Parada

 Serbien 2011
Komödie 26.10.2012 ab 16 115 min.
7.30
Parada

In Serbien offen zu seiner Homosexualität zu stehen, kann nicht nur eine schwierige, sondern auch eine gefährliche Sache sein.

In Sachen Homosexualität ist Toleranz in Serbien immer noch ein Fremdwort, und Paraden, die zu mehr Respekt aufrufen sollen, enden nicht selten blutig. Trotzdem will der engagierte Aktivist Mirko einen neuen Versuch wagen und durch die Stadt marschieren, doch die Angst vor Übergriffen ist groß - und genau deshalb geht er mit einem ehemaligen Gangster einen ungewöhnlichen Handel ein, indem er ihn als Begleitschutz engagiert.

Details

Nikola Kojo, Milos Samolov, Hristina Popovic, Goran Jevtic, Goran Navojec u.a.
Srdjan Dragojevic
Igor Perovic
Dusan Joksimovic
Srdjan Dragojevic
Polyfilm
ab 16

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Die Gay Pride Parade
    Allein schon die Geldquellen für diesen Film sind symptomatisch: eine serbisch-kroatisch-slowenisch-mazedonisch-montenegrinische Koproduktion und ein Serbe führt Regie. Ausgangspunkt für diese Völkerverständigung ist eine Fahrt des schwulen Tierarztes Radmilo (Milos Samolov) und des Machos Limun (Nikola Kojo) zu den Kumpels, um eine Schutztruppe für die Gay-Parade zusammenzustellen. Hier können beide Seiten die ganze Palette der Klischees abarbeiten. Dabei kommt es zu urkomischen Situationen aber auch zu unerwarteten Verbrüderungen unter ehemaligen Gegnern von Tschetniks und Ustascha. Man umarmt sich schulterklopfend ‘Scheißserbe!‘ und ‘Albanerschwein!‘ Eines ist latent vorhanden: eine freundliche Geste kann jederzeit zu einer Brutalität führen. Dafür steht Limun. Es geht ans Eingemachte, wenn er sich mit seiner stürmischen Zweitfrau herumschlägt oder sich von seinem erwachsenen Sohn eine blutige Nase holt. Der Tierarzt wird von Limun zum ‘normalen Menschen‘ umerzogen. Die ganze Truppe geht zur Gay-Parade und wird prompt vermöbelt. Im Abspann erfahren wir von ähnlichen Ausschreitungen gegen Homosexuelle und das ist nicht mehr lustig sondern leider im ganzen Ostblock traurige Realität. Stellvertretend eine Massenprügelei im Hinterhof (‘Schwuchtelschweine ihr seid tot!‘)
    Somit zeigt der preisgekrönte Film die aktuellen Schwierigkeiten aber auch dem Mut sich durchzusetzen. Man lacht hier nicht über die Schwulen, man lacht mit ihnen.