Unter Bomben

 Libanon/F/GB 2007

Sous les bombes

Drama, Romanze 98 min.
7.20
Unter Bomben

2006. Eine schiitische Mutter und ein christlicher Taxifahrer machen sich gemeinsam auf die Suche nach der Schwester und dem Sohn der jungen Frau, deren Verbleib nach den Luftangriffen im Libanon ungeklärt ist.

Als die Schiitin Zeina ihren sechsjährigen Sohn Karim zu ihrer Schwester in den Südlibanon schickt, ahnt sie nicht, in welche Gefahr sie ihr Kind dadurch bringt: Im Sommer 2006 bricht im Libanon erneut Krieg aus. Nach 33 Tagen beständiger Bombardierung liegt das Land in Trümmern. Verrückt vor Sorge kann Zeina den christlichen Taxifahrer Tony davon überzeugen, sie in den gefährlichen Süden zu bringen.

Als das ungleiche Paar in Zeinas Dorf ankommt, traut die junge Frau ihren Augen nicht. Die Wirren des Krieges haben grausame Spuren hinterlassen, nichts ist übrig geblieben, auch das Haus der Schwester liegt in Schutt und Asche. Zeina muss erfahren, dass ihre Schwester unter den Bomben begraben wurde. Der Verbleib ihres Sohnes ist weiterhin unklar.

Der Fahrer Tony, dem es anfangs nur um Geld ging, entwickelt auf der gemeinsamen Reise Gefühle für die kämpferische Mutter und unterstützt sie unermüdlich auf ihrer Suche nach dem verlorenen Sohn.

Details

Georges Khabbaz, Nada Abou Farhat, Bshara Atallah, Rawya El Chab, u.a.
Philippe Aractingi
René Aubry, Lazare Boghossian
Nidal Abdul Khalek
Michel Léviant, Philippe Aractingi

Kritiken

Kinoprogramm

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User Kritiken

  • Taxi nach Tobruk
    Zeina (Nada Abou Farhat) ist auf der Suche nach ihrem kleinen Sohn Karim. Sie geht mit dem Taxifahrer Tony (Georges Khabbaz) auf eine Odyssee durch ein von Bomben verwüstetes Land. Der Film schildert eindrucksvoll die Ängste der Zivilbevölkerung im Libanon. Genau wie für die meisten Bewohner der Gegend ist es nicht Zeinas Krieg. Für sie bleibt nur das Leid. Zeina schwankt zwischen Hoffnung und Ungewissheit. Tony kennt die Gegend und hat auch viele Freunde da. Er kann ihr helfen. Es ergeben sich zwei entgegengesetzte Entwicklungen: in einer Außenwelt voller Krieg und Zerstörung, in der der Tod ein ständiger Begleiter ist, kommen sich Zeina und Tony menschlich näher. Sie offenbaren scheibchenweise immer mehr aus ihrer persönlichen Vergangenheit. Gekonnt hält Regisseur Philippe Aractingi dieses Verhältnis in der Schwebe: zwischen gegenseitigem sexuellem Interesse und einer neu entdeckten Gemeinsamkeit, denn auch Tony hat Familie. Damit verlässt der Film die individuelle Ebene dieser Not- und Fahrgemeinschaft und bereitet mit einer zeitlosen Feststellung das Ende vor. Wem wäre vordergründig geholfen, wenn Zeina ihren Sohn tatsächlich finden würde? So kann Aractingi den Film all denen widmen – auch und vor allem den Kindern - die in diesem Krieg umgekommen sind.