Veruschka - Inszenierung (m)eines Körpers

Veruschka - A Life for the Camera

D, 2005

FilmDokumentation

Min.72

Vera von Lehndorff lebt nicht gerne in Erinnerungen, obwohl sie auf eine Karriere zurückblicken kann, die sich auch 40 Jahre danach atemberaubend glamourös erzählen lässt: Als «Veruschka» wurde sie zum Supermodel, bereits 1970 hatte man ihr Gesicht auf 800 Modemagazinen weltweit gesehen. Sie war die Frau im Flitterkleid, die Antonioni mit Blow Up zur Poster-Ikone der Sixties gemacht hatte; sie war das erste deutsche Supermodel. Während Morrissey/Böhm vor allem Archive durchforstet haben, erzählt die noch immer makellose Veruschka von früher: Von Dalí, der sie mit Rasierschaum zur lebenden Skulptur stilisierte, und von Irving Penn, der sie auf seinen Fotos zum «Beatnik von der Park Avenue» machte. Erst in der Arbeit mit Holger Trülzsch findet Veruschka zu sich selbst, indem sie durch Ganzkörperbemalung mit der Umgebung verschmilzt. Dass ihr sogar der Staublook der Straße steht, darüber muss sie lachen, und es klingt wie das rauchige Schnarren eines Karl Lagerfeld. (Harald Fricke) Am Anfang unterschied ich mich von den anderen Models vielleicht nur durch meine überspannten Bewegungen. Ich machte meistens irgendwelche anderen Stars nach, die ich in den Zeitschriften gesehen hatte, z.B. Ursula Andress. In der frühen Zeit wurde ich kaum jemals fotografiert, ohne dass mir bewusst war, wen ich darstellen wollte. Dieses Spiel machte mir eine Zeitlang Spaß - mich mittels Mode und Schminke zu verwandeln und dafür sogar Applaus zu bekommen. Mitte der 60er Jahre habe ich dann angefangen, Farben zu benützen, um mir selbst für eine Weile zu entgehen. Ich verwandelte meinen Kopf in Tierköpfe und Stein, bemalte ihn und beklebte mein Gesicht mit Vogelfedern und Fellen. In den 70er Jahren veränderte sich alles. Das Spiel war zu Ende. (Vera von Lehndorff)

(Text: Viennale 2006)

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  • Schauspieler:Vera von Lehndorff

  • Regie:Paul Morrissey, Bernd Böhm

  • Kamera:Micha Waschke

  • Autor:Paul Morrissey, Vera von Lehndorff

  • Musik:Micha Waschke, Ennio Morricone

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