Spider

CAN, GB, F, 2002

Thriller

Ein frostiges Porträt des Künstlers als ödipales Nervenbündel: Der eben aus der Psychiatrie entlassene, unverständlich stammelnde Spider wird von Kindheitserinnerungen verfolgt.

Min.98

Der eben aus der Psychiatrie entlassene, unverständlich stammelnde Spider lässt sich in einer schäbigen Pension im Londoner East End nieder, wo er aufgewachsen ist. Bald verliert er sich in Erinnerungen an seine Kindheit, in deren Zentrum der traumatische Mord an seiner Mutter steht.

"Spider" ist die introspektive Kehrseite des Cronenberg-Projekts: Ein somnambuler Thriller, in dem die psychosomatischen Mutationen, die das Werk des Regisseurs prägen, völlig nach innen gestülpt sind. Der Autismus des Protagonisten wird zur bestimmenden Erzählhaltung: Das unleserliche Gekritzel in seinem Notizbuch - die Kalligraphie seines bröckelnden Geistes, zugleich der ständig vom Reißen bedrohte Erzählfaden des minimalistischen Plots - übersetzt Cronenberg in obsessive Faszination für die Texturen der Vergänglichkeit: nikotingefleckte Finger, pustelige Blasen in den Tapeten, ein Beckettsches Niemandsland aus Industrie-Architektur und Ratlosigkeit.

IMDb: 6.8

  • Schauspieler:Ralph Fiennes, Miranda Richardson, Gabriel Byrne, Bradley Hall, Lynn Redgrave, John Neville, Gary Reineke

  • Regie:David Cronenberg

  • Kamera:Peter Suschitzky

  • Autor:Patrick McGrath

  • Musik:Howard Shore

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