Tropfen auf heiße Steine

 F/J 1999

Gouttes d'eau sur pierres brûlantes

Drama, Literaturverfilmung 19.01.2001 90 min.
Tropfen auf heiße Steine

Deutschland in den 70er Jahren. Léopold, 50 Jahre alt, Geschäftsmann, macht die Bekanntschaft von Franz, der 19 ist. Er lädt ihn zu sich ein. Eine Liebesgeschichte beginnt.

Der Versicherungsvertreter Leopold lernt den 30 Jahre jüngeren Franz kennen. Die beiden verlieben sich ineinander. Franz zieht zu Leopold und führt ihm den Haushalt. Eine Ehehölle bahnt sich an, als Franz' Verlobte Anna in die Beziehung hineinplatzt. Auch sie erliegt bald dem Charme Leopolds. Als dessen ehemalige Geliebte Vera auftaucht, scheint die Katastrophe unabwendbar.
Francois Ozons Film basiert auf einem frühen Theaterstück von Rainer Werner Fassbinder, das dieser selbst nie auf Bühne oder Leinwand inszenierte.

Details

Bernard Giraudeau, Malik Zidi, Ludivine Sagnier
Francois Ozon
Jeanne Lapoirie
Francois Ozon

Kritiken

Kinoprogramm

Es sind uns keine Vorstellungen bekannt.

Film bewerten

0

User Kritiken

  • Flotter Vierer
    Francois Ozon hat ein Vier Personenstück von Fassbinder hier verfilmt, in dem der Urheber seine innersten Wünsche und Neigungen – inklusive der Todesssehnsucht – am deutlichsten formuliert hat. Es gibt homo- und heteroerotischen Sex, am Ende gar einen flotter Vierer. In den ersten Akten tummeln sich zwei Homos: Leopold (Bernard Giraudeau), der Ältere wird stets das Heft des Handelns fest im Griff behalten und den jüngeren Franz (Malik Zidi) für seine Zwecke benutzen. Den will aber Anna seine Freundin (Ludivine-SwimmingPool-Sagnier) heiraten. Sie ist der Hingucker des Films! Ihre langanhaltende Pose eignet sich zum Aktzeichnen. Dagegen ist Leos Freundin (Anna-Sue-Thomson) nach einer Geschlechtsumwandlung nicht gerade glücklich. Soweit dreht Fassbinder das Rad der Sexualität. Für 1964 eine Ungeheuerlichkeit. In den ersten beiden Akten leben Leopold und Franz wie ein älteres Ehepaar, wobei Franz die Rolle des Hausmütterchens übernimmt. Das bietet Anlass zu unfreiwilliger Komik. Als Anna auftaucht, erkennt Franz seine Bisexualität, für die er am Ende bezahlen wird. Heute wirkt das Abschiedstelefonat mit seiner Mutter eher belustigend in seiner ganzen Emotionslosigkeit. Auch der Showdance der Vier ist für die Dramatik kontraproduktiv. Die Themen sind immer noch brisant, aber an der Dramatik hapert‘s.
    Was bleibt ist das unerschütterliche physikalische Gesetz: Was passiert wenn Wassertropfen auf heiße Steine fallen? Sie verdampfen! Sehr speziell.