Red Corner - Labyrinth ohne Ausweg

 USA 1997

Red Corner

Drama, Thriller, Krimi 119 min.
6.20
film.at poster

Ein amerikanischer Anwalt, der aus beruflichen Gründen nach China gekommen ist, erwacht nach einer feucht-föhlichen Nacht neben einer Toten und wird wegen Mordes angeklagt.

Jack Moore (Richard Gere) ist ein brillanter Jurist. Er ist leitender Anwalt eines großen Unterhaltungskonzerns und der beste Verhandlungsführer, den der Westen aufzubieten hat. Er ist nach China gekommen, um den ersten Satelliten-Kommunikationsvertrag abzuschließen, den die chinesische Regierung erlaubt hat. Aber nach einer Nacht mit einer exotischen Schönen befindet sich Jack zum erstenmal in einer Situation, in der ihm seine Redekunst nicht mehr weiterhilft.

Verhaftet wegen eines Mordes, den er nicht begangen hat, und alleingelassen von seinen amerikanischen Geschäftskollegen, muß Jack sich durch den Irrgarten des chinesischen Rechtssystems kämpfen. Jacks einzige Chance ist seine Pflichtverteidigerin, Shen Yuelin (Bai Ling). Trotz gewaltiger kultureller Unterschiede arbeiten Jack und Yuelin zusammen, und sie entdecken eine bizarre Indizienkette, die bis in die höchsten Regierungsebenen reicht. Und während sie fieberhaft recherchieren, vergeht die Zeit, die Jack noch zu leben hat.

Oft als Anti-China-Propagandafilm titulierter Thriller, der zumindest nicht mit Spannung geizt.

Details

Richard Gere, Bei Ling, Bradley Whitford, u.a.
Jon Avnet
Robert King

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Die rote Ecke
    Als lyrischer Rahmen muss der Bambus herhalten, der darauf wartet gestreichelt zu werden. So erklärt es uns wenigstens Bai Ling am Anfang und am Ende des Films. Sie ist die Pflichtverteidigerin des amerikanischen Managers Richard Gere. Dass der seinen One-Night-Stand (Jessey Meng) nicht ermordet hat, glaubt ohnehin niemand, wieso auch. Der größte Teil des Films ist eine Gerichtsverhandlung. Es ist nicht der offizielle Scheinprozess, wie man ihn kennt, sondern reiner Klamauk. Soviel freie Rede kann kein autoritäres System zulassen. Gericht und Anklagevertreter wirken hilflos und unprofessionell. Die süße Pflichtverteidigerin mutiert zu einer Dissidentin und dehnt den Fall zu einer offiziellen Frage der Menschenrechte aus. Ihr werden erst jetzt die Augen geöffnet, dass ihr Vater in der Kulturrevolution gedemütigt wurde und so gerät das gesamte kommunistische System auf den Prüfstand. Das ist kaum nachvollziehbar. Die wenigen Funken zwischen Gere und Bai Ling sind so zündend wie Zündhölzer unter Wasser.
    Wenigstens die Hintergrundmusik nötigt zum Schmunzeln: Marvin Gay singt da nämlich ‘I heard it through the Grapevine‘. Nachtigall ich hör dir trapsen.
    Eine glattgebügelte Schmonzette mit einem vorhersehbaren Happy End. Lassen wir Richard Gere lieber in der roten Ecke. Er findet aus diesem Labyrinth leicht hinaus. Realitätsfern und spannungsarm.

  • Vorhersehbar, dennoch spannend
    Ein spannender Film mit guten Schauspielern, wobei Richard Gere den Horror im chinesischen Justisystem manchmal ein bißchen zu sehr auf die leichte (seine 'smarte') Schulter zu nehmen scheint. "Sagen sie dem Zeuen, er möge nicht so süffisant grinsen" fordert Gere einmal die Richterin auf, ein Satz, den man mehrfach auf über ihn als Angeklagten hätte sagen können - immerhin bei drohender Todesstrafe. Hervorragend Bei Ling als chinesische Pflichtverteidigerin, einfach und dadurch glaubwüdig und echt! Die Handlung manchmal einigermaßen unwahrscheinlich, so zum Beispiel Gere mit einer fast James Bond-artigen Überlebensfähigkeit auf den chinesischen Dächern.
    Insgesamt aber ein packender, manchmal auch ein wenig beklemmender Film, an dessen "gutem" Ausgang aber Gere's Leichtfüßigkeit niemals wirklich zweifeln läßt. Dennoch Sehenswert!