Sturz ins Leere

 GB 2003

Touching the Void

Drama, Abenteuer, Dokumentation 20.08.2004 106 min.
8.10
Sturz ins Leere

Ein packendes Dokudrama über die gefährliche Erstbesteigung der Westwand des 6356 Meter hohen Siula Grande in den peruanischen Anden.

Joe Simpson und sein Freund Simon Yates erzählen ihr fast tödliches Abenteuer, das sich im Mai 1985 ereignet hat.

Erschöpft aber euphorisch erreichen Joe Simpson und Simon Yates am 3. Tag den Gipfel des 6356 Meter hohen Siula Grande in den peruanischen Anden. Der Abstieg scheint problemlos, bis Joe stürzt. Sein Kniegelenk ist zerschmettert - in den Anden ein Todesurteil. Simon startet eine außergewöhnliche Ein-Mann-Rettungsaktion und seilt seinen Partner unter extremen Bedingungen ab. Schneegestöber machen Sicht und Kommunikation unmöglich. Die zweite Katastrophe folgt. Joe stürzt beim Abseilen über eine verborgene Klippe und bleibt hilflos in der Luft hängen. Sein Gewicht zieht Simon langsam den Abhang herunter. Ohne zu wissen, in welcher Lage sich Joe befindet, muss er eine folgenschwere Entscheidung treffen, um selbst zu überleben. Er bricht ein Bergsteiger-Tabu und schneidet das Seil durch... Für beide beginnt ein Albtraum. Simon glaubt seinen Freund tot und schafft es zurück ins Basislager. Joe stürzt in eine Gletscherspalte und steht dem physisch und psychisch Unmöglichen gegenüber...

Details

Joe Simpson, Simon Yates, Brendan Macke, Nicholas Aaron u.a.,
Kevin MacDonald.
Alex Heffes
Mike Eley
David Darlow nach dem Buch "Sturz ins Leere. Überlebenskampf in den Anden" von Joe Simpson
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Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Guter Film
    Ziemlich beeindruckend. Und zwar aus zwei Gründen. Erstens: Der Film zeigt, zu was ein Mensch fähig sein kann, wenn sein Überlebenswille groß genug ist. Mit einem zerschmetterten Bein aus einer solchen Situation zu entkommen, wie sie Joe erlebt hat, nachdem ihn Simon vom Seil geschnitten hatte, und danach noch kilometerweit durch Eis und Fels zu kriechen, tagelang ohne Nahrung und Wasser, das ist eine Leistung, die man erst mal hinkriegen muß. Die Verzweiflung und der zunehmende körperliche wie psychische Zerfall von Joe wird auf außergewöhnliche Weise spürbar. Zweitens: Der Film zeigt auch, wohin der von Größenbesessenheit, Machtphantasien und Sich-beweisen-müssen geprägte Männlichkeitswahn führen kann. Nämlich geradezu in die Selbstzerstörung. Simon sieht aus wie ein Zombie, als er allein zum Basislager zurückkommt. Und Joe? Nachdem er tagelang auf einem Bein zurückgekrochen ist, sieht er kaum mehr wie ein Mensch aus, sondern nur noch wie ein Haufen verbranntes Fleisch. Extremkletterei ist Dummheit, genauso wie alles andere, was sinnentleerten Nervenkitzel und ein Gefühl von Macht über irgendwas zum Ziel hat. Das wird einem hier klar.
    Der Film ist übrigens halbdokumentarisch. Die beiden (bzw. die drei) Protagonisten erzählen ihre Geschichte und diese wird durch die Bilder der fast wortlosen Inszenierung unterlegt. Man sieht also immer wieder den wahren Joe und den wahren Simon, wie sie erzählen. Dann verfolgt man wieder die Schauspieler, wie sie die Geschichte nachspielen. Man sollte also keinen Spielfilm im herkömmlichen Sinne erwarten.
    Die Naturbilder sind atemberaubend. So etwas gehört auf jeden Fall auf die große Leinwand. Das Bellaria-Kino kann die leider nicht bieten, aber immerhin war der Film jetzt (Juni 2005) noch mal zu sehen, nachdem er schon überall abgesetzt worden war.

  • Einfach genial
    Ich hab den Film schon zu Ostern in Polen gesehen - ich fand ihn echt sehenswert obwohl ich weder Sportler noch Bergfreund oder sonstwas bin. Eine faszinierende und beeindruckende Geschichte, ein tragisches Schicksal mit unglaublichem Ende, mitreißend, gut gemacht - ein Film der Stärke und Wille zeigt und die Schönheit und die Gefahr der Berge als Wechselspiel hervorrangend rüberbringt.

  • wirklich packend
    Kann den Film nicht nur Berg- und Naturfreunden schwer empfehlen! Hält sich wirklich an die wahre Geschichte, die zu lesen vorher noch fesselnder ist - einfach, weil im Film viele Details natuerlich aus Zeitgruenden fehlen. Gerade vom "Original-Schauplatz", der gigantisch faszinierenden Cordillera Huayhuash in den peruanischen Anden, zurueckgekehrt, kann ich nur sagen, unvorstellbar und tief beeindruckend, wie Joe Simpson, wie ein Mensch, das überleben und mit der Verletzung den weiten Weg zurueck ins Base-Camp schaffen kann...