Sommerspiele

 CH 2011

Summer Games

Drama 101 min.
6.60
film.at poster

Hochsommer auf einem Campingplatz in der Maremma, einer beliebten Strandregion in der Toskana. Vincenzo und Adriana, ein Arbeiterpaar kurz vor der Trennung, versuchen mit letzter verzweifelter Anstrengung ihre Ehe zu retten. Ihr 12-jähriger Sohn Nic verarbeitet die Gewaltausbrüche seines Vater mit Freunden im Spiel. In der Gruppe seiner Spielgefährten ist er gut integriert, kann aber nur mit Mühe seine aufkommenden Gefühle für die gleichaltrige Marie ausdrücken, die darunter leidet, vermeintlich vom Vater verlassen worden zu sein. Für die Eltern wird sich in den Sommerferien nichts ändern. Für Nic und Marie wird das Leben nie mehr sein wie vorher. Im sommerlichen Licht der Toskana skizziert SUMMER GAMES behutsam, aber ohne falsche Aussparungen Familien in der Krise und ihre Kinder, die im Spannungsfeld von Abhängigkeit und Ablösung erste Schmetterlinge im Bauch verspüren. Erfrischend, intensiv und von visueller Sinnlichkeit.

Details

Armando Condolucci, Fiorella Campanella, Alessia Barela, Antonio Merone
Rolando Colla
Lorenz Merz
Rolando Colla, Roberto Scarpetti, Olivier Lorelle, Pilar Anguita-McKay

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Schmerzliche Ferien
    Den Familien, die auf diesem Campingplatz Urlaub machen, geht es gefühlsmäßig nicht gut. Die Kids quälen sich mit Folterspielen und die Alten streiten und prügeln sich –sofern sie jemanden zum Streiten bzw. Prügeln haben. Die pubertären Kids sind ein Spiegelbild der älteren Generation. Alle kennen nur Schmerz und Einsamkeit.
    Allein die erste zärtliche Liebe zwischen Nic (Armando Condolucci) und Maria (Fiorella Campanella) fällt da etwas aus dem Rahmen. Beide sind es nicht gewohnt, Gefühle zu zeigen. Und wissen auch nicht, wie man damit umgeht. Die Ehe von Nics Eltern ist am Ende. Wenn sie Liebe machen, ist das eine Vergewaltigung mit vorübergehendem Lustgewinn für beide. Sie (Alessia Berela) redet von Scheidung und rettet ihn immer wieder. Er (Antonio Merono) verprügelt sie dafür mit steter Regelmäßigkeit. Sie handelt nach dem Motto ‘Mein Mann liebt mich nicht mehr, er schlägt mich nicht mehr.‘ Diese sexuelle Abhängigkeit ist ebenso unklar wie ihr Ausflug mit einem Campingnachbarn. Sind beides etwa Sommerspiele? Marias tränenreiche Suche nach ihrem Vater bleibt ein Versuch mit Enttäuschung.
    So geht gegen Ende dem Film die Puste aus. Auch wenn Regisseur Rolando Colla versucht mit netten Tauchbildern der Verliebten Kids einen geglätteten Abgang zu erzeugen.
    Ein unangenehmes Sommererlebnis aus der Schweiz. Grobkörnig wie Sand zwischen den Zehen. Hoffnungslos herb. Kein Wunder, dass der Film im Oscar Rennen keine Chance hatte.