Shandurai und der Klavierspieler

 I/GB 1998

Besieged / L'Assedio

Drama, Romanze 93 min.
7.00
film.at poster

Shandurai flüchtet aus einer afrikanischen Diktatur nach Italien, wo ein englischer Pianist und Komponist namens Kinsky in ihren Bann gerät.

Die Handlung ist schnell erzählt: Shandurai (Thandie Newton) flüchtet aus einer afrikanischen Diktatur nach Italien, nachdem ihr Ehemann aus politischen Gründen inhaftiert wurde. Sie zieht in das Untergeschoss eines römischen Palazzo, der von einem englischen Pianisten und Komponisten namens Kinsky (David Thewlis) bewohnt wird und arbeitet bei ihm als Putzfrau, um ihr Medizinstudium zu finanzieren. Aus unerwiderter Liebe zu ihr ist er schließlich bereit, seinen Besitz und seine Lebensweise zu opfern, um ihren Ehemann aus dem Gefängnis zu befreien.

Es ist die Art der filmischen Erzählung, die uns in die Psychologie der Figuren hineinzieht. Und diesen Sog erzeugt Bertolucci hier durch den sehr subtilen Einsatz von Musik, durch die opulente visuelle Regie und herausragende Darsteller. In vieler Hinsicht ist dieser Film eine Rückkehr zu den visuell innovativ umgesetzten, psychologischen Charakterstudien wie "Der Große Irrtum" (1969) oder "Der Letzte Tango in Paris" (1972).

Details

Thandie Newton, David Thewlis, Claudio Santamaria, John C. Ojwang, Massimo De Rossi, u.a.
Bernardo Bertolucci
Clare Peploe, Bernardo Bertolucci
Polyfilm

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Nicht doch, doch, doch
    Bertolucci hat uns mit vielen beachtenswerten Filmen beschenkt. Manche waren dabei, die provozierten oder schockierten uns, manche beeindruckten mit ihrer epischen Erzählweise und dem bildgewaltigen Ausdruck. Keiner ließ uns kalt. Das galt bis 1998. Da lieferte er einen Film ab, den man getrost als “nichts-sagend“ bezeichnen kann, denn ihm fehlt eine zentrale Aussage. Dass sich der Klavierspieler in die Schöne bei ihm putzende Medizinstudentin aus Afrika verliebt, ist kein Wunder. Dass sie einen Mann hat, der in ihrer Heimat im Gefängnis einsitzt, ist tragisch und wenn der freigelassen wird und nach Rom kommt, könnte das ein Problem bedeuten. Doch Bertolucci lässt es dabei bewenden und wir fragen uns “Na und?“, “Was soll’s?“ “Wie jetzt?“ Hier hat der große Meister entweder nicht zu Ende gedacht oder die Lust verloren. Uns so ein Stückwerk vorzusetzen ist schon recht mutig. Bei einem Erstlingswerk hätte die Kritik gesagt “Tonne auf und rein damit.“