Ulzhan - Das vergessene Licht

 F/D/Kasachstan 2006

Ulzhan

Drama 96 min.
6.90
Ulzhan - Das vergessene Licht

Die Weite Kasachstans. Endlos bis zum Horizont. Hier strandet der Franzose Charles, der nach einer Familientragödie weg will von seinem einstigen Leben.

Charles' Ziel ist der heilige Berg Khan Tengri, wo sich einst die Schamanen in Ruhe zum Sterben zurückzogen. Der Fremde durchquert ein Land im Umbruch per Flugzeug, Auto und zu Fuß, bringt Tausende von Kilometern hinter sich. Dabei begegnet er auch eines Tages einer geheimnisvollen Gestalt, einem Schamanen namens Shakuni (David Bennent), der mit seltenen Worten handelt. Zufällig landet Charles in einem Dorf, wo er auf die junge Nomadin Ulzhan (Ayanat Ksenbai) trifft, von der er ein Pferd kauft, um seinen Weg fortzusetzen. Gegen seinen Willen heftet sich die junge Frau an seine Fersen, folgt dem vom Schicksal gezeichneten Mann durch karge Steppe, nuklear verseuchtes Atomtestgebiet, endlose Ölfelder, in denen Bohrtürme wie Menetekel gen Himmel ragen, bis zum Heiligen Berg an der Grenze zu China. Im Gebirge angekommen, bittet Charles seine Begleiterin ein letztes Mal darum, ihn endgültig allein zu lassen. Bevor Ulzhan ohne einen Blick zurück ins Tal reitet, bindet sie vorher noch sein Pferd an einen Felsen, in der Hoffnung, dass Charles wiederkommen wird...

Details

Philippe Torreton, Ayanat Ksenbai, David Bennent u.a.
Volker Schlöndorff
Jean-Claude Carrière, Regis Ghezelbash
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Kritiken

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User Kritiken

  • Roadmovie in den Tod
    Was Charles der Anti-Held (Philippe Torreton) vorhat und warum, bleibt lange offen. Dafür kann man sich an der kasachischen Landschaft sattsehen. Erst nachdem ihn Shakuni, ein ‘sonderbarer Heiliger‘ (David Bennent), ein Lebenskünstler und ‘Worthändler‘ und die lokale Schönheit Ulzhan (Ayanat Ksenbai) mehrfach danach gefragt haben, ahnen wir etwas. Charles will sich auf dem heiligen Berg Khan Tengri umbringen. Er faselt zwar etwas von einem Schatz und ominösen Nestorianern, das ändert aber nichts an seinen Plänen. Der Zuschauer steht auf Seiten von Ulzhan und hofft auf die Rückkehr in die Zivilisation. Hier sehen wir die Hauptstadt des neu entstandenen, wohlhabenden Kasachstan. Es scheint bisweilen so, als ob Charles den Verlockungen nicht widerstehen kann. Und selbst als er am Ende frei nach Goethe Emotionen zeigt (‘die Träne quillt, die Erde hat ihn wieder‘), lässt er Ulzhan und sein Pferd zurück. Das muss man wohl zähneknirschend akzeptieren, ebenso wie zähneklappernd die Kälte im Tian-Schan Gebirge. Man fühlt sich nicht wohl, wenn Charles dem Tod nachläuft. Ein eiskaltes Gedankenspiel für Esoteriker. Und die Antwort auf die Frage nach dem ‘Licht‘, hab‘ ich doch glatt vergessen.