Alles was ich an Euch liebe (Only Human)

 ARG/E/P/GB 2004

Seres Queridos

Romanze, Komödie 21.07.2006 93 min.
6.90
film.at poster

Eine politisch völlig unkorrekte, aber äußerst vergnügliche Burleske über kulturelle Differenzen und das allzu Menschliche im täglichen Zusammenleben.

Es ist Freitagabend und Leni will ihrer Familie ihren Verlobten Rafi vorstellen. Beide sind total verliebt ineinander, doch es gibt ein Problem:
Leni ist Jüdin und Rafi hat zwar einen israelischen Pass, ist aber Palästinenser. In Lenis Elternhaus stößt diese Enthüllung auf wenig Begeisterung. Während Rafi noch versucht, sich irgendwie zwischen Lenis dominanter Mutter, dem blinden, vom israelischen Unabhängigkeitskrieg schwärmenden Großvater, der nymphomanischen Schwester und dem religiös gewordenen Bruder durchzuschlängeln, fällt ihm ein Topf gefrorener Suppe aus dem Fenster und trifft einen Passanten. Das Chaos ist perfekt, denn nun müssen Leni und Rafi nicht nur die Familie beruhigen, sondern sich auch noch eines (vermeintlich) Toten entledigen.

Details

Norma Aleandro, Guillermo Toledo, María Botto, Marián Aguilera u.a.
Dominic Harari, Teresa Pelegri
Charlie Mole
Danny Cohen
Dominic Harari, Teresa Pelegri

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

Film bewerten

0

User Kritiken

  • Witz und Ironie - Teil 1
    Die wirklich verworrene und echt witzig und makabre Handlung die echt zum schmunzeln animiert:

    Also halten wir mal fest. Der Film dauert 90 Minuten, RAFI ist aus Palästina, seine Freundin ist LENI DALI, die arbeitet bei einer TV Station, ist berühmt und verdient gut, sie ist sozial, loyal, liberal, Säkular eingestellt. Sie nimmt ihn mit nach Hause, sie wohnen in Malaga, dort ist der Film gedreht worden. Die Schwester lebt dort mit der Tochter. TANIA ist ständig geil, Nymphomanin, arbeitslos und hat eine Tochter, PAULA. TANIA ist oft mit Männern zusammen, sie hat oft wechselnde Geschlechtspartner, und das noch dazu als Jüdin, sie pfeift auf GOTT, sie ist bekennender Atheist, macht sich lächerlich über den Glauben. Alles nicht so schlimm? Doch.

    Die Mutter ist ne Despotin, hält alles zusammen, GLORIA, sie ist Jüdin, liebt Ihre Religion, und als sie erfährt das RAFI Palästinenser ist, hat sie fast den Verstand verloren und wollte Ihre Tochter LENI in einen Trauerflor stecken. GLORIA ist eine gute Köchin. Sie ist aber verzweifelt. Sie hat wenig Sex mit Ihrem Mann. ERNESTO arbeitet oft bis Mitternacht, die Arbeitslage ist sehr schlecht, doch die Familie DALI weiß nicht was er macht, bald glauben alle das er fremd geht.

    Im Haushalt lebt noch der 82 jährige, senile, blinde Großvater DUDU der dauernd von Kriegen redet, ein altes Gewehr hat, viele Kriegsverletzungen hat und RAFI gleich begrüßt als wäre er ein Kriegskamerad, er ist vergesslich, und hat 3. Zähne, die noch im Film eine kleine wichtige Rolle spielen.

    Dann lebt noch im Haushalt DAVID DALENSKI, der Sohn aus der 1. Verbindung seines Vaters ERNESTO. Er ist Jude. Das ganze fängt am Freitagabend an, wo der Sabbat beginnt. Den Film meine ich. DAVID ist streng darauf bedacht genügend Klopapier abzureißen damit am Sabbat keine Arbeit getan werden muss, vorsorglich hat er geheim alle Telefone versteckt und freut sich auf ein gutes Essen, er will dauernd PAULA bekehren, die 8 Jährige Tochter von TANIA, die ja allein erziehende Mutter ist, und diese ist ständig sauer auf ihn.

    So das war mal die Einleitung. Durch einen Unfall fällt aus dem 10. Stock eine Box mit einer gefrorenen Suppe runter, die GLORIA gekocht hat, und sie fällt wem auf dem Kopf der eine Glatze hat, und nun glaubt RAFI und LENI das es der lange vermisste Vater ist, der sollte schon längst da sein, schließlich ist es Sabbat.

