Schwarze Augen

 Russland/Italien/USA 1987

Oci ciornie / Occhi neri

Romanze, Tragikomödie, Biografie 117 min.
7.60
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Durch Feigheit und Unaufrichtigkeit hat der alternde Lebemann Romano sein Lebensglück verspielt und trauert jetzt wehmütig der verpassten Chance hinterher.

Anfang des 20. Jahrhunderts in Italien: Der alternde Lebemann Romano (Marcello Mastroianni) lernt an Bord eines Kreuzfahrtschiffes den Russen Pavel (Vsevolod Larionov ) kennen. Die beiden verstehen sich auf Anhieb, und Romano legt bei Zigarren und Schnaps seine Lebensbeichte ab: br

Als junger Architekturstudent hatte sich Romano in Elisa (Silvana Mangano), eine Tochter aus reichem Hause, verliebt. Ohne Geld in den Taschen, nur mit einer Handvoll Ideen und Träumen, wollte er mit Elisa glücklich werden. Doch das Leben spielte anders und so kam es, dass Romano mit Elisa im Palast der Schwiegereltern einzog und mit den Jahren routinierten Luxus' bequem wurde. Seine geschäftstüchtige und dominante Frau warf ihm seine Untätigkeit vor und Romano stürzte sich in einige Affären - die Liebe zwischen den beiden war verblasst. Während eines Kuraufenthalts verliebte Romano sich in die junge Russin Anna (Elena Sofonova ). Eines Tages verschwand sie jedoch und hinterließ ihm eine Nachricht auf Russisch. Diese besagte, dass sie durch ihn zum ersten Mal Glück in ihrem Leben erfahren habe, jedoch schon gebunden sei. Auch Anna hatte Romano sehr glücklich gemacht, indem sie sich von seinen Geschichten hinreißen ließ und ihm die bewundernde Bestätigung schenkte, die er bei seiner Frau vermisste.

Unfähig sie zu vergessen, reiste Romano unter einem beruflichen Vorwand nach Russland. Er fand sie schließlich in der Nähe von Sankt Petersburg und beide gestanden sich ihre unsterbliche Liebe. Sie beschlossen, sich von ihren Partnern zu trennen, um zusammenzuleben. Im heimischen Rom brachte es Romano aber aus Loyalität nicht fertig, seine Frau zu verlassen, die inzwischen ihr gesamtes Guthaben verloren hatte.

Romano ist der Meinung, dass seine Geschichte unwiederbringlich abgeschlossen ist, und trauert der verpassten Chance wehmütig und nostalgisch hinterher. Doch Pavel glaubt fest daran, dass Anna immer noch auf ihn warten könnte ...

Marcello Mastroianni (1924-1996) erhielt für seine einzigartige Schauspielleistung in "Schwarze Augen" bei den Filmfestspielen in Cannes 1987 die "Goldene Palme" als bester Darsteller.

Details

Marcello Mastroianni, Silvana Mangano, Elena Sofonova, Marthe Keller, Vsevolod Larionov, u.a.
Nikita Michalkov
Francis Lai
Franco Di Giacom
Alexander Adabachian, Nikita Michalkov, nach einer Kurzgeschichte von Anton Tschechow

Kritiken

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User Kritiken

  • Ein Italiener in Russland
    Einer der profiliertesten russischen Regisseure der 80er Jahre hat einen Film gemacht, der teilweise in Italien und teilweise in Russland spielt mit italienischen und russischen Schauspielern. Herausgekommen ist eine preisgekrönte, romantische Liebesgeschichte mit einem Schluss, den man zwar schon vorher ahnt, ihn aber dennoch genießt. Eindrucksvolle Bilder von unberührter Natur und einheitlich gekleideten Menschen (im Westen meist in schwarz und weiß) und turbulente Szenen im Osten unterstreichen die leichte Hand der Inszenierung. Voller ironischer Seitenhiebe sowohl auf die vornehme Gesellschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts, speziell den Bäderbetrieb, als auch auf die Mangelwirtschaft und die Rückständigkeit des zaristischen Russlands. Ein Gipfel der Komik ist die Liebeserklärung im Hühnerstall. Und Marcello Mastroianni kann sein ganzes Talent in diese Rolle hineinlegen: Frauenschwarm und Frauentröster, Hypochonder und Tunichtgut, der es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt und am Ende genauso mittellos ist wie am Anfang. Mittellos aber reich an Erfahrung.