The Messenger - Die letzte Nachricht

 USA 2009

The Messenger

Drama 105 min.
7.20
The Messenger - Die letzte Nachricht

Will ist bei der US-Army. Er hat einen Militäreinsatz im Irak und bereits längere Aufenthalte in Lazaretten hinter sich. Doch nicht nur sein Körper hat Narben davongetragen:

Weil seine Freundin zu Hause mittlerweile ihr eigenes Leben lebt, fühlt er sich auch seelisch verletzt. Und obwohl er noch drei Monate Dienstzeit vor sich hat, ergibt sich eine erste Chance zu einem Neubeginn, als er ins Casualty Notification Office versetzt wird - jene Dienststelle, die den Angehörigen von Gefallenen die Todesnachricht zu überbringen hat. Dabei steht ihm mit Tony ein älterer, erfahrener Offizier zur Seite. In Anbetracht ihrer traurigen Dienstleistung entwickelt sich zwischen den beiden Männern so etwas wie eine solidarische Verbundenheit, die ihnen helfen soll, ins «normale» Leben zurückzukehren - auch wenn sie wissen, dass es eine Normalität für sie nicht mehr geben wird. Oder womöglich doch? Denn eines Tages lernt Will über seine neue Aufgabe eine junge Witwe kennen. (Berlinale Katalog) The Messenger gehört zu jener neuen Generation amerikanischer Kriegsfilme, die ihr Drama wieder in der Heimat finden, bei den Dagebliebenen und den Rückkehrern. Auch Movermans Beitrag wirkt düster und zeigt, wie die Soldaten dem Krieg selbst zu Hause nicht mehr entkommen und nicht einmal die Liebe als Flucht funktioniert. (...) Moverman zeigt, wie die beiden Männer, die sich zu Kampfmaschinen stilisiert haben, einander näherkommen, wie sie miteinander streiten, umeinander werben, schließlich einen immer alberner werdenden Angelausflug unternehmen. Und natürlich kommt eine Soldatenfrau ins Spiel, die gerade Wäsche vor ihrem Haus aufhängt, als Will ihr sagt, dass ihr Mann nicht mehr heimkehren wird. (Christian Schröder)

(Text: Viennale 2009)

Details

Ben Foster (Will Montgomery),Woody Harrelson (Captain Tony Stone),Samantha Morton (Olivia Pitterson),Jena Malone (Kelly), Steve Buscemi (Dale Martin)
Oren Moverman
Nathan Larson
Bobby Bukowski
Oren Moverman, Alessandro Camon

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Die Todesengel
    Endlich hat sich jemand (Oren Moverman) des Themas angenommen, dass seit Amerika Kriege führt - und das tut es eigentlich immer – als Tabu außen vorgelassen wurde: die Benachrichtigung der Angehörigen wenn einer ihrer Lieben im Feld gefallen ist. Die beiden ‘Todesengel‘, die mit diesem delikaten Auftrag unterwegs sind, sind schon mal als Typen hervorragend gecastet und von einem guten Drehbuch eindrucksvoll in Szene gesetzt: der junge Sgt. Montgomery (Ben Foster) sensibel, verletzlich und verständnisvoll neben dem erfahrenen Capt. Stone (Woody Harrelson), ein raubeiniger Draufgänger, der cool und emotionslos seinen Job macht.
    Die hoch emotionale Handlung wird mit äußerster Sensibilität angegangen, wobei die beiden ‘Messengers‘ in ihrem gegensätzlichen menschlichen Kontrast ein Spannungsfeld zu den Empfängern der Nachricht aufbauen. Sie werden beschimpft, bespuckt und davon gejagt. Oftmals treffen sie sogar gerade auf eine lokale Familienkatastrophe, noch bevor sie ihre Messege abliefern. Unter den Gefallenen sind auch Frauen. Am Feierabend reden sie über Frauen, ihre Eltern, über Huren und Saufen (wenn Capt. Stone das Gespräch bestimmt.) Die junge Witwe Pitterson (Samantha Morton, unheimlich eindrucksvoll) ist das Gegenteil von Stones Welt. Was sich zwischen ihr und Sgt. Montgomery entwickelt sind heftige Gefühle ohne sexuelle Erfüllung. Zögerlich und schafhaft stehen sie in der Küche, schwanken zwischen Begierde und Konventionen. (ein Höhepunkt des Films!) Es knistert förmlich vor Erwartungen. Frau Pitterson geht duschen. Auch das Ende fügt sich nahtlos in die Konzeption des Films ein. Mrs. Pitterson und ihr kleiner Sohn ziehen weg…Sie werden wohl ihre E-Mail Adresse hinterlassen.
    Realistische Emotionen pur, ohne Kitsch. Montgomery und Pitterson greifen nur in Gedanken nach den Sternen. Großartig, dank tollem Drehbuch und famosen Darstellern.