 nach Kenia, wo der Anwalt Walter Redlich (Merab Ninidze) als Verwalter auf einer Farm arbeitet. Während Ehefrau Jettel (Juliane Köhler), Tochter aus gutbürgerlichem Hause, sich nur schwer an das neue Leben gewöhnt, blüht ihre einst schüchterne Tochter Regina (Lea Kurka / Karoline Eckertz) förmlich auf. Sie lernt die Sprache und Gebräuche und findet im einheimischen Koch Owuor (Sidede Onyulo) einen guten Freund. Doch der Verlust von Heimat und Verwandten und die Sprachlosigkeit darüber bedroht die Ehe von Jettel und Walter, und sie finden nur ganz langsam wieder zueinander.

Als der Krieg endlich zu Ende ist, wird Walter eine Anstellung als Richter in Frankfurt angeboten. Aber nach all den Jahren, in denen sie das Leben in Kenia schätzen gelernt haben, ist es fraglich, ob Jettel und Regina ihn zurück nach Deutschland begleiten ...

Details

Juliane Köhler, Marab Ninidze, Matthias Habich, Sidede Onyulo, Karoline Eckertz, Lea Kurka, u.a.
Caroline Link nach Stefanie Zweig
Niki Reiser
Gernot Roll
Caroline Link
Constantin
ab 10

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • ...hat mich so gefreut...
    Als der Film gedreht wurde haben wir in Nairobi gelebt und das Filmteam hat einen kleinen aristokratisch-Englischen Jungen für die letzte Zugszene gesucht - nun der blonde Junge ist kein Engländer - sondern ein Österreicher! Übrigens war der Drehtag bei Tsavo echte Knochenarbeit für alle Beteiligten!

  • Nirgendwo in Afrika
    Ich fand den Film wunderschön. Vor allem die Erzählung aber auch die traumhaften Bilder von Africa nehmen Dich von Anfang bis Ende gefangen. Ein Erlebnis!!!

  • ein film, von dem ich geglaubt habe, daß es solche nicht mehr gibt!
    unglaublich einfühlsam, ruhig und schön gemacht!
    einer der besten deutschen filme aller zeiten!
    bei mir: unter den top 3!

  • sehenswert
    Ein irrsinnig guter Film, kein bisschen schmalzig oder klischeehaft. Wenn er als bester deutscher Film gehandelt wird, so geschieht das mit Recht. Wirklich sehenswert!

    Re: sehenswert
    Fand ich auch. Besonders hervorzuheben ist die Leistung von SIDEDE ONYULO der die Rolle des Koches und 'Kulturmittlers' Owuor äußerst eindrucksvoll spielt.

