Romance

 Frankreich 1999
Drama, Independent, Erotik 25.08.2000 
film.at poster

Eine junge Frau und ihr Abstieg in die sexuelle Wahllosigkeit, die eine Reaktion auf die Weigerung ihres Ehemannes ist, mit ihr zu schlafen.

Die Suche einer Frau nach Sex treibt sie in katastrophale, lieblose Begegnungen. Eine unterkühlte Inszenierung und eine außergewöhnlich mutige Darstellung durch Caroline Ducey.

Details

Caroline Ducey, Rocco Siffredi
Catherine Breillat

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • sehnsucht und trauer
    Der Film hat mich vor allem traurig gemacht - reaktionär finde ich ihn nicht. Die Kritik Chorherrs und anderer, daß (patriarchale) Klischees aufgewärmt würden, teile ich nicht: Meiner Meinung nach ist die (verkorkste)Sexualität die hier ungeschminkt, auch sehr mutig gezeigt wird, vor allem eine aufsehenerregende, starke Metapher für Einsamkeit und unerfüllte Sehnsucht, für Abgeschnitten-Sein von sich selbst und den eigenen Wurzeln, für das Zueinender-Finden-Wollen, aber Nicht-Können, für den Versuch, sich mittels Selbst- und Fremdbestrafung von diesem Unglück zu befreien.
    Ein Unglück, das ich als Mann natürlich genauso kenne - vieles hat mich sehr getroffen, weil es mich an mein eigenes Leben erinnert hat - zum Beispiel das Gefühl der eigenen Wertlosigkeit, wenn man nicht (auch körperlich) geliebt wird.Das Zugeständnis, daß auch Frauen politisch nicht korrekte Sehnsüchte haben dürfen, trägt mehr zur Emanzipation bei als politisch korrekte Verbote.
    À propos Sex: Das so zu zeigen, ist mehr als notwendig, um zwischen den verlogenen Welten des Puritanismus und der Pornoindustrie wieder näher ans Leben zu kommen. Der einfühlsamen Regie ist zu verdanken, daß der Tabubruch eben nicht zum Klischee verkommen ist.

    Re:sehnsucht und trauer
    danke - besser kann man den film und die daraus resultierenden gedanken nicht in worte fassen.

  • Provokation
    Ist doch schön wenn ein Film in der heutigen Zeit noch provozieren kann und die Spuren der Ideenspenderin so verwischt sind das man geteilter Meinung sein muß/sollte! Ich fand den Film aufregend, weil er ziemlich tabulos mit allem spielte was Menschen berührt ... ich versteh ihn halt auf meine Weise wäre ja uninteressant wenn sich dieser alle anschließen könnten!

  • Verdammt schwach und krank
    Um an eine der obigen Kritiken anzuschließen: Ich bin zwar eine Frau, aber den Film konnte ich trotzdem nicht nachvollziehen, Gott sei Dank. Das einzige, was mich davon abhielt, rauszugehen, was zu lesen oder zu telefonieren war eigentlich nur die gelegentlich unfreiwillige Komik von dem Streifen. Wirklich schlecht, schlechte Darsteller (Sätze klangen wie aufgesagt, bes. von ihr). Dass einiges "Unanständiges" recht deutlich zu sehen war (Szenen mit Freund, Gynäkologen, Geburt), hat mich zwar trotz Vorwarnung überrascht, ist aber an sich für mich wertneutral. Der Film war jedenfalls nicht das Zelluloid wert, auf dem er steht, krank von A-Z, man schüttelt den Kopf, wundert sich und ist froh darüber, dass andere Leute anscheinend noch viel mehr spinnen...

  • Ansichten sind relativ
    Warnung: Dieser Film sollte nur von sexuell SEHR aufgeschlossenen Leuten genossen werden! Nichts für schwache Nerven!

    Die SM-Szenen waren sehr animierend (Bondage im weissen Kleid absolut herrlich, das rote war auch nicht ohne), abtörnend dagegen die Unwissenheit und Unfertigkeit (Bondage) dieses Pseudo-Tops.

    Unserer Meinung nach hat sie alle Situationen "bewußt" zugelassen und herausgefordert da sie einer Art von Masochismus ergeben war.

    Mutig, diese Art von Sexualität so darzustellen!

    Fazit: Ein Werk - schockierend, abstrakt!
    aber absolut genial (für diejenigen, die es verstehen)

  • Ansichten sind relativ
    Warnung: Dieser Film sollte nur von sexuell SEHR aufgeschlossenen Leuten genossen werden! Nichts für schwache Nerven!

    Die SM-Szenen waren sehr animierend (Bondage im weissen Kleid absolut herrlich, das rote war auch nicht ohne), abtörnend dagegen die Unwissenheit und Unfertigkeit (Bondage) dieses Pseudo-Tops.

    Unserer Meinung nach hat sie alle Situationen "bewußt" zugelassen und herausgefordert da sie einer Art von Masochismus ergeben war.

    Mutig, diese Art von Sexualität so darzustellen!

    Fazit: Ein Werk - schockierend, abstrakt!
    aber absolut genial (für diejenigen, die es verstehen)

    Re:Ansichten sind relativ
    ich habe diesen film nicht gesehen, und ich wüßte auch nicht, warum ich ihn mir anschauen sollte. das ganze sm-zeug ist mir derart widerwärtig, und ich bin froh, mit dem, was andere als 08/15-sex bezeichnen mögen, mein auslangen zu finden.

  • mutig oder reaktionär?
    ja, die Darstellung ist mutig.
    Aber: Auch wenn der Film von einer Frau gemacht ist, halte ich ihn schlicht für reaktionär.
    Frau kommt nach Hause und sucht "ihn".
    Er ist nicht da.Sie findet "ihn" in einem sushi-Lokal lesend. Text aus dem off: "Wenn er mich wenigstens betrogen hätte, aber das...!"Sie ist getroffen, gekränkt, fühlt sich um ihre Sexualität betrogen. Dann trifft einen "Sandler" auf der Stiege und lässt sich vergewaltigen.
    Oder: Frau findet es herrlich von ihrem Schuldirektor gefesselt zu werden.
    Und am krönenden Schluss: das Baby.
    Und vorher dürfen noch angehende Gynäkologen (einer nach dem anderen) "mutig gefilmt" frau untersuchen.
    Hätte das ein Mann gedreht, Frauenaktivistinnen hätten ihn verfolgt. Zurecht .c.c.

    Re:mutig oder reaktionär?
    Ganz meiner Meinung!!!!!!!!! Und das sage ich als Frau. Ich hab den Film letzten Herbst in der Viennale gesehen. Normalerweise bin ich sehr offen gegenüber allem "Neuen", aber der Film hat mich etwas schockiert. Wir haben nach dem Film sogar mit der "Erfinderin" des "mutigen Filmes" gesprochen, z.B. über die Vergewaltigung. Ihre Reaktion darauf: die Hauptdarstellerin hätte "es" gewollt, es provoziert und sich deshalb vergewaltigen lassen. Wohin solche Aussagen dann führen, kann sich wohl jeder denken.