    Meine Meinung und einige Informationen über den Film:

    Mir kommt der Film der ja ziemlich verwirrend klingt, vor als wäre er ein Meisterwerk vom Schriftsteller Ephraim Kishon. Also ich habe selten so gelacht bei einem Film wie bei diesem. Alleine schon der Anfang. Wie RAFI und LENI die Familie besuchen, im Aufzug Sex haben, die Mutter die streng jüdisch ist, Ihr Sohn der fast ultraorthodox ist. Der Spaß den der Film ausstrahlt, einfach herrlich. Sicher er hat einige ruhigen Momente, eine ruhige Kameraführung, die meiste Zeit spielt sich in der Wohnung der Familie Dali ab. Das macht nichts, denn da gibt es so viele herrlich verschiedene Charaktere zu sehen dass einem vor Lachen direkt der Gaumen im Schlüsselbein stecken bleibt. Dauernd fiel ich auf meine Freundin, Lachkrämpfe haben das ausgelöst, sie hat sich dauernd irgendwo hin verbogen, wie ne Orchidee, und als der Film aus war, dachten wir uns, was das waren 90 Minuten? Das ist Beschiss, viel zu kurz.

    Ich glaube man hat bei dem Film gar nicht vergessen was unter zu bringen. Ich glaube der Film hat ca. 1 Million ¿ gekostet, sicher nicht so viel mehr. Der Film erinnert mich an ¿Meine Frau, Ihre Schwiegereltern und mich¿ und ein bisschen an ¿Guess Who, meine Tochter kriegst du nicht¿, allerdings hat er viel weniger von diesem teilweise unnötigen Flair einer Hollywoodproduktion die ja viel zu übertrieben ist.

    Unübertroffen - Teil 2
    Unglaublich welche Dynamik der Film ausstrahlt und oft mit einigen Belanglosigkeiten wie mit einer Ente, ein paar Kerzen der Film eine fesselnde witzige Mystik ausstrahlt. Was der Film meiner Meinung nach sehr gut vermittelt, wenn wir mal die Moralkeule sich ansehen ist Toleranz und Akzeptanz, denn es ist wirklich völlig egal ob du ein Palästinenser bist, ein Jude, ein was weiß ich, Hauptsache du hast so viel Spaß wie in dieser Familie. Eine intelligente Frau, eine nymphomanische Tochter, ein blinder kriegsteiler Opa, ein Vater der tot zu sein scheint und auf einmal weg ist, und eine Tochter die altklug ist und alles über Sex wissen möchte.

    Ich kann mir gar nicht vorstellen dass es Leute gibt, die diese herrliche Komödie nicht mögen. Mir hat ja der an der Hochschule lehrende Arabische Professor RAFI sehr gut gefallen, weil er so ruhig war, viel angenommen hat, so ruhig alles voller Begeisterung geteilt hat, die Schande, die Angst, den Horror was passiert, das ganze klingt unlustig ist aber wirklich witzig. Und vor allem auch der 19 Jährige Sohn DAVID, der Jüdische Religion Fan.

    Sicher hat der Film seine Schwächen und die Konflikte zwischen den Parteien enden oft in einer Burleske, die vielleicht etwas zu schwach ist, und nach der Hälfte des Filmes wird der Film sehr ruhig und besinnt sich eigentlich ein bisschen auf ein Drama, aber das macht nichts, denn anfangs habe ich fast nur lachen können, und erinnerte mich an gute glückliche ¿Ist ja Irre¿ Zeiten zurück.

    Toll auch das der Film gar nicht politisch korrekt ist, ich glaube ich kenne keinen Film der ähnlich ist und ich hoffe das ihn Hollywood nicht entdeckt und ein Remake draus macht, außer es spielt Mr. Bean die Rolle von RAFI. Das könnte ich mir witzig vorstellen, allerdings wäre der Film dann ein Klamauk.

    Die Kamera fand ich gut, sie ist immer auf das wesentliche gerichtet, und auch die Musik die hier fast nicht vorhanden ist, da sie sonst den Moment des Witzes oder Dramas ruinieren würde, ist dezent und gut gesetzt worden. Von der Schauspielerischen Leistung konnte ich nichts entdecken was meiner Meinung nach einen Abbruch tut, das die anwesenden Parteien nicht gut waren, ne, sicher nicht, die waren zwar keine Robert de Niros aber sie waren auch nicht übel. Ich würde sagen sehr gutes Mittelmass.

    Eigentlich ist der Film fast surrealistisch, denn der Konflikt zwischen Juden und Palästinensern witzig dargestellt, das ist schon ein Asbach Kinobesuch wert.

    Familienfreundliche 92 von 100

  • Harald beipflichtend...
    ...kann ich nur wiederholen, dass diese Komödie sehr weit aus dem Einheitsbrei der pubertären Hollywoodproduktionen herausragt.
    Das nenne ich Witz, Ironie und Situationskomik mit Hirn und Herz.
    Seit langem die beste Komödie, die ich gesehen habe.


  • witzige, temporeiche und respektlose komödie vor dem hintergrund des nahostkonflikts - der hier mit viel slapstick und gut getimten gags ad absurdum geführt wird.
    kann man sich durchaus ansehen.
    wertung: 7/10 auf der filmtipps.at-skala