Eingefahrene Träume

 BRD/F/GB/USA 1986

Routine Pleasures

Independent, Avantgarde 81 min.
film.at poster

Eine Komposition aus männlichen Stimmen und technischen Obsessionen pensionierte Eisenbahner spielen mit Modelleisenbahnen, der Filmkritiker und Maler Manny Farber, spricht über sein Verhältnis zur Konstruktion von Objekten. Es könnte sein, dass es sich sowohl bei der hohen Kunst Farbers als auch bei den kunstgewerblichen Welten der Eisenbahner um die Realisierung des gleichen Spieltriebs handelt, denn: The difference between men and boys is just the price of the toys. Routine Pleasures ist eine Komposition aus männlichen Stimmen, die sich leise in die Welt der technischen Obsessionen, der Züge, der Kunst und des Kinos vortastet, um sich von konventionellen Vorstellungen von männlicher Kontrolle, Vergnügen und Kunstschaffen loszulösen. Der Film verwischt die Grenzen zwischen hoher und niedriger Kunst, zwischen Künstlerischem und Alltäglichem. Er setzt eine Vielzahl von Diskursen und gegenständlichen Strategien ein, um sein Thema in ein neues historisches Licht zu setzen. Denn Geschichte wird in diesem Fall nicht aus einem Archiv ausgegraben oder in Form eines Buches vermittelt; Geschichte wird hier neu geschrieben und ihre Perspektive verändert. Gorin unternimmt eine Forschungsreise über die Grenzen der Konventionen hinaus, sodass auch Frauen an Bord des Routine Pleasures-Zuges gehen können. Die Nebeneinanderstellungen, Rekombinationen und Reibungen der vielen Stimmen, die im Film unmittelbar miteinander kommunizieren, stellen die Privilegien und die Kontrolle der Zuschauer infrage. Wir skizzieren unsere eigenen topografischen Landkarten in diesem Diskurs, der den politischen Kampf um Technologie, Geschlecht und Kunst aufdeckt. Diese Eisenbahnleute sprechen und bewegen sich wie die Helden bei John Ford und William Wellman. Ein wahrer Film der 1980er Jahre, ein Film über die Privatisierung der Obsessionen. (Jean-Pierre Gorin)

(Text: Viennale 2004)

Details

Jean-Pierre Gorin
Babette Mangolte
Jean-Pierre Gorin, Patrick Amos

Kritiken

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