Série noire (1979)

 F 1979
Drama, Krimi 111 min.
7.70
film.at poster

Alain Corneaus großes, beunruhigendes, von surrealem Humor duchzogenes Meisterwerk.

Die ultimative Adaption von Jim Thompsons ultrapessimistischer, verschlagen satirischer hardboiled-Prosa und die Apotheose der Karriere von Patrick Dewaere, einem der faszinierendsten Schauspieler im Kino der 70er Jahre, der sich 1982 das Leben nahm.
Er spielt einen erfolglosen, filmbesessenen, verrückten Verteter, der in den desolaten Landschaften der Pariser Banlieue zwischen Schlager plärrenden Transistorradios überlebt, indem er sich in Fantasien flüchtet: Wenn er nicht (irrational) handelt, dann redet er, ununterbrochen, erfindet sich immer wieder neu. Nachdem ihn seine Frau verlässt, lernt er ein eigenartiges, introvertiertes Mädchen kennen, das ihm das Geldversteck der Tante zeigt und einen Revolver gibt. Vielleicht ahnt er da die Chance, seiner Umgebung entkommen zu können. Aber das ist nur Gerede.

Details

Patrick Dewaere, Myriam Boyer, Marie Trintignant, Bernard Blier, Jeanne Herviale
Alain Corneau
Gérard Lenorman
Pierre-William Glenn
Alain Corneau, Georges Perec

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Mörderische Vorstadt
    Eine ‘schwarze Serie‘ - wie im Titel angekündigt - ist es nicht unbedingt. Und schon gar nicht ein ‘schwarzer Film‘. Es läuft eher in Richtung Groteske, allerdings auf eine bitterböse. Die Pantomime am Anfang gibt eine Einstimmung. Und die Wohnung des Handelsvertreters Frank (großartig Patrick Dewaere) ist eine Mischung aus Müllkippe und menschlichem Schweinestall. Auch die folgenden Szenen schwanken zwischen Komik und Dramatik. Blitzschnell kommt ein Mord dazu, weitere folgen. Ungewöhnlich die Bezahlung einer alten Vettel (Jeanne Herviale) mit dem Körper ihrer Nichte. Die stille Mona (beeindruckend †Marie Trintignant) ist mysteriös und eigenwillig, aber auch stürmisch klammernd. Leider gerät sie am Ende handlungsmässig etwas in Schieflage. Das Ende passt zwar zum Anfang ebenso wie der Schlusssatz ‘Wir haben jetzt nichts mehr zu befürchten.‘ Alle penetrante Fragen stellende Personen sind ermordet. Die Dialoge als Wahrheitsfindung schwanken zwischen moralischen Skrupeln und Lügen. Oft spielt auch ein Kommunikationsproblem eine Rolle und schwebt luftig-leicht über der furchtbaren Realität der Vororte von Paris.
    Das plötzliche Umschalten der Handlung dieses grotesken Sozialkrimis, der oftmals fast einem Wechsel des Genres gleichkommt, ist ein Kennzeichen des Films. Das ist meisterhaft gemacht. Man kann sich hier nie gedanklich irgendwie einnorden.