The Homesman

 USA/F 2013
Drama, Western 19.12.2014 122 min.
6.60
The Homesman

Packend und schnörkellos erzählt Tommy Lee Jones nicht nur eine eindringliche Geschichte über die dunklen Seiten des amerikanischen Traums, sondern gleichzeitig eine universelle Parabel über menschliche Grenzerfahrungen.

Nebraska, Mitte des 19. Jahrhunderts. Mary Bee Cuddy (Hilary Swank) lebt gottesfürchtig und allein in einer kleinen Grenzstadt in den endlosen Weiten des Wilden Westens. Der Kampf gegen die unerbittliche Natur und die Einsamkeit ist für die Frauen der Pioniere hart. Als die drei Farmersfrauen Arabella (Grace Gummer), Theoline (Miranda Otto) und Gro (Sonja Richter) aus unterschiedlichen Gründen den Verstand verlieren, beauftragt die ärmliche Gemeinde Mary, die drei Frauen zurück in die Zivilisation im Osten zu begleiten, wo sich eine Methodistengemeinde um sie kümmern kann. Gleich zu Beginn ihrer Reise trifft sie auf den Gesetzlosen Briggs (Tommy Lee Jones), dem sie das Leben rettet und gegen Geld das Versprechen abnimmt, sie den kompletten Weg zu begleiten und zu beschützen. Auf dem entbehrungsreichen Treck gen Osten trotzen sie Stürmen und lebensgefährlichen Begegnungen mit Siedlern und Indianern und beginnen langsam sich einander anzunähern. Obwohl Briggs Mary davon überzeugen will, dass er ein bindungsloser, schlechter Mensch ist, sprechen seine Taten eine andere Sprache. Als Mary ihm schließlich die Ehe anbietet, muss er eine folgenschwere Entscheidung treffen...

Details

Tommy Lee Jones, Hilary Swank, Grace Gummer, Meryl Streep u.a.
Tommy Lee Jones
Marco Beltrami
Rodrigo Prieto
Kieran Fitzgerald, Tommy Lee Jones
Universum

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Die Heimkehr
    Der Mann, der die Frauen wieder nach Hause begleitet; so die Titelfigur. Und die hat Raubein Tommy Lee Jones gleich selber übernommen. T.L.J. spielt das großartig. Zum Teil knallhart, aber auch sehr gefühlvoll. Die drei Frauen (Grace Gummer, Sonja Richter und Miranda Otto) sind ebenso ganz große Klasse. Sie verdeutlichen wie das erlittene Leid im Wahnsinn enden kann. Man kann das förmlich spüren. Das sind ausdrucksstarke Psycho-Rollen, zu denen Hilary Swank als Mary Bee Cuddy, eine sehr fromme Methodistin, hervorragend passt. Der von ihr erzwungene Beischlaf und ihr Ende sind zwei des sonst an Höhepunkten keineswegs armen Films. Diese vier Frauen tragen den Film und geben T.L.J. (alias George Briggs) Gelegenheit sein ganzes schauspielerisches Potential voll auszuspielen. Da wäre noch seine Racheaktion am Hotel ‘Lonsome‘ zu nennen. Hier kommt der Gerechtigkeitssinn voll auf seine Kosten. George Briggs verabschiedet sich von seiner anfänglichen Geldgier und übernimmt Verantwortung, er durchläuft eine Entwicklung vom Gauner zum Helden. Deshalb ist das Entscheidende an diesem Film, dass man sich von der Zuschauerperspektive, die wir kennen und die uns bisher so an den Western gefesselt hat, verabschieden müssen, denn eigentlich ist hier alles anders. Dazu gehört vor allem die Schilderung der zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen Briggs und Cuddy. Wäre noch die hervorragende Kameraarbeit von Rodrigo Prieto zu nennen, dem es gelingt, die Weite der Landschaft mit ihrer feindseligen Trostlosigkeit, zum sechsten Hauptdarsteller zu machen. Eine Weiterentwicklung des Westerns, ein wahrer Gewinn.

  • Ein Problemfilm!
    Die schauspielerische Leistung aller Darsteller ist ausgezeichnet!
    Auch die - etwas eintönige, aber das soll es ja sein - Landschaft ist recht gut in Szene gesetzt (auch wenn manches unglaubwürdig ist - selbst Wochen nach dem Aufbruch am, ich glaube, 23. Mai schneit es noch wiederholt in der Prärie!?!).
    Doch die Handlung ist insgesamt ziemlich spröde und auch recht unbefriedigend. - Achtung im Weiteren Spoilerverdacht! - Nicht nur die 3 verrückten Frauen wirken befremdlich und fallweise beängstigend (auch das soll so sein), vorallem das in der Kritik als "vollkommen unerwartete Wendung" bezeichnete Ereignis (in Wikipedia ist es genau beschrieben) hinterläßt gerade durch dieses unerwartet Sein und den doch recht dürftigen Erklärungen im Zuschauer ein unbefriedigendes Gefühl. Es wird wohl auch in der Realität oft nicht viel anders sein, aber es läßt den Zuseher ähnlich betreten zurück wie am Schluß von "Am Sonntag bist du tot". Viele Fragen bleiben ohne Antwort.
    Das Frauenbild (wiewohl sicher nicht mein primäres Anliegen!) ist in diesem Film insgesamt jedenfalls ein zielmlich eigenes, wohl das des Regisseurs, dessen vermutlich primäres Anliegen, sich selbst als (no na männlicher) Hauptdarsteller in Szene zu setzten, durchaus als gelungen bezeichnet werden kann.
    Der angebliche Witz in dem Film, angesichts der Handlung sowieso eher unpassend, muß mit der Lupe gesucht werden und regt bestenfalls zum Schmunzeln an, oder bleibt überhaupt im Hals stecken (auch eine Parallele zu "Am Sonntag bist du tot").
    Der Film ist durchaus sehenswert, aber weit entfernt von leichter Kost oder von klassischen Western, eher dem Genre Problemfilm zuzuordnen.