  • Einfach super
    Nirgendwo in Afrika

    Und ¿ Jenseits von Afrika ¿ könnten Geschwister sein. Hat auch Ähnlichkeiten mit ¿ Die Tage meiner Kindheit ¿ und ¿ Jenseits der Stille ¿ und dauert 138 Min. Und das ganze ist nicht so kitschig schmalzig wie ¿ Ich träumte von Afrika ¿ sondern ist ruhig realistisch und wahnsinnig gut gemacht und einer der wohl besten Deutschen Filme der letzten Jahre, wenn nicht aller Zeiten. Im Jänner 1938 erhält JETTEL REDLICH einen Brief von Ihrem Mann WALTER REDLICH. Endlich ist die Ausreise aus Deutschland bewilligt, und sie darf nach Rongai auf eine Farm in Kenia fahren, da der Jüdische Anwalt nicht mehr in Nazideutschland praktizieren darf und dort lebt, und endlich seine Familie nachholen wollte.
    Ihre ganze Familie muß sie zurücklassen. Ins Ungewisse geht es in einen Kontinent, der nur von Geschichten so wimmelt. Der Farmbesitzer MORRISON verköstigt die Familie nur mit Kost und Logis und kümmert sich nicht um deren Bedürfnisse, schon gar nicht von den Bedürfnissen von JETTEL die mehr Luxus gewohnt ist, und um Zucker und Mais kämpfen muß, da die Bevölkerung sehr arm ist. Die Tochter sollte mal zur Schule gehen, und alles geht den Bach runter, denkt JETTEL. MARTINS Freund SÜßKIND ist ein erfahrener Einheimischer und kann an dem ganzen auch nichts ändern. Die Tochter REGINA freundet sich indessen mit dem Koch OWOUR an, der ein ganz zuckersüßer, ehrlicher, und vor allem freundlicher Mensch ist, und das Land besser als seine Westentasche kennt. JETTEL ist natürlich nicht sehr erfreut, überhaupt weil sie befürchtet, REGINA könnte krank werden, und schon nach 6 Monaten ist sie kurz oder dran zurückzukehren. Bis MARTIN durch ein Radio von SÜßKIND vom Kriegsbeginn in Deutschland erfährt, und somit sind alle Pläne JETTEL´s zunichte gemacht, je nach Deutschland zurückzukehren. Die Ehe mit MARTIN gerät ins Kriseln, überhaupt weil sie Land und Leute nicht mag, und sich auch nicht mit dem Hausneger OWOUR anfreundet, der 12 Schilling im Monat für sich, seine 3 Frauen und 6 Kinder bekommt, die sich aber sehr gut selber ernähren. Krieg ist auch im Ausland, und somit internieren die Teebeuteln alle Deutsche in Lager, als Feinde deklariert. Die Männer landen in einer Kaserne, die Frauen im Nobelhotel Norfolk, in der Nähe von Nairobi, da kein Platz mehr vorhanden ist.
    Dort lernt JETTEL und REGINA Frau SADLER kennen, aus Bayern, und deren 8 Jährige Tochter INGE.
    Erst so spät in der Gefangenschaft lernt JETTEL erst den Ernst des Lebens kennen, und schafft es mittels Ihres guten Mundwerkes die Männer besuchen zu dürfen. MARTIN erzählt von der Kündigung durch MORRISON und somit gibt es keine Rückkehr aus dem Lager. JETTEL fickt mit einem Lieutnant aus England, und erreicht, weil die Jüdische Gemeinde Ihr eben nicht half, das sie und Ihr Mann entlassen werden und auf die weit entfernte Farm Ol Joro Orok kommen dürfen, wo MARTIN der neue Bwana ist. REGINA die leider mit angesehen hat was Mama da macht ist nicht gerade glücklich und lebt fortan fast das ganze Jahr in einem Englischen Internat
    der Nakuruschool, wo sie mehr als viel lernt. Sprachbegabt wie sie ist, kommt sie dort halbwegs gut zurecht, wird halt nur als Außenseiterin behandelt was sie nicht gerade glücklich stimmt, ist aber wieder gut drauf, seit sie auf der Farm ist, und eines Tages kommt Besuch von einem Menschen den alle doch sehr gerne haben und den sie mehr als vermisst haben. REGINA hat zwar einige Deutsche in der Schule, aber dafür ein paar blöde Lehrer, die sie als arm und dämlich abstempeln. Inzwischen 12 Jahre alt, wird sie langsam erwachsen und entdeckt das es im Leben mehr als Bienen und Blumen gibt. Den Rest seht euch im Kino an, er ist jeden Cent wert, der Film.
    Ein wahnsinnig guter Film, so könnte man es mit ein paar Silben ausdrücken. Meine Freundin und ich saßen ganz aufgeregt im Kino, nicht nur wegen der anreizenden Musik, sondern auch weil wir die Zuseh

    Re: Einfach super
    Meine Freundin und ich saßen ganz aufgeregt im Kino, nicht nur wegen der anreizenden Musik, sondern auch weil wir die Zuseher beobachteten, die uns beobachteten, als wir gebratene Heuschrecken aßen, wie im Film, was ja als Delikatesse gilt. Blöd war nur, das dann ein ziemlicher Heuricanne entstand, und ein paar Gören kreischend, blondschöpfig, dämlich das Kino verließen. Der Film ist kein bisschen langweilig. Er ist besser als so mancher Möchtegern Hollywood Afrika Abenteuer Film, und zeigt die ganze Situation sehr realistisch, viel realistischer als man sich das denkt. Ein Thema das wohl noch nie im Kino angesprochen wurde, Juden in Afrika, was mich an Schweine im Weltall erinnert, aus der Muppet Show, die waren auch immer recht cool, und auch das war ein eher seltenes Thema.
    Die haben damals mehr als gelitten, und wenn man sich denkt, aus einer Gesellschaft zu kommen wo es einem immer gut ging, wo man Geld und alles hatte, und dann in so einem armen Land zu leben, da kommen einem schon die Grausbirnen hoch. Nur eines haben die REDLICH´s in Deutschland nicht gehabt, diese immens große Freundschaft, Ehrlichkeit und Ehre, die dem Gast entgegengebracht wird. Die Leute dort unten mögen zwar sehr arm sein, haben aber um sehr viel mehr Wertvolleres im Herzen als so mancher Europäer. Der Film erzählt auch sehr sensibel die Lebensweise von einer gut behüteten Familie die dann in Armut leben muß, und um jeden Schilling kämpfen muß. Der Film ist nicht nur einfühlsam inszeniert, sondern auch außergewöhnlich gut unterhaltend, obwohl er überhaupt nicht lustig ist, aber jedes Minütchen gibt es ein neues Bildchen, und alle paar Sekunden gibt es was neues zu entdecken. Anfangs mag der Film vielleicht fade sein, aber gerade diese ruhige Inszenierung, und herrliche Landschaftsaufnahmen, die aber ohne Kitschschmalz sind, lassen den Film zu einem besonderen Juwel werden, wo man eigentlich nicht mit den Augen sondern mit dem Herzen hinsieht.
    Der Film ist ein formvollendetes Zelluloidjuwel das wirklich sehr selten zu bewundern war bisher im Kino.
    Die ganze Geschichte ist von einem Roman von Stefan Zweig, und die Verfilmung ist hier sicher besser als das Buch. Der Film ist einfach mehr zu empfehlen, und der Regisseurin gebührt eigentlich der Oskar.